The Netherlands: RFC and B&J – no further cooperation

In Holland, almost fifty dairy farmers that were farming under special conditions of the caring dairy program and were delivering their milk to the dairy cooperative Royal FrieslandCampina for further delivering to Ben & Jerry’s had to stop producing this milk because RFC and B&J did not continue their cooperation. One of the reasons is that because of brexit B&J is collecting and processing more milk in Great Britain. Another Dutch dairy cooperative Cono will continue delivering milk to B&J.

Schweiz: Käse-Rückruf

Die Käserei Vogel AG hat im Rahmen von internen Kontrollen Bakterien im Käse sowie der Produktionsstätte nachgewiesen. Die Produkte des Schweizer Unternehmens gelangten laut des europäischen Schnellwarnsystems RASFF neben der Schweiz auch nach Deutschland. Außerdem könnten sie in Belgien in Umlauf gekommen sein.
Vom Konsum der Produkte wird dringend abgeraten*. Bei den nachgewiesenen Bakterien handelt es sich nämlich um Listerien (serotype 4B, ST6). Die stäbchenförmigen Bakterien, die auch in französischem Käse gefunden wurden, könnten mitunter tödlich enden.
Diese Produkten sind betroffen
Insgesamt könnten mehrere Produkte vom Bakterienbefall* betroffen sein. Hierbei ist wichtig, dass es sich dabei um Käse mit der Betriebsnummer CH-5707 handelt. Diese ist auf der Verpackung nachgewiesen. Konkret könnten folgende Produkte betroffen sein.
Bärlauch-Rahmkäse, Bio Knoblauch-Rahmkäse, Bio Pfeffer-Rahmkäse, Bio Schafbergkäse, Bio Schafbrie, Bio Schafmutschli, Bio Ziegenkäse, Bio Brie, Brie de-luxe/Brie Bloc, Brie Tomate, Brie Carré, Chnobli Chäs, Denner Bergkäse aus der Innerschweiz, Grottenkäse, Pfeffer-Rahmkäse „Don Pepe“, Rauch-Chäsli, Steinerberger Bio Bergkäse, Steinerberger Mutschli, Steinerberger viertelfett, Tell Geisskäse, Ur-Schwyzer Bergkäse (Swiss Knife Valley), Urschwyzer halbfett, Urschwyzer Kräuterkäse, Wildspitz-Bergkäse, Wildspitzkäse Bio Rahm, Ziegenfrischkäse, Ziegenkäse A.X.V., Migros Deutschschweiz (außer Migros Genossenschaften Wallis und Aare), Bio Schafkäse (Offenverkauf), Käseplättli mild, Steinerberger halbfett, Steinerberger viertelfett (Offenverkauf) und Zuger Wildspitzkäse.

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 13. Mai

In Deutschland ist die Milchanlieferung zuletzt entgegen der saisonalen Entwicklung leicht zurückgegangen. In der 18. Woche erfassten die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % weniger Milch als in der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde damit um 0,4 % überschritten. In Frankreich lag die erfasste Milchmenge gleichzeitig um 0,8 % unter der Vorjahreslinie.
Am Markt für flüssigen Rohstoff sind die Preise für Industrierahm und Magermilchkonzentrat zuletzt gestiegen. Die Ankündigungen über die Lockerung der Corona-Restriktionen in Europa haben der Nachfrage offensichtlich Impulse gegeben.
Bei Magermilchpulver halten die festeren Markttendenzen derzeit an. Das verfügbare Angebot in Deutschland für Mai und Juni ist trotz der teilweise ausgeweiteten Produktion begrenzt, da im Vorfeld umfangreiche Mengen kontrahiert wurden. In den letzten Wochen ist es nochmals zu verstärkten Deckungskäufen gekommen. Aktuell werden die bestehenden Kontrakte ausgeliefert und vorrangig Verhandlungen für das zweite Halbjahr 2020 geführt. Bei den Käufern aus der europäischen und internationalen Lebensmittelindustrie besteht ein starkes Kaufinteresse für längerfristige Termine. Auch die Möglichkeit der privaten Lagerung hat die Nachfrage teilweise noch etwas stimuliert. Allerdings gehen die Preisvorstellungen für spätere Lieferungen von Einkäufern und Verkäufern spürbar auseinander, so dass es schwierig ist, sich zu einigen.
Auch vom Weltmarkt besteht weiterhin Kaufinteresse. Jedoch ist derzeit aus den USA eine verstärkte Konkurrenz mit sehr wettbewerbsfähigen Preisen zu spüren. Generell besteht eine gewisse Unsicherheit, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird und wie sich die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Milchpulver darstellen werden. Magermilchpulver in Lebensmittelqualität wird aktuell stabil bis etwas fester gehandelt. Futtermittelware tendiert ebenfalls etwas fester.
Die Lage am Markt für Vollmilchpulver ist recht ruhig. Derzeit kommen nur wenig neue Abschlüsse zu Stande und die Preisvorstellungen der Anbieter stoßen auf Widerstand. Am Weltmarkt bieten sich derzeit nur wenig Absatzmöglichkeiten. Die Preise haben in Deutschland zuletzt etwas nachgegeben. Innerhalb der EU sind sie weiter uneinheitlich.
Bei Molkenpulver sind stabile Tendenzen bei begrenzter Produktion zu beobachten. Lebensmittelware wird am Binnenmarkt bei stabilen Preisen kontinuierlich nachgefragt, während die Nachfrage für Exporte teilweise als abwartend eingeschätzt wird. Futtermittelware tendiert bei normaler Nachfrage stabil bis leicht fester. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu/)proplanta)

