Fonterra zahlt für Premium-Milch

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra will ab dem 1. Juni 2021 einen Nachhaltigkeits-Bonus auszahlen. Farmer, die eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Milch produzieren, können zusätzlich bis zu 10 Cent pro Kilogramm Milchfeststoffe (kgMS) erlösen. Der Bonus ist Teil der Strategie der Genossenschaft, der neuseeländischen Milch einen Mehrwert zu verleihen. Fonterra reagiert damit auf die steigende Nachfrage der Kunden nach nachhaltig produzierter Milch.
„Wir erachten es als sinnvoll, die Milchfarmer finanziell zu belohnen, die sich die Mühe machen, unserer Genossenschaft bei der Differenzierung der Milch zu helfen“, ist aus Unternehmenskreisen zu erfahren. Welche Auflagen die Milchfarmer erfüllen müssen, um in den genuss des Bonus zu gelangen,das wird in den kommenden Monaten diskutiert. Sicher ist bislang nur die Obergrenze von10 Cent pro kgMS. (elite-magazin.de)

 

Raiffeisen-Genossenschaften steigern Bilanz um 2 %

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat  das Jahresergebnis 2019 der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft bekanntgegeben. Demnach erzielten seine 1.984 Mitgliedsunternehmen gemeinsam einen Umsatz von 64,9 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung um 2 % im Vergleich zum Jahr davor.
„Die Genossenschaften der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind eine Unternehmensgruppe, die Initiativen ergreift, Eigenverantwortung und Engagement zeigt. Dieses Selbstverständnis ist nicht nur die Ursache dafür, dass unseren Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr die positive Umsatzentwicklung gelungen ist. Es sorgt auch dafür, dass die Unternehmen in der aktuellen Krise ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen können“, sagt DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp.  Den größten Zuwachs verbuchten im Jahr 2019 die Unternehmen der Vieh- und Fleischwirtschaft. Sie steigerten ihren Umsatz um 9,1 % auf 7,2 Mrd. Euro. Ausschlaggebend dafür waren in erster Linie die Rekordpreise für Schlachtschweine.
Mit 37,5 Mrd. Euro machen die Unternehmen der Warenwirtschaft weiterhin den größten Anteil des Umsatzes aus. Sie steigerten ihr Ergebnis leicht um 1,3 % .
Ein Plus von 2,9 % verbuchten auch die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft. Ihr Umsatz belief sich auf gut 3,5 Mrd. Euro. Dabei haben gute Ergebnisse bei Zierpflanzen und Obst das leichte Minus bei Gemüse mehr als ausgeglichen. Wie im Vorjahr war auch 2019 die Vegetationszeit der Kartoffeln von Hitze und Dürre geprägt.
Auch die Milchwirtschaft verbuchte Zugewinne. Diese Unternehmensgruppe steigerte ihren Umsatz um 2,6 % auf 13,5 Mrd. Euro. Entscheidend waren gleichbleibende Anlieferungsmengen und ein relativ fester Milchpreis. Die leichte Abschwächung bei diesem war auf die geringeren Erlöse für Milchfett zurückzuführen, die durch Steigerungen bei anderen Produkten nicht vollständig kompensiert wurden.
Ebenfalls konstant entwickelte sich der Umsatz der genossenschaftlichen Weinwirtschaft. Sie verbuchte etwa 0,8 Mrd. Euro. Die Produkte der Winzer und Weingärtnergenossenschaften in Deutschland sind beim Verbraucher sowohl im In- als auch im Ausland weiterhin beliebt.
Einzig bei den Agrargenossenschaften ist der kumulierte Umsatz zurückgegangen. Er sank um 10 % auf 1,7 Mrd. Euro. Dies dürfte zum einen auf Mindererträge beim Getreide in verschiedenen Regionen zurückzuführen sein. Sie fielen mitunter so enttäuschend aus wie im Jahr 2018. Hinzu kamen geringere Erzeugerpreise. (Topagrar.com)

Agrarmärkte trotzen der Corona-Krise

Bei der Bewältigung der Corona-Krise hat die heimische Land- und Ernährungswirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ihre Stärken unter Beweis gestellt. „In den letzten Monaten waren die agrarischen Lieferketten unter Stress, haben aber gehalten“, stellte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken am vergangenen Donnerstag (18.6.) bei einer Videokonferenz fest, bei der er gemeinsam mit Experten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) ein Zwischenfazit zur Entwicklung wichtiger Agrarmärkte in der Corona-Pandemie gezogen hat. Glücklicherweise habe sich hierzulande keine Situation wie in den Vereinigten Staaten eingestellt. Dort seien Teile der Logistik sowie der Milch- und Fleischverarbeitung zeitweise komplett ausgefallen, was für riesige Probleme auf den US-Farmen gesorgt habe, erklärte Krüsken.
Am Milchmarkt hat die Corona-Krise nach Angaben des AMI-Bereichsleiters Milch, Andreas Gorn, indes deutliche Spuren hinterlassen. Als erstes sei dies bei Magermilchpulver sichtbar geworden, wo es von Mitte Februar bis Ende April einen Preiseinbruch von 25 % gegeben habe. Gründe dafür seien vor allem der Absatzrückgang in China sowie Logistikprobleme im Transport gewesen. Seit Mai zögen die Preise jedoch wieder an, da sich die Einkäufer mit günstiger Ware eindecken wollten, berichtete Gorn. Bei Butter habe es während des Corona-Lockdown durch Hamsterkäufe eine starke Verschiebung der Nachfrage zur Päckchenbutter und zu Lasten der Blockware gegeben. Auch die Butterpreise hätten zuletzt wieder fester tendiert. Im Käsegeschäft machte sich laut Gorn der Nachfrageausfall von Großverbrauchern, Auslandskunden und im Außer-Haus-Verzehr negativ bemerkbar, während Kleinpackungen in den Läden verstärkt gefragt waren. Die Ware habe bei diesen verschiedenen Absatzwegen aber nicht einfach umdisponiert werden können, stellte der Marktexperte klar. Ob sich die zuletzt wieder festeren Preistendenzen bei Milchprodukten verstetigen, muss Gorn zufolge abgewartet werden. Dafür sprächen die saisonal abnehmende Milchproduktion, die bezuschusste Private Lagehaltung (PLH) sowie bessere Kontraktabschlüsse mit dem Lebensmittelhandel. Allerdings sei auch mit Kaufkraftverlusten durch die angeschlagene Wirtschaftslage zu rechnen, was den Außer-Haus-Verzehr und den Export dämpfen dürfte. (
AgE)

