Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 10. Juni

Ende Mai hat in Deutschland der saisonale Rückgang des Milchaufkommens eingesetzt. Die Molkereien erfassten in der 22. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,5 % weniger Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung zum Vorjahresniveau ging damit auf 1,0 % zurück. Aktuell wird von weiteren Rückgängen der Milchmenge berichtet. In Frankreich hat sich der Rückstand zum Vorjahresniveau gleichzeitig auf 2,2 % vergrößert.
Am Markt für flüssigen Rohstoff waren die Preise zuletzt weitgehend unverändert. Einzelne Partien Magermilchkonzentrat und Industrierahm wurden in der vergangenen Woche leicht schwächer gehandelt als in der Woche zuvor. Nach wie vor wird über eine gute Nachfrage aus Italien nach Versandmilch berichtet.
Bei Magermilchpulver ist aktuell ein ruhigerer Marktverlauf zu beobachten als noch vor wenigen Wochen. Es gehen zwar weiter Anfragen bei den Werken ein und es werden zahlreiche Gespräche geführt. Zuletzt sind aber überwiegend nur wenige neue Abschlüsse zu Stande gekommen. Für das kommende dritte Quartal sind umfangreiche Aufträge in den Büchern und die Abnehmer verfügen auch bereits über eine gewisse Deckung. Für das vierte Quartal ist man bei unterschiedlichen Preisvorstellungen von Anbietern und Einkäufern im Moment aber recht zurückhaltend und agiert abwartend.
Am Weltmarkt verläuft die Nachfrage aus dem arabischen Raum auch nach dem Ende des Ramadans weiterhin ruhiger. Hier dürfte auch die für EU-Exporteure ungünstige Entwicklung des Dollarkurses eine Rolle spielen. Die Anmeldungen für die Private Lagerhaltung haben zuletzt zugenommen. In der ersten Juniwoche wurden EU-weit insgesamt 3.327 t angemeldet, davon 2.260 t in Deutschland. Dies war die größte Menge in einer Woche seit Beginn der Maßnahme. Insgesamt wurden in der EU seit dem 7. Mai 9.114 t angemeldet.
Die Verfügbarkeit von Magermilchpulver ist unterschiedlich, wobei die höheren Qualitäten in größerem Umfang verkauft sind. Die Preise für Lebensmittelware sind teilweise etwas uneinheitlicher geworden und bewegen sich im Schnitt weiter auf dem Niveau der Vorwoche. Bei Futtermittelware wird von unveränderten Preisen berichtet.
Die Lage am Markt für Vollmilchpulver ist Anfang Juni ruhig und die Aktivitäten sind derzeit beschränkt. Es werden hier und da Verhandlungen geführt, in geringem Umfang auch für Exporte. Die aktuellen Preisforderungen für deutsche Ware sind schwierig durchzusetzen. Es wird weiterhin von günstigeren Offerten aus anderen EU-Ländern berichtet.
Am Markt für Molkenpulver hat das Angebot an Futtermittelware zuletzt zugenommen. Es wird von stabilen bis leicht schwächeren Preisen berichtet. Bei Lebensmittelware besteht aktuell Kaufinteresse für das dritte Quartal. Diese Termine werden dem Vernehmen nach zu etwas festeren Preisen gehandelt. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta)

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