BDM kritisiert Beschlüsse der Agrarminister

Mit den Beschlüssen der Agrarministerkonferenz zum Milchmarkt spielen die Agrarministerinnen und Agrarminister von Bund und Ländern Roulette mit der Existenz der Milchviehhalter, so der BDM in einer Presseerklärung. Die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz zum Milchmarkt bestätigten die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung als vermeintlich geeignetes Kriseninstrument für den Milchmarkt. Darüber hinaus setzten die Ministerinnen und Minister auf freiwillige, unternehmensbezogene Milchmanagementmodelle und verwiesen auf die Sektorstrategie 2030 der deutschen Milchwirtschaft, die nun mit Leben zu füllen sei.
„Wer angesichts einer globalen Milchmarktkrise mit prognostizierten Marktstörungen bis weit ins Jahr 2021 hinein erneut auf freiwillige, einzelbetriebliche Mengenmanagementmodelle der Molkereien setzt, obwohl die so genannte Branche seit zwölf Jahren in allen vergangenen Milchkrisen in dieser Hinsicht mit schöner Regelmäßigkeit versagt, setzt mit vollem Bewusstsein die Existenz unzähliger Milchviehbetriebe aufs Spiel“, so der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Die Milch-Beschlüsse dieser AMK seien ein Kniefall vor der Milchindustrie und ein Fußtritt für die Milchviehhalter. „Die Agrarministerinnen und Agrarminister wissen sehr genau, dass die Sektorstrategie 2030 der deutschen Milchwirtschaft unzureichend ist, dass ihre Umsetzung noch nicht ansatzweise fortgeschritten ist. Was möglicherweise ein Versuch sein soll, die Branche stärker unter Druck zu setzen, geht voll auf Kosten der Milchviehhalter“, sagt Mann. Die Sektorstrategie 2030 der Milchwirtschaft enthalte nicht ein Instrument, das geeignet wäre, globale Marktkrisen in den Griff zu bekommen – nur ein Grund, warum der BDM diese Sektorstrategie nicht mitgezeichnet hat.
Die Marktpartner der Molkereien orientierten sich in Preisverhandlungen nach der Marktlage, die sie von globalen Milchproduktpreisen ableiten und nicht daran, welche Märkte die jeweilige Molkerei bedient. Der Appell der Ministerinnen und Minister an alle Wirtschaftsbeteiligten, sich solidarisch zu verhalten und gemeinsam nach Auswegen aus der Krise zu suchen sei der blanke Hohn für die Milchviehhalter. Mann bekräftigt: „Die Milchüberschüsse sollen also nur von den Milchviehhaltern bereinigt werden, die das Pech haben, an eine Molkerei zu liefern, deren Absatzmärkte überwiegend im Großkunden- oder Exportsektor sind? Das ist weder zumutbar, noch realistisch, noch wirksam – und vor allem auf keinen Fall solidarisch.“ (topagrar.com)

Österreich: Preisstabilität bei Milch im LEH „erster Schritt für neues Verständnis“