Mehrwertsteuersenkung: Lebensmittelpreise sinken rein rechnerisch um 2 Prozent

Wie hoch der Preisabschlag für die Verbraucher in Deutschland bei ihrem Lebensmitteleinkauf ab Juli ausfallen wird, ist offen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 15. Junimitteilte, dürfte die zur Stärkung der Binnennachfrage angekündigte Mehrwertsteuersenkung von 19 % auf 16 % beziehungsweise von 7 % auf 5 % bei vollständiger Weitergabe an die Verbraucherinnen und Verbraucher einen Rückgang der Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um durchschnittlich 1,9 % verursachen. Alkoholische Getränke und Tabakwaren dürften sich demnach um 2,5 % verbilligen. Destatis stellte zu seinen Berechnungen fest, dass rund 70 % der im Warenkorb enthaltenen Güter mit dem vollen Steuersatz von 19 % oder dem ermäßigten Steuersatz 7 % behaftet seien. Dagegen seien rund 30 % aller Güter von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. Deshalb werde sich die Mehrwertsteuersenkung auf die einzelnen Gütergruppen unterschiedlich auswirken. Beispielweise seien Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben hätten, nicht betroffen. Inwieweit die für Juli angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben werde, sei derzeit noch unklar, da eine vollständige Weitergabe nicht gesetzlich verordnet sei, schränkten die Wiesbadener Statistiker ein. Auch seien die tatsächlichen Auswirkungen auf die Inflationsrate nur schwer abschätzbar, da die Preisentwicklung insgesamt auch von vielen anderen Effekten bestimmt werde. Destatis verwies auf zwei aktuelle Beispiele: Anfang Januar 2020 sei der Mehrwertsteuersatz für Bahnfahrkarten im Fernverkehr, für E-Books und für Hygieneprodukte wie Tampons von 19 % auf 7 % gesenkt worden. Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Verbraucherpreise seien unterschiedlich ausgefallen. So seien zum Beispiel die Preise für Hygieneprodukte schon im Vorfeld der Steuersenkung zurückgegangen. Die Preise für Bahnfahrkarten für den Fernverkehr seien im Januar 2020 um 10,0 % gesunken. (AgE)

DMK Group meldet stabile Geschäftsentwicklung 2019

Die DMK Group blickt trotz eines massiven Unternehmensumbaus auf ein stabiles Geschäftsjahr 2019 zurück und sieht sich für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Wie das Molkereiunternehmen am 18. Junianlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Geschäftsberichts weiter mitteilte, lag sein Umsatz 2019 mit 5,8 Mrd Euro über dem Vorjahresniveau von 5,6 Mrd Euro. Die Eigenkapitalquote blieb mit 30 % nahezu stabil. Der Jahresüberschuss fiel mit 24,5 Mio Euro zwar geringer aus als 2018 mit 30,6 Mio Euro. Die Genossenschaft wertete dieses Ergebnis unter den gegebenen Bedingungen aber als „solide“. Die DMK Group hat das vergangene Jahr dem Bericht zufolge dazu genutzt, viele der im Rahmen der Neuausrichtung eingeleiteten Maßnahmen umzusetzen und abzuschließen. So habe man in das neue Werk in Strückhausen für Babymilchpulver und in einen neuen Pulverturm in Beesten investiert. Darüber hinaus sei das bisherige Joint Venture DVN in den Niederlanden vollständig in den Besitz der DMK Group übergegangen. In Russland sei der Bau eines neuen Werks für Spezialitätenkäse angestoßen worden. Als weitere Maßnahmen, die 2019 umgesetzt worden seien, nannte das Unternehmen Fortschritte bei der Konsolidierung der Eissparte und den Erwerb von Alete, mit dem man das Markengeschäft gestärkt habe. Neben einer Vielzahl an Projekten habe die Genossenschaft zum Jahresbeginn 2019 auch einen größeren Milchmengenverlust verarbeiten müssen, der über Werkschließungen, Werklohnmodelle und einer veränderten Sortimentspolitik aufgefangen worden sei. Im laufenden Jahr will die DMK Group weiter an der Kostenreduzierung arbeiten, während die getätigten Investitionen der zurückliegenden Jahre jetzt Früchte tragen sollen.
Damit will der CEO des Unternehmens, Ingo Müller, im Geschäftsjahr 2020 auch die Lücke im Auszahlungspreis schließen und den Schnitt der Vergleichsmolkereien erreichen. Das Jahr 2019 habe allen – den Landwirten, den Mitarbeitern der DMK Group und der gesamten Branche – enorm viel abverlangt. „Unser Auszahlungspreis war 2019 nicht da, wo wir ihn haben wollten“, räumte Müller ein. Mit dem abgelaufenen Jahr habe man aber hinter zahlreichen Themen, die belastet hätten, einen Haken machen können. Der grundsätzliche Umbau der DMK Group sei jetzt abgeschlossen. Durch die Corona-Krise sei die Genossenschaft bisher relativ gut gekommen. Er sei stolz auf die Mitarbeiter und Landwirte, die trotz der schwierigen Umstände jeden Tag ihr Bestes gäben, so der CEO. Die Aussichten für die Branche hellten sich inzwischen auf. Das absolute Niveau des Milchpreises für die Landwirte sei aber deutlich zu niedrig.
„Wir werden alles daran setzen, die positiven Marktsignale auch für die Landwirte spürbar umzusetzen“, versicherte Müller. Nach der Krise wolle die DMK Group auch wieder verstärkt die anstehenden Veränderungsprojekte vorantreiben. Um weiter Kosten zu senken, werde beispielsweise das Programm „Pacesetter“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Lieferbeziehungen und Dienstleistungsverträge zu optimieren. Auch stehe die Steuerungsfähigkeit des Unternehmens 2020 im Fokus. Dabei helfe die unter dem Programm „One Finance“ begonnene Transformation des Finanzbereichs. Nach Angaben des CFO der DMK Group, Dr. Frank Claassen, zielt die Unternehmensstrategie darauf ab, das Unternehmen unabhängiger von Marktschwankungen zu machen. Das könne zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass mehr hochmargige Produkte und weniger Standardware angeboten würden. Der Geschäftsbericht steht online zur Verfügung. Die ursprünglich für Ende dieses Monats angesetzte Vertreterversammlung der DMK Group wird dem Unternehmen zufolge wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich auf den Herbst verschoben. (AgE)

