Russland: Moskau verlängert Förderprogramm CAPEX für die Milchbranche

Das russische Landwirtschaftsministerium hat das Förderprogramm CAPEX verlängert, das der Milchindustrie staatliche Unterstützung über eine Erstattung von direkten Kosten beim Bau landwirtschaftlicher Betriebe bietet. Ursprünglich hatte das Agrarressort geplant, die Fördermaßnahme ab 2022 einzustellen, um der konzessionierten Kreditvergabe an Landwirte den Vorzug zu gegen. Die stellvertretende Landwirtschaftsministerin Jelena Fastowa hob jetzt in einem Zeitungsinterview hervor, dass CAPEX insbesondere im Rahmen des Projekts „Exporte von Agrarprodukten“ eine sehr hohe Effizienz aufweise. CAPEX sei gezielt darauf gerichtet, Investoren anzuziehen, die Produktion zu steigern und Russlands Selbstversorgung mit Milch zu erhöhen. Deshalb werde das Förderprogramm fortgeführt. Fastowa wies darauf hin, dass in anderen landwirtschaftlichen Produktionsbereichen, in denen eine große Importabhängigkeit bestehe, ähnliche Maßnahmen verlängert würden. Das betreffe beispielsweise den Bau von Hybridzuchtzentren, Baumschulen, Gemüselagern sowie die Milchverarbeitung für Babynahrung. Der Generaldirektor der Nationalen Vereinigung der Milcherzeuger (Sojuzmoloko), Artem Below, begrüßte die Verlängerung von CAPEX. Nach seiner Ansicht hat das Programm durchaus das Potential, Russlands Selbstversorgung mit Milch innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre auf 100 % zu steigern. Momentan decke das Milchaufkommen 84 % des Inlandsbedarfs an Milchprodukten. CAPEX verstärke bei neuen Investitionen die Sicherheit und biete dadurch große Anreize, erklärte Below. In der aktuellen Wirtschaftslage sei dies besonders wichtig, denn im Zeitraum von April 2020 bis April 2021 seien die Kosten in der Milchproduktion und verarbeitung um 18 % gestiegen. Vor allem Futtermittel und Energie hätten sich stark verteuert. (AgE)

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