Die Ankündigung des Lebensmittelhandelskonzerns Rewe in Österreich, die Milchpreise stabil zu halten, ist von Vertretern des landwirtschaftlichen Berufsstandes begrüßt worden. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, sprach 5. Mai von einem ersten Schritt für ein „neues Verständnis von Zusammenarbeit“ zwischen den Sektoren. Ein „Österreich-Pakt“ für mehr regionale Lebensmittel sei das ideale Zukunftsinstrument für Landwirtschaft, Verarbeitungswirtschaft und Arbeitnehmer. Wissenschaftliche Studien belegten, dass ein Mehr an heimischen Lebensmitteln ein spürbares Plus an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen bedeute. Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Situation sei ein klares Bekenntnis aller Beteiligten zu einem solchen Pakt positiv für die gesamte Gesellschaft, so Moosbrugger. Zugleich forderte er gemeinsam mit Bauernbund-Präsident Georg Strasser den Handel auf, im Sinne von Planbarkeit, Preisstabilität und Sicherheit die Zusage bis zum Herbst gelten zu lassen. Moosbrugger und Strasser wiesen in dem Zusammenhang darauf hin, dass Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit ihren Molkereien bereits erste Schritte gesetzt hätten, um die Märkte zu entlasten. „Diesen Weg wollen wir weitergehen und erwarten uns dabei auch finanzielle Hilfe durch die EU-Agrarpolitik. Denn sie hat es in der Hand, eine freiwillige Rücknahme von Liefermengen zu unterstützen“, betonte der Kammerpräsident. Strasser kündige an, er werde den Dialog mit den Handelsketten fortführen. Ziel sei es, den österreichischen Familienbetrieben eine Perspektive zu bieten. Das funktioniere nur, „wenn wir jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen, Systeme und Denkmuster umbauen und somit mehr Wertschätzung für österreichische Lebensmittel generieren“. Das Rennen um den billigsten Preis bei Lebensmitteln könne und dürfe nicht die Lehre aus der Krise sein. (AgE)

Stimmung in der Ernährungsindustrie bricht drastisch ein

Die Corona-Krise macht auch vor der deutschen Ernährungswirtschaft nicht halt. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am 5. Mai berichtete, ist die Stimmungslage bei den Unternehmen der Branche im April regelrecht eingebrochen. Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex musste deutliche Verluste hinnehmen und lag für April bei minus 26,7 Punkten, nach minus 1,2 Punkten im März. Mit einem Saldo von minus 11,3 Punkten fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sogar um 27,7 Punkte schlechter aus als noch im Vormonat und bewegte sich erstmals im negativen Bereich. Neben dem Geschäftsklima korrigierten die Unternehmen auch ihre kurz- und mittelfristigen Geschäfts- und Exporterwartungen deutlich nach unten. Die Verbraucherstimmung ging in der Aprilerhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ebenfalls deutlich zurück. Dabei mussten sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung starke Einbußen hinnehmen. Der Konsumklimaindex der GfK erreichte im April 2020 nur 2,3 Punkte und verlor damit 6,0 Punkte im Vormonatsvergleich. In Anbetracht der aktuellen Situation rechnet das Marktforschungsunternehmen mit einem weiteren Rückgang der Verbraucherstimmung und prognostiziert für Mai einen Indexwert von minus 22,4 Punkten.
In der Preisentwicklung machte sich die Corona-Krise bislang nicht im selben Maß bemerkbar. So legten die Lebensmittelpreise im März gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,2 Prozent zu, die allgemeinen Verbraucherpreise ebenfalls um 0,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich fiel der Preisanstieg mit 3,8 Prozent bei den allgemeinen und mit 1,5 Prozent bei den Lebensmittelpreisen ebenfalls noch moderat aus. Bei den Rohstoffpreisen der Ernährungsindustrie zeigte sich im März 2020 eine gegenläufige Entwicklung. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel gab im Vergleich zum Vormonat um 3,3 Prozent nach und erreichte 91,7 Punkte. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich der Index jedoch um 6,9 Prozent.
Nach Angaben der BVE erwirtschaftete die deutsche Ernährungsindustrie im noch nicht von der Corona-Krise betroffenen Monat Februar 2020 einen Umsatz von 15,0 Mrd. € und konnte damit das Vorjahresergebnis um 6,9 Prozent steigern. Der Zuwachs sei auf eine gestiegene Absatzmenge von 2,6 Prozent sowie auf höhere Verkaufspreise im In- und Ausland zurückzuführen, erläuterte die Bundesvereinigung. Ein gutes Drittel des Umsatzes entfiel ihr zufolge auch im Februar auf den Export, der sich einmal mehr als Ertragsstütze erwiesen habe. Insgesamt seien Lebensmittel im Wert von 5,1 Mrd. € ins Ausland geliefert worden und damit 6,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zeitgleich habe jedoch der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex im Vorjahresvergleich um 1,0 Prozent nachgegeben. (AgE)