Gute Noten für QS-Auditoren

 Im Rahmen der regelmäßig erfolgenden Umfrage bei auditierten Betrieben im System der QS Qualität und Sicherheit GmbH haben die zugelassenen Auditoren von den Befragten durchweg sehr gute Noten erhalten. „Wenn mehr als 98 % der befragten QS-Systempartner mit der Durchführung ihrer regelmäßigen Audits zufrieden sind, dann haben beide – auditierter Betrieb und Auditor – offenbar sehr viel richtig gemacht“, erklärte QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff am Dienstag vergangener Woche (16.6.) in Bonn. Die positive Rückmeldung zeige, dass bei den regelmäßigen Kontrollen die objektive und fachliche Bewertung der täglichen Qualitätssicherung in den Betrieben im Vordergrund stehe. Laut QS attestierten 99 % der mehr als 2 000 rückmeldenden Teilnehmer den Auditoren ein freundliches Auftreten. Ähnlich positive Bewertungen gab es im Hinblick auf deren fachliche Kompetenz sowie auf die Verständlichkeit ihrer Erläuterungen. Insgesamt waren 98 % der Betriebe mit der Durchführung der Audits vor Ort zufrieden; 2,4 % sahen Raum für Verbesserungen. Vor allem in Sachen Digitalisierung wünschten sich manche Befragte Fortschritte, etwa in Form einer digitalen Eingabe der Audit-Checkliste oder einer Optimierung der Suchfunktion in der QS-Datenbank. Auch die Zufriedenheit mit der Arbeit im QS-Verbund war Teil der Befragung. Dabei zeigten sich fast 88 % der Betriebe davon überzeugt, dass die Teilnahme am QS-System ihre eigene betriebliche Qualitätssicherung unterstütze. Befragt hatte QS alle Unternehmen – vom Landwirt bis zur Ladentheke – die 2019 auditiert wurden. Auch die ausländischen Systempartner waren eingebunden, so dass beispielsweise 39 Betriebe aus den Niederlanden und 30 Betriebe aus Polen an der Umfrage teilnahmen. Sogar aus den USA und aus Thailand kamen ausgefüllte Fragebögen zurück. Gut die Hälfte aller Rückmeldungen stammte von Erzeugern oder Landwirten. Aktuell beginnen laut QS die jährlichen Stichprobenaudits. Diese fänden als vertrauensbildende Maßnahme für das QS-System zusätzlich zu den regulären Kontrollen statt, mit dem Ziel, die Branche vor Ausreißern in den eigenen Reihen zu schützen. Die Stichprobenaudits würden risikoorientiert ausgewählt und in der diesjährigen Corona-Situation kurzfristig angekündigt, damit Auditor und Betriebsleiter die notwendigen Hygieneregeln für das Audit absprechen könnten. (AgE)

IG-Milchbarometer steigt auf 32,9 Cent

Ende Mai steigt das IG-Milchbarometer gegenüber dem Vormonat um 6,2 Cent auf 32,9 ct/kg Milch. Das ist die Folge von Preissteigerungen für Butter und Magermilchpulver an der Warenterminbörse EEX.
Die IG-Milchbarometerkurve hat sich im Mai wieder deutlich nach oben verschoben. Das Barometer ist ein Frühindikator der möglichen künftigen Entwicklung des Milchmarktes. Der Wert berechnet sich aus den Börsenkursen der zukünftigen zwölf Monate.
Die steigenden Erwartungen an die Milchpreisentwicklung hängen mit den weltweiten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen und der damit verbundenen steigenden Nachfrage zusammen. Auch die Logistikprobleme im internationalen Handel sind minimiert. Die Nachfrage im Foodservice in Europa steigt wieder und auch die Private Lagerhaltung trägt derzeit zur Stabilisierung bei. Dennoch sind die Rezessionsängste in die damit verbundene mittel- bis längerfristig schwächere Nachfrage nach Milchprodukten nicht verschwunden. Viele Marktbeobachter gehen deshalb nach wie vor hohen Marktunsicherheiten aus.
Das ife Institut in Kiel berechnet das IG-Milchbarometer im Auftrag der Interessengemeinschaft genossenschaftliche Milcherzeugung (IG Milch) und des Deutschen Raiffeisenverbandes. Die Preise sind definiert für Rohmilch ab Hof mit 3,4 % Eiweiß und 4 % Fett ohne Mehrwertsteuer. Die Werte berechnet das Institut aufgrund der Preise für Butter und Magermilchpulver an der EEX Börse in Leipzig. Es ist keine Prognose für zukünftige Milchauszahlungspreise, sondern soll der Markteinschätzung und Orientierung dienen. (Topagrar.com)

Internationale Preise sind gestiegen

Auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade stieg der Preis in dieser Woche um 1,9 % auf 2.979 $/t. Der Preisindex ging um weitere 19 auf 919 Punkte zurück.
Fünf Produkte legten im Preis leicht zu: Cheddar (+1,4 % auf 3.613 $/t), Wasserfreies Milchfett (+0,8 % auf 3.993 $/t), Laktose (+0,4 % auf 1.290 $/t), Magermilchpulver (+3,1 % auf 2.609 $/t) und Vollmilchpulver (+2,2 % auf 2.829 $/t). Der Preis für Butter (-1,0 % auf 3.597 $/t) ist gesunken. Buttermilchpulver und Süßmolkenpulver wurden nicht verhandelt/angeboten. Fonterra stellte den Verkauf von Casein auf der GDT im Mai zu Gunsten anderer Vertriebswege ein. Die gehandelte Menge lag mit 21.410 t erneut unter dem Niveau der vergangenen Auktion (21.968 t). (topagrar.)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 10. Juni

