Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 1. September

Die Milchanlieferung in Deutschland ist weiterhin saisonal rückläufig und insgesamt niedriger als erwartet. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 33. Woche im Schnitt 1,1% weniger Milch als in der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahreswoche lag bei 0,5 %. In Frankreich war die Milchanlieferung in der 33. Woche um 0,2 % niedriger in der Vorjahreswoche.
Die Spotmärkte für flüssigen Rohstoff sind sehr fest. Industrierahm und Magermilchkonzentrat werden zu festeren Preisen gehandelt. Besonders stark ist der Preisanstieg bei Rohmilch ausgeprägt.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist von einer geringen Verfügbarkeit an freien Mengen gekennzeichnet. Aufgrund des niedrigen Milchaufkommens und der hohen Preise für flüssigen Rohstoff kommt weniger Milch als ursprünglich geplant zur Trocknung. Außerdem sind die Bestände, die in den Vorjahren in Europa vorhanden waren, abgebaut. Dem verringerten Angebot steht eine insgesamt normale Nachfrage gegenüber. Das Kaufinteresse am europäischen Binnenmarkt wird als umfangreich eingeschätzt. Hier gehen immer Anfragen ein und es kommen auch Abschlüsse zu Stande.
Die Nachfrage von den Exportmärkten ist uneinheitlich. In Asien macht sich die Corona-Pandemie, die sich dort in den letzten Monaten stärker ausgebreitet hat, teilweise etwas dämpfend bemerkbar. Im Mittleren Osten ist teilweise wieder mehr Kaufinteresse festzustellen. Die Knappheit an Frachtkapazitäten bzw. deren ungewöhnliche Verteilung über die verschiedenen Regionen der Welt erschwert das Geschäft, da sie einerseits zu starken Kostensteigerungen und andererseits zu Verzögerungen und Unwägbarkeiten hinsichtlich der Ankunftstermine führt.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität haben sich erneut fester entwickelt. Für Futtermittelware werden ebenfalls festere Preise erzielt, obwohl die Nachfrage derzeit vergleichsweise ruhig verläuft.
Für Vollmilchpulver wird die Nachfrage aus der europäischen Lebensmittelindustrie für kurz- und längerfristige Termine als gut eingeschätzt. Hier und da bieten sich in kleinerem Umfang auch Exportmöglichkeiten. Die hohen Sahnepreise und das niedrige Rohstoffaufkommen ziehen höhere Forderungen nach sich. Die Preise sind etwas uneinheitlich mit festerer Tendenz.
Am Markt für Molkenpulver hat die Nachfrage nach Futtermittelware zuletzt zugenommen und die Preise tendieren dem Vernehmen nach fester. Bei Lebensmittelware wird von einer guten Nachfrage am europäischen Binnenmarkt, aber einer(teilweise abwartenden Nachfrage an den Exportmärkten berichtet. Auch hier dürfte die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie in Asien eine Rolle spielen. Lebensmittelware wird weiter zu uneinheitlichen Preisen gehandelt.
Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

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