Notierung für Päckchenbutter unter starkem Druck

Zu Beginn des neuen Jahres haben sich die amtlichen Notierungen für Hart- und Schnittkäse sowie für Blockbutter am 5. Januar gegenüber der vorherigen Preisfeststellung vom 23. Dezember nicht verändert. Ausnahme war jedoch abgepackte Butter, deren amtliche Notierung bei der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten kräftig, nämlich um 56 Cent auf eine Spanne von 3,24 Euro/kg bis 3,34 Euro/kg nach unten gesetzt wurde. Grund war nach Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB), dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bei den Verhandlungen mit den Herstellern für den bis Ende Februar laufenden Butterkontrakt eine Senkung des Abgabepreises für seine Eigenmarken durchgesetzt hat. Angesichts der überdurchschnittlichen Butternachfrage der Privathaushalte im Lockdown und der festen Preistendenz am Weltmarkt sei die drastische Preissenkung nicht marktkonform, kritisierte der VMB. Auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) war der Butterpreis am 5. Januar im Mittel aller gehandelten Kontrakte um 7,2 % gestiegen und lag mit 4 526 $/t (3 681 Euro) rund 11 % über dem deutschen und 9 % über dem EU-Niveau. Bei Milchpulver war Analysten zufolge nach den ruhigen Feiertagswochen wieder eine größere Marktaktivität festzustellen. Bei Magermilchpulver verfügen die Hersteller laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) zudem über eine gute Auftragslage für die kommenden Monate. Beim Verkauf der Futtermittelware ließen sich der Kemptener Börse zufolge zuletzt Aufschläge von durchschnittlich 2 Cent realisieren; das Kilogramm erlöste zwischen 2,10 Euro/kg und 2,12 Euro/kg. Für lebensmitteltaugliches Magermilchpulver zog der Mindestverkaufspreis um 2 Cent auf 2,29 Euro an. Molkenpulver für die Futtermittelindustrie war weiter gut gefragt und wurde mit Aufschlägen zwischen 1 Cent und 2 Cent in einer Spanne von 0,78 Euro/kg bis 0,81 Euro/kg gehandelt. Die Verkaufspreise von Vollmilchpulver und Molkenpulver in Lebensmittelqualität änderten sich laut Kemptener Börse zum Jahresbeginn nicht.
Der Kieler Rohstoffwert für Milch hat im Dezember 2020 seine sehr verhaltene Aufwärtsentwicklung weiter fortgesetzt. Gemäß den Berechnungen des Kieler Instituts für Ernährungswirtschaft (ife) lag der anhand der Verwertungsmöglichkeiten über Butter und Magermilchpulver kalkulierte Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Berichtsmonat bei 31,7 Cent. Gegenüber November nahm der Milchwert um 0,1 Cent/kg zu; das vergleichbare Vorjahresniveau wurde jedoch um 4,4 Cent oder 12,2 % verfehlt. Das jüngste Miniplus des Rohstoffwertes gegenüber dem Vormonat resultierte allein aus der Entwicklung der Magermilchpulvernotierung, die um 3,90 Euro oder 1,8 % auf 215,00 Euro/100 kg stieg. Der daraus abgeleitete „Nichtfettwert“ je Kilogramm Rohmilch nahm gegenüber November um 0,3 Cent/kg auf 17,3 Cent/kg zu. Die durchschnittliche Butternotierung schwächte sich im Dezember dagegen im Vormonatsvergleich um 4,60 Euro beziehungsweise 1,3 % auf 362,00 Euro/100 kg ab. Die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über den Butterverkauf verschlechterte sich damit um 0,2 Cent auf 15,8 Cent/kg. Beide Wertkomponenten zusammengerechnet, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Dezember auf 33,1 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe somit laut ife rein rechnerisch einen Wert von 31,7 Cent/kg (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8133 Euro). (AgE)

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