Ende Mai hat in Deutschland der saisonale Rückgang des Milchaufkommens eingesetzt. Die Molkereien erfassten in der 22. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,5 % weniger Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung zum Vorjahresniveau ging damit auf 1,0 % zurück. Aktuell wird von weiteren Rückgängen der Milchmenge berichtet. In Frankreich hat sich der Rückstand zum Vorjahresniveau gleichzeitig auf 2,2 % vergrößert.
Am Markt für flüssigen Rohstoff waren die Preise zuletzt weitgehend unverändert. Einzelne Partien Magermilchkonzentrat und Industrierahm wurden in der vergangenen Woche leicht schwächer gehandelt als in der Woche zuvor. Nach wie vor wird über eine gute Nachfrage aus Italien nach Versandmilch berichtet.
Bei Magermilchpulver ist aktuell ein ruhigerer Marktverlauf zu beobachten als noch vor wenigen Wochen. Es gehen zwar weiter Anfragen bei den Werken ein und es werden zahlreiche Gespräche geführt. Zuletzt sind aber überwiegend nur wenige neue Abschlüsse zu Stande gekommen. Für das kommende dritte Quartal sind umfangreiche Aufträge in den Büchern und die Abnehmer verfügen auch bereits über eine gewisse Deckung. Für das vierte Quartal ist man bei unterschiedlichen Preisvorstellungen von Anbietern und Einkäufern im Moment aber recht zurückhaltend und agiert abwartend.
Am Weltmarkt verläuft die Nachfrage aus dem arabischen Raum auch nach dem Ende des Ramadans weiterhin ruhiger. Hier dürfte auch die für EU-Exporteure ungünstige Entwicklung des Dollarkurses eine Rolle spielen. Die Anmeldungen für die Private Lagerhaltung haben zuletzt zugenommen. In der ersten Juniwoche wurden EU-weit insgesamt 3.327 t angemeldet, davon 2.260 t in Deutschland. Dies war die größte Menge in einer Woche seit Beginn der Maßnahme. Insgesamt wurden in der EU seit dem 7. Mai 9.114 t angemeldet.
Die Verfügbarkeit von Magermilchpulver ist unterschiedlich, wobei die höheren Qualitäten in größerem Umfang verkauft sind. Die Preise für Lebensmittelware sind teilweise etwas uneinheitlicher geworden und bewegen sich im Schnitt weiter auf dem Niveau der Vorwoche. Bei Futtermittelware wird von unveränderten Preisen berichtet.
Die Lage am Markt für Vollmilchpulver ist Anfang Juni ruhig und die Aktivitäten sind derzeit beschränkt. Es werden hier und da Verhandlungen geführt, in geringem Umfang auch für Exporte. Die aktuellen Preisforderungen für deutsche Ware sind schwierig durchzusetzen. Es wird weiterhin von günstigeren Offerten aus anderen EU-Ländern berichtet.
Am Markt für Molkenpulver hat das Angebot an Futtermittelware zuletzt zugenommen. Es wird von stabilen bis leicht schwächeren Preisen berichtet. Bei Lebensmittelware besteht aktuell Kaufinteresse für das dritte Quartal. Diese Termine werden dem Vernehmen nach zu etwas festeren Preisen gehandelt. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta)

Verschiedene Ansätze für mehr Lebensmittelsicherheit

Tipps zur Küchenhygiene hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Welttag der Lebensmittelsicherheit gegeben, der am 7. Juni begangen wurde. Die meisten Krankheitserreger in Lebensmitteln seien hitzeempfindlich, weshalb Speisen mindestens zwei Minuten lang auf 70°C oder mehr erwärmt werden sollten, erklärte BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Das gelte auch für tiefgekühlte Beeren, weil diese vermehrungsfähige, kälteresistente Noroviren enthalten könnten. Roh genossene Lebensmittel wie Salat und Obst sollten gründlich gewaschen werden. Außerdem sei darauf zu achten, verzehrfertige Speisen nicht mit rohen oder ungewaschenen Produkten in Kontakt zu bringen. Der TÜV Süd wies zum Aktionstag auf die Bedeutung von Zertifizierungen für die Lebensmittelsicherheit hin. Zusätzlich zu den verpflichtenden staatlichen Regelungen gebe es freiwillige Zertifizierungen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgingen und nicht nur die Produkte, sondern auch die Produktionsprozesse umfassten. Die Einhaltung der Standards werde meistens im Rahmen von Audits überprüft. Die Entwicklung und Durchsetzung von weltweit harmonisierten und anerkannten Standards und die Transparenz in der gesamten Lieferkette hält der TÜV Süd für entscheidend, um das Verbrauchervertrauen in die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln zu fördern. Zertifizierungen hätten einen wesentlichen Anteil daran, weltweit Lieferketten transparent zu machen sowie die gleichbleibende Qualität von Lebensmitteln zu gewährleisten. Die Grünen im Bundestag erneuerten unterdessen ihre Forderung nach einem Kontrollbarometer oder einem Hygienesmiley, mit dem die Kontrollergebnisse direkt am Betrieb für den Verbraucher sichtbar gemacht werden. Es sei das Recht der Verbraucher zu wissen, wie sauber die Küche im Lieblingsrestaurant wirklich sei, erklärte die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen, Renate Künast. Ferner warnte sie vor Gütesiegeln auf Lebensmitteln. Mit Siegeln, die in Wirklichkeit Industriewerbung seien und die Produkte teurer machten, verspiele die Lebensmittelbranche das Vertrauen der Verbraucher. (AgE)

Mehr Sicherheit bei Nahrungsergänzungsmitteln gefordert

Sichere Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln haben die Koalitionsfraktionen im Bundestag von der Europäischen Union gefordert. Klare Regelungen für die Zulassung und die Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln seien zum Schutz der Verbraucher national und europaweit zwingend erforderlich, erklärten die zuständige Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ingrid Pahlmann, und die ernährungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ursula Schulte, jetzt in einem gemeinsamen Brief an EU-Gesundheitskommissarin Dr. Stella Kyriakides. Dazu brächten die Koalitionsfraktionen demnächst einen eigenen Antrag in den Bundestag ein. „Mit unserer Initiative wollen wir mehr Sicherheit und Klarheit in den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel bringen und somit den gesundheitlichen Verbraucherschutz stärken“, so die beiden Abgeordneten. Ferner müssten die Konsumenten über den Gebrauch und die Auswirkungen hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel aufgeklärt werden. Eine solche Informationskampagne könne möglichen Erkrankungen durch zu hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel vorbeugen. Steigende Absatzzahlen und ein gewisser Wildwuchs machten deutlich, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. (AgE)

Tackmann fordert Systemwechsel in der Milchpolitik


Als einen Systemfehler, der geändert werden muss, hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, die aus ihrer Sicht „ungerechte Verteilung von Gewinnen und Risiken“ entlang der Lieferkette Milch angeprangert. Bei kaum einem Zweig der Landwirtschaft sei der Systemfehler so offen erkennbar wie bei der Milch, insbesondere nach der Abschaffung der Milchquoten im April 2015. „Was als Befreiung gefeiert wurde, hat sich als das herausgestellt, was es ist: Die endgültige Auslieferung der Milcherzeuger an die Macht von Molkerei- und Lebensmittelkonzernen“, kritisierte die Linken-Politikerin anlässlich des internationalen Tags der Milch am 1. Juni. „Die strategische Orientierung auf möglichst billig produzierte Milch für den Weltmarkt ist sozial und ökologisch, aber auch ökonomisch eine Sackgasse“, stellte Tackmann weiter fest. Die Folge seien nicht kostendeckende Erzeugerpreise zu Lasten der Tiere und der Bauern. Deshalb müsse die Milchmenge nachfrageorientiert und solidarisch gesteuert werden. „Mehr Wertschöpfung aus der Milch und ihre regionale Verarbeitung und Vermarktung sind gut für uns alle“, betonte die Agrarsprecherin. Die strukturelle Ursache der Marktmacht einiger weniger Molkerei- und Lebensmittelkonzerne sollte laut Tackmann durch ein gemeinwohlorientiertes Kartellrecht korrigiert werden. Darüber hinaus werde ein kooperatives Wirtschaftssystem gebraucht, in dem solidarische Regeln gelten und durchgesetzt würden. Die angekündigte Meldestelle für unlautere Handelspraktiken müsse endlich kommen, reiche aber nicht aus. „Regelungen für Mindestpreise für Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs können genauso zur Stabilisierung der systemrelevanten Teile der Landwirtschaft beitragen wie ein Werbeverbot mit Dumpingpreisen“, erklärte die Politikerin der Linken. Neben Hofläden und Milchtankstellen müsse auch eine klare und wahre Kennzeichnung den Mehrwert der regionalen Produktion sicherstellen.
Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board spricht ebenfalls von „systembedingten Fehlsteuerungen im Milchmarkt“ und fordert in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner entsprechende Änderungen. Durch die Corona-Krise drohe eine weitere Milchkrise, und die Produktionsmenge müsse jetzt durch eine verpflichtende Drosselung heruntergefahren werden, verlangt die MEG. Auf eine Einigung der Branche könne nicht gewartet werden, und Maßnahmen wie Intervention und private Lagerhaltung seien als Kriseninstrumente ungeeignet, da sie nur Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpften. Das Milch Board befürwortet deshalb die Umsetzung der Vertragspflicht nach Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO); dies sei die einzige Möglichkeit, Milchmengen dauerhaft und marktgesteuert in den Griff zu bekommen. Deshalb sei die „RoadMap Milch & Markt“ erarbeitet worden. Diese beinhalte die vertragsgebundene Milchvermarktung, die Bündelung zu Milcherzeugergemeinschaften, eine Reformierung der Andienungspflicht sowie den Dialog der Beteiligten. Generell müsse es in der Milchpolitik wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen hin zu nachhaltigeren Produktionsprozessen geben, wofür die Politik die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen habe, heißt es in dem Schreiben. Es könne nicht sein, dass die Kosten der Milcherzeugung, wie in den vergangenen Jahren, dauerhaft unter den erzielbaren Preisen lägen. (AgE)

Ernährungswirtschaft spürt Folgen der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat im März bei den Unternehmen der Ernährungsbranche deutliche Spuren in den Büchern hinterlassen. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am 3. Juni berichtete, stieg der Umsatz aufgrund der damaligen Hamsterkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,5 Prozent auf insgesamt 17,5 Mrd. €. Die Zuwächse sind laut BVE allerdings ausschließlich auf eine um 17,2 Prozent höhere Absatzmenge im Inland sowie gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen. Im Ausland sei der Absatz hingegen aufgrund der erschwerten Handelsbedingungen und der geringeren Nachfrage um 1,7 Prozent auf 5,3 Mrd. € zurückgegangen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank im März im Vorjahresvergleich um 3,5 Prozent. Das krisenbedingte Umsatzplus im Inland trug jedoch der BVE zufolge in den Wochen darauf nicht zu einer besseren Stimmung in der Ernährungswirtschaft bei. Der Saldo des monatlich erscheinenden ifo-Geschäftsklimaindex lag im Mai 2020 mit minus 17,6 Punkten den dritten Monat in Folge im negativen Bereich und erholte sich nur leicht vom Vormonatswert. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich im Mai abermals und fiel um 9,5 Punkte auf einen neuen Tiefstwert von minus 20,8 Punkten. Die Geschäftserwartung der nächsten Monate lässt jedoch auf leichte Besserung hoffen. Zwar lag der Saldo mit minus 14,4 Punkten weiterhin im negativen Bereich, konnte sich aber im Vergleich zum April leicht erholen. Auf Seiten der Verbraucher zeigten sich im Mai die Auswirkungen der Corona-Krise ebenfalls deutlich, wenn auch die Konjunktur- und Einkommenserwartung im Vormonatsvergleich an Punkten dazugewinnen konnten. Mit minus 23,1 Punkten lag der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) um 25,4 Punkte unter dem Wert des Vormonats. Ungeachtet dessen rechnet die Gfk mit einer Erholung der der Verbraucherstimmung und prognostiziert für Juni einen Indexwert von „nur noch“ minus 18,9 Punkten. (AgE)