EMB zieht freiwilligen Lieferverzicht der PLH vor

Für einen freiwilligen Lieferverzicht, aber gegen Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH) von Milchprodukten haben sich die beim European Milk Board (EMB) zusammengeschlossenen Milcherzeuger ausgesprochen. „Die Entscheidung, der Milchkrise mit dem Instrument der Privaten Lagerhaltung zu begegnen und keinen Lieferverzicht auf EU-Ebene zu koordinieren, ist falsch“, erklärte der EMB-Vorsitzende Erwin Schöpges und erteilte damit den am 4. Mai von der EU-Kommission vorgestellten Marktmaßnahmen eine klare Absage. Brüssel hat PLH-Beihilfen für Magermilchpulver, Butter und Käse. Während der EU-Milchmarkt aktuell wieder überschwemmt werde und die Preise auf Talfahrt seien, könne nur eine EU-weite Reduktion der produzierten Milchmenge Entspannung bringen, so Schöpges. Das Einlagern von bereits verarbeiteten Produkten wie Milchpulver, Butter und Käse würde hingegen den Preisdruck für die Erzeuger nicht verringern, da diese Produkte weiter ein Bestandteil des zu hohen Angebots an Milcherzeugnissen seien. Die EU-weiten Milchproteste am 7. Mai rechtfertigte Schöpges damit, dass die Milcherzeuger ihrer Enttäuschung über „die aktuelle fehlerhafte Entscheidung“ von Brüssel Ausdruck verleihen wollten. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Mitglied im EMB, protestierte unter anderem in Berlin mit einer „über 2 m hohen Milchpyramide aus über 300 Milchpulversäcken“ zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt gegen die „unzureichenden Krisenmaßnahmen“. Vielmehr brauche es eine verbindliche EU-weite Reduzierung der Milchüberschüsse, um schnell und wirksam massive Wertschöpfungsverluste für die Milchviehhalter verhindern zu können, erklärte der BDM. Dagegen bezeichnete Bayerns Landwirtschaftsministerin Michela Kaniber die Einlagerungshilfen als „richtigen Schritt“: Die Förderung der Privaten Lagerhaltung von Milchprodukten durch die EU sei die richtige Antwort auf die momentane Situation. (AgE)

Rukwied fordert Beteiligung am Wiederaufbau nach der Corona-Krise

Einen stabilen EU-Agrarhaushalt und eine Beteiligung der Land- und Forstwirtschaft an den Maßnahmen zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA), Joachim Rukwied, gefordert. Vor dem Hintergrund einer neuen Vorlage für einen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 2021 bis 2027 mahnte der Bauernpräsident am 7. Mai gegenüber Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen an, das Agrarbudget zügig zu verabschieden: „Außergewöhnliche Umstände brauchen außergewöhnliche Maßnahmen.“ Laut Rukwied benötigen die Bauern finanzielle Planungssicherheit, um die Landwirtschaft zu stabilisieren und damit die Ernährungsversorgung für ganz Europa zu gewährleisten. Er bekräftigte daher die Forderung nach einem „starken und angemessenen Budget“ für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) innerhalb des kommenden MFR. Zudem unterstrich der DBV-Präsident mit Blick auf das geplante Wiederaufbauprogramm der EU die Einbeziehung der Land- und Forstwirtschaft, „um einen Anreiz für dringend benötigte Investitionen im Agrarsektor zu geben“. Als COPA-Präsident vertritt Rukwied laut DBV rund 60 europäische Bauernverbände und damit mehr als 10 Mio. landwirtschaftliche Betriebe in der Europäischen Union. (AgE)

Lebensmittel am Weltmarkt erneut preiswerter

Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind im April zum dritten Mal