DLG-Tierwohllabel für die Milchviehhaltung

Ab dem kommenden Jahr wird der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland nicht mehr nur Frischfleisch, sondern auch Milch und Milchprodukte mit einer Haltungskennzeichnung ausloben. Wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) am 22. November mitteilte, hat sie dafür mit Partnern aus der Wertschöpfungskette das „DLG-Programm Milchviehhaltung“ als eigenständiges Zertifizierungsprogramm entwickelt. Das Label gebe mit vier Stufen den Verbrauchern transparent Auskunft über die Art der Tierhaltung und ermögliche Molkereien, auf ihren Erzeugnissen einen Mehrwert zu kommunizieren. Das nun praxisreife DLG-Programm Milchviehhaltung fördere die tiergerechte Haltung in den fünf Bereichen Haltungsumwelt, Tiergesundheit, Arzneimittelmonitoring, Futtermittel und Management. Das Label gibt es in den vier Varianten Basis, Bronze, Silber oder Gold. Es umfasst 36 Kriterien, die je nach Stufe in unterschiedlichem Umfang erfüllt werden müssen. Enthalten sind acht K.O.-Kriterien, die die Basisanforderungen der Haltungsform darstellen. Da es verschiedene Haltungs- und Managementsysteme in der Milchviehhaltung gebe, sei von der DLG ein System bestehend aus vier Stufen mit unterschiedlichem Anforderungsprofil entwickelt worden, erläuterte der Geschäftsführer der DLG-Test Service GmbH, Rudolf Hepp. Die Zertifizierung des Milchviehbetriebs erfolge durch ein Vor-Ort-Audit mit Stall- und Dokumentenprüfung, die Durchführung über Zertifizierungsstellen im Auftrag der Molkereien durch DLG-geschulte und zugelassene Auditoren. Wenn alle Daten erhoben und eingetragen worden seien, werde das Ergebnis per Internetverbindung sofort berechnet. Mit dem Molkereiaudit wird im Rahmen des DLG-Programms Milchviehhaltung der DLG zufolge sichergestellt, dass die Rückverfolgbarkeit durch eine Chargenkennzeichnung im gesamten Unternehmen und auf allen Prozessstufen jederzeit gegeben ist. Ein Verwechseln oder Vermischen der Milch müsse ausgeschlossen werden. Als Trennung gelte die zeitliche und räumliche Separation. Das beginne mit der Erfassung der Rohmilch bei der Milchsammlung auf Höfen mit gültiger DLG-Zertifizierung und gehe weiter mit dem Wareneingang bei der Molkerei, dem Abpumpprozess, der Lagerung und der weiteren Verarbeitung. Laut DLG zeigt eine aktuelle Studie von Prof. Holger Buxel von der Fachhochschule Münster, dass ihre Label bei Verbrauchern einen hohen Bekanntheitsgrad haben und großes Vertrauen genießen. (AgE)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.