Lebensmittelverband unterstreicht Bedeutung von Verpackungen

Zum „Tag der Verpackung“, der am 4. Juni begangen wurde, hat der Lebensmittelverband Deutschland auf die zentrale Rolle von Verpackungen zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung hingewiesen. „Ohne geeignete Verpackungen sind Lebensmitteltransport und -verteilung nicht möglich“, stellte Dr. Sieglinde Stähle aus der Wissenschaftlichen Leitung des Lebensmittelverbandes klar. Verpackungen schützen Lebensmittel vor Licht, Feuchtigkeit und Verunreinigungen und trügen so dazu bei, dass die Lebensmittel ihre Qualität und Frische behielten und länger haltbar seien. So könnten Lebensmittelverluste reduziert werden. Nach Stähles Angaben arbeitet die Industrie kontinuierlich an einer Optimierung der Materialauswahl und der Vermeidung von Verpackungsmüll. Dabei gelte im Sinne der Effizienz und Nachhaltigkeit: So wenig Verpackung wie möglich, so viel wie nötig. Wegen der Schutzfunktion der Verpackung könne aber nicht gänzlich auf sie verzichtet werden, betonte die Expertin. Deshalb gehe es auch darum, Verpackungen so zu verbessern, dass die Materialien in weiten Teilen – wenn nicht sogar im besten Fall vollständig – recycelt und wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden könnten. Eine Option sei hier die Nutzung von mehr Mehrwegverpackungen. Außerdem forsche die Lebensmittelbranche an alternativen Materialien, beispielsweise auf der Basis von Bambus, Gras, Zuckerohr oder Maisstärke. Stähle erinnert allerdings auch die Verbraucher an deren eigene Verantwortung. Sie könnten das Sammeln und richtige Sortieren von Verpackungen aktiv unterstützen oder selbst Mehrwegboxen und -becher verwenden. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 3. Juni

Das Milchaufkommen bewegte sich gegen Ende Mai in Deutschland noch am saisonalen Höhepunkt. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 21. Woche 0,3 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Damit wurde das Vorjahresniveau um 1,1 % überschritten. Erfahrungsgemäß geht das Milchaufkommen üblicherweise ab der vierten Maiwoche saisonal zurück. In Frankreich wurde das Vorjahresniveau zuletzt um 1,6 % unterschritten. Die Preise für Industrierahm und Magermilchkonzentrat sind vor Pfingsten gestiegen. Nach dem langen Pfingstwochenende ist der Handel zunächst ruhig angelaufen. Die Nachfrage nach Versandmilch von italienischer Seite hat angezogen.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist als ruhig und fest zu bezeichnen. Überwiegend wird berichtet, dass die Aktivitäten, was neue Abschlüsse betrifft, aktuell recht ruhig sind. Dies wird darauf zurückgeführt, dass viele Marktakteure die Pfingsttage für einen Kurzurlaub genutzt haben oder noch nutzen. Für den Juni und auch für das dritte Quartal stehen die Produktionsmengen aber ohnehin weitestgehend unter Kontrakt, so dass das verfügbare Angebot ohnehin sehr gering ist.
In der Lebensmittelindustrie besteht nach wie vor Kaufinteresse für sehr langfristige Termine. Hier gehen aber die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern weiterhin auseinander und es kommen aktuell nur wenige Abschlüsse zu Stande. Für die Private Lagerhaltung wurden in der Woche bis zum 31. Mai 2020 EU-weit 989 t angemeldet. Damit belaufen sich die Anmeldungen seit dem 7. Mai 2020 insgesamt auf 5.787 t. Für den Weltmarkt wird ebenfalls über einen ruhigen Geschäftsverlauf berichtet. Nachfragen gehen weiterhin aus China ein, wohingegen aus den arabischen Ländern seit dem Ende des Ramadans bislang kaum neue Impulse zu verzeichnen sind. Diese werden aber kurzfristig erwartet.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität sind zuletzt bei der geringen Verfügbarkeit weiter gestiegen. Auch Futtermittelware wird zu festeren Preisen gehandelt.
Sehr ruhig ist der Markt für Vollmilchpulver. Die Nachfrage ist zurückhaltend. Dies gilt für den europäischen Markt und noch stärker für Anfragen vom internationalen Markt. Die Preise bewegen sich weiter in der Bandbreite der Vorwoche und sind innerhalb der EU uneinheitlich. Bei Molkenpulver ist eine kontinuierliche Nachfrage nach Futtermittelware vorhanden, wobei sich die Preise zuletzt etwas schwächer entwickelt haben. Die Nachfrage nach Lebensmittelware ist je nach Destination unterschiedlich. Das Kaufinteresse aus China wird als gut eingeschätzt. Bei Lebensmittelware sind die Preise uneinheitlich. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/Preisermittlung Dauermilchwaren)

Kalt Maschinenbau AG: CGS neue Eigentümerin

Der industrielle Investor CGS übernimmt die Kalt Maschinenbau AG („Kalt“) von der bisherigen Eigentümerfamilie Winkler. CGS baut mit Kalt eine neue Industriegruppe im Bereich Käsereitechnik auf. Unternehmensangaben zufolge soll  das Wachstums der letzten Jahre fortgesetzt werden. Durch weitere Internationalisierung sollen bestehende Märkte ausgebaut und neue Märkte aufgebaut, das Produkteportfolio erweitert und das Servicegeschäft gestärkt werden.
Kalt ist einer der  international führenden Spezialisten für Käserei-, Molkerei- und Verfahrenstechnologie. Das 1962 gegründete Unternehmen mit Sitz im ostschweizerischen Lütisburg entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für einen weltweiten, breiten Kundenkreis, von der traditionell arbeitenden Käserei bis zum industriell fertigenden Produktionsbetrieb mit  Fokus auf Technologie, Qualität und Automatisierung.
Nachdem die Geschwister Nadine und Stephan Winkler das Unternehmen 2006 nach dem Tod ihres Vaters Roman Winkle, übernommen und seit 2010 operativ geführt haben,  möchten sie sich  beruflich neu orientieren und haben sich deshalb dazu entschlossen, ihr Unternehmen in die Hände von CGS zu übergeben. Beide bleiben für eine Übergangszeit in ihren heutigen operativen Funktionen tätig, Stephan Winkler verbleibt auch im Verwaltungsrat.
Stephan Winkler zufolge sei es Teil der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern, frühzeitig über die Unternehmensnachfolge nachzudenken.
 Mit der CGS sei ein starken und erfahrenen Investor gefundenworden, der dem Unternehmen Eigenständigkeit, Wachstum und den nächsten Entwicklungsschritt ermögliche.
CGS ist eine unabhängige, erfahrene Investmentfirma mit Sitz in Pfäffikon SZ, Schweiz. CGS ist darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen im industriellen Umfeld zu internationalen Gruppen zu entwickeln. Seit 1999 investieren CGS Fonds in Plattformunternehmen in den deutschsprachigen Ländern Europas sowie in ergänzende Akquisitionen weltweit. Aktuell wird aus dem vierten Fonds investiert, in welchem die Akquisition von Kalt die fünfte Plattform-Investition darstellt.

Bauernverband fordert Rückführung auf 4,5 Prozent

Der Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums, an der für dieses Jahr geltenden Umschichtung von 6 % der Direktzahlungsmittel in die Zweite Säule auch 2021 festzuhalten, hat in den Verbänden erwartungsgemäß ein gespaltenes Echo ausgelöst. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erteilt einer erneuten Anhebung des zu Beginn der Förderperiode beschlossenen Satzes von 4,5 % eine Absage. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) spricht sich hingegen für eine weitaus kräftigere Erhöhung aus.
Der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling erinnerte gegenüber AGRA-EUROPE an den Vorschlag der Europäischen Kommission aus der vergangenen Woche, die EU-Mittel für die Zweite Säule deutlich anzuheben. „Es ist also nicht mehr mit einer Kürzung der Mittel in der Zweiten Säule ab 2021 zu rechnen, eher mit einer Anhebung“, stellte Hemmerling fest. Damit sei der Grund für die Anhebung der Umverteilung von 4,5 % auf 6 % Prozent entfallen. Dem stellvertretenden Generalsekretär zufolge sollte die Umverteilung in die Zweite Säule daher im nächsten Jahr wieder auf 4,5 % zurückgenommen werden.
Demgegenüber fordert der BUND, den im EU-Recht gesetzten Rahmen von 15 % im Jahr 2021 voll auszuschöpfen. Dies diene dazu, den Einstieg in die zu erwartenden höheren Umweltanforderungen für die EU-Agrarpolitik in der nächsten Förderperiode vorzubereiten. Da diese wahrscheinlich erst zum 1. Januar 2023 beginnen werde, sei ein darauf ausgerichteter Übergang umso notwendiger, argumentiert der Umweltverband. (AgE)

Tackmann fordert Systemwechsel in der Milchpolitik

Als einen Systemfehler, der geändert werden muss, hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, die aus ihrer Sicht „ungerechte Verteilung von Gewinnen und Risiken“ entlang der Lieferkette Milch angeprangert. Bei kaum einem Zweig der Landwirtschaft sei der Systemfehler so offen erkennbar wie bei der Milch, insbesondere nach der Abschaffung der Milchquoten im April 2015. „Was als Befreiung gefeiert wurde, hat sich als das herausgestellt, was es ist: Die endgültige Auslieferung der Milcherzeuger an die Macht von Molkerei- und Lebensmittelkonzernen“, kritisierte die Linken-Politikerin anlässlich des gestrigen internationalen Tags der Milch.
„Die strategische Orientierung auf möglichst billig produzierte Milch für den Weltmarkt ist sozial, ökologisch aber auch ökonomisch eine Sackgasse“, stellte Tackmann weiter fest. Die Folge seien nicht kostendeckende Erzeugerpreise zu Lasten der Tiere und der Bauern. Deshalb müsse es strategisch darum gehen, dass Kühe unter guten Bedingungen möglichst lange lebten und die Milchmenge nachfrageorientiert und solidarisch gesteuert werden könne. „Mehr Wertschöpfung aus der Milch und ihre regionale Verarbeitung und Vermarktung sind gut für uns alle“, betonte die Agrarsprecherin.
Die strukturelle Ursache der Marktmacht einiger weniger Molkerei- und Lebensmittelkonzerne sollte laut Tackmann durch ein gemeinwohlorientiertes Kartellrecht korrigiert werden. Darüber hinaus werde ein kooperatives Wirtschaftssystem gebraucht, in dem solidarische Regeln gelten und durchgesetzt würden. Die angekündigte Meldestelle für unlautere Handelspraktiken müsse endlich kommen, reiche aber nicht aus.
„Regelungen für Mindestpreise für Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs können genauso zur Stabilisierung der systemrelevanten Teile der Landwirtschaft beitragen wie ein Werbeverbot mit Dumpingpreisen“, erklärte die Politikerin der Linken. Neben Hofläden und Milchtankstellen müsse auch eine klare und wahre Kennzeichnung den Mehrwert der regionalen Produktion sicherstellen. Milchbetriebe sollten endlich auf Augenhöhe mit den anderen Teilen der Lieferkette verhandeln können. (AgE)

Internationaler Tag der Milch im Zeichen von Corona


Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig eine zuverlässige regionale Erzeugung und Versorgung mit Butter, Käse und anderen hochwertigen Milchprodukten ist. Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich des internationalen Tags der Milch hingewiesen, der seit 2001 am 1. Juni in weltweit mehr als 40 Ländern begangen wird. „20 Jahre Internationaler Tag der Milch stehen symbolisch für Zuverlässigkeit und eine langfristig angelegte, gesunde Ernährung mit dem Lebensmittel Milch“, erklärte DBV-Milchpräsident Karsten Schmal. Es sei zu wünschen, dass die Verbraucher ihre Wertschätzung für dieses tolle Produkt häufiger auch an der Ladentheke entsprechend ausdrücken würden. „Besonders in den letzten Monaten wurde das Bewusstsein für die Versorgungssicherheit und regionale Lebensmittel deutlich gestärkt“, stellte Schmal fest. Dabei seien Milch und Milchprodukte in ihrer Vielfalt für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht wegzudenken. Dies zeige auch die um mehr als 10 % gestiegene Nachfrage der Haushalte an Milch und Milchprodukten in den letzten Monaten. Der internationale Tag der Milch werde 2020 trotz Corona-Krise in Zusammenarbeit mit den Landesbauernverbänden und den Landesvereinigungen für Milch gefeiert – diesmal allerdings kaum auf öffentlichen Plätzen, sondern hauptsächlich über Online-Aktionen. Aber auch dabei könnten Landwirte mit Verbrauchern, Schulklassen, Politikern und Medien über moderne Milchkuhhaltung und das Lebensmittel Milch in den virtuellen Dialog kommen.
Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg betonte ebenfalls die Bedeutung der regionalen Erzeugung und Verarbeitungskapazitäten für die Versorgung in Brandenburg und Berlin. Aufgrund der prekären Rahmenbedingungen hätten jedoch in den vergangenen Jahren viele Milchbauern aufgeben müssen. Seit 2015 haben dem Verband zufolge mehr als 100 Betriebe die Milcherzeugung eingestellt. „Um die regionale Versorgung mit Milch zu sichern, fordern wir die nachhaltige Stärkung der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette“, betonte LBV-Vorstand Lars Schmidt. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hob die gesundheitlichen Vorteile von Milch und Milchprodukten hervor. Diese gehörten zu einer vollwertigen Ernährung dazu, was insbesondere für Kinder und Jugendliche mit ihrem Kalziumbedarf gelte. So spielten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Milch und Milchprodukte eine wichtige Rolle für die Nährstoffversorgung. Vielen Studien zufolge gehe der Konsum im Rahmen der Verzehrempfehlungen nicht mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einher. Einzelne Milchinhaltsstoffe würden sogar mit einer schützenden Wirkung bei verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht, berichtete der RLV. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern machte deutlich, dass sich laut Forschungsergebnissen der Dozentin Jennifer Löbel von der Hochschule Neubrandenburg die Haltungsbedingungen für Milchkühe seit Jahren sukzessive verbessert hätten und viele Tiere Platz, Luft und Weidegang genössen. Landesbauernpräsident Detlef Kurreck kritisierte, dass die Erzeuger trotz Tierwohlengagement derzeit nicht mal 30 Cent/kg Milch erhielten. „Das ist beschämend und bringt viele Milchbauern in Existenznot. Zur Wertschätzung eines Lebensmittels wie der Milch gehört auch ein kostendeckender Preis, von dem auch der Erzeuger etwas hat“, so Kurreck.
Viele milchwirtschaftliche Organisationen in den Bundesländern mussten aufgrund der Corona-Epidemie ihre geplanten Vor-Ort-Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Milch absagen. Stattdessen hat die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Vereinigungen (GML) ein Milchglas rund 1 600 km online durch Deutschland reisen lassen und damit die verbindende Wirkung der Milch zwischen Stadt und Land, Jung und Alt sowie zwischen Landwirten und Verbrauchern zum Ausdruck gebracht. Organisationen aus acht Bundesländer haben das Video gemeinsam auf den Weg gebracht und das Milchglas über die Landesgrenzen weitergereicht. „Von den Meeren bis zu den Alpen, vom Rhein bis zur Oder – In Deutschland leben auf etwa 60 000 Milchviehbetrieben knapp 4 Mio Kühe“, erläuterte GML-Vorsitzender Jan Heusmann. Ihm zufolge sollte mit dem Clip ausgedrückt werden, dass Milch auch in Corona-Zeiten alle zusammenhält. Zu sehen ist der Kurzfilm auf „milchwirtschaft.com“ und den Internetseiten der beteiligten Milchorganisationen. Die Zuschauer sind aufgerufen herausfinden, in welcher Reihenfolge die Bundesländer zu sehen sind und können Preise gewinnen, beispielsweise einen Urlaub auf einem Milchbauernhof. Zur Stärkung der heimischen Gastronomie verteilen der Bayerische Milchförderungsfonds (MFF) und der milch.bayern e.V. im Freistaat 11 000 Gutscheine im Gesamtwert von 1,1 Mio Euro als Zeichen des Zusammenhalts. Die Betriebe können die Gutscheine im Wert von jeweils 100 Euro im Internet herunterladen und im Großhandel für bayerische Milchprodukte einlösen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) haben anlässlich des Weltmilchtages einen Richtungswechsel in der Milchmarktpolitik gefordert. Klima- und umweltverträgliche Milcherzeugung sowie wirtschaftliche Perspektiven auf den Bauernhöfen seien klar vereinbar, wenn der politische Rahmen stimme. „Die Gesellschaft fordert mehr Klimaschutz und Artenvielfalt. Bäuerinnen und Bauern sind bereit, ihre Höfe dahin weiterzuentwickeln, wenn sie für ihre Produkte auch angemessen entlohnt werden“, erklärte die AbL-Milchsprecherin Elisabeth Waizenegger. Um den Verwerfungen durch die Corona-Krise am Milchmarkt zu begegnen, forderte sie ein EU-weites Programm zur freiwilligen Mengenreduzierung mit Entschädigungen für die Erzeuger. BUND-Vorsitzender Olaf Bandt hält eine Mengenreduktion ebenfalls für sinnvoller, als „auf Preisstürze immer wieder mit der Unterstützung privater Lagerhaltung zu reagieren“. Ziel sollte eine nachhaltige und bedarfsgerechte Milcherzeugung sein, die nicht wie jetzt auf importiertes und klimaschädliches Soja aus Übersee setze, sondern auf heimisches Eiweißfutter. Statt die Agrarpolitik weiter auf Exporte, Dumping und den Weltmarkt auszurichten, würden mehr Kühe auf der Weide, artgerechte Haltung und Fütterung benötigt. Das helfe nicht nur dem Tierwohl, sondern erhalte wichtiges Grünland und schütze das Klima und die Biodiversität. (AgE)

Internationaler Tag der Milch im Zeichen von Corona – EMB

Das European Milk Board (EMB) nutzte den internationalen Milchtag, um für einen sozialen und ökologisch nachhaltigen Milchsektor zu werben. Dazu zähle, dass die Milch und deren Produkte zu kostendeckenden Preisen verkauft würden und die Landwirte von ihrer Arbeit leben könnten. „Wir spüren überall in der Gesellschaft, dass der Wunsch nach Wandel zu einer sinnvollen und fairen Lebensweise sehr stark geworden ist“, erklärte EMB-Vorsitzender Erwin Schöpges. Die EU-Kommission versuche mit ihren Vorschlägen zum Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie den Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Die Erzeuger bräuchten aber nicht erst in Zukunft, sondern jetzt Maßnahmen für kostendeckende Preise, faire Einkommen und eine verbesserte Position in der Wertschöpfungskette. Keinesfalls dürften Kosten durch erhöhte Auflagen entstehen, die an den Erzeugern hängen blieben, betonte Schöpges. Die EMB-Vizevorsitzende Sieta van Keimpema stellte fest, dass in der bisherigen Farm-to-Fork-Strategie sowie der aktuellen Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch nicht ersichtlich sei, „wie die Erzeugersituation in der Praxis stabilisiert und nicht noch weiter verschlimmert werden soll“. Dafür ist laut EMB eine Abkehr von der preisdrückenden Überschusssituation und Billigexporten nötig. Zudem würden ein wirksames Kriseninstrument wie das Marktverantwortungsprogramm mit Elementen einer Milchdrosslung bei Marktkrisen benötigt. (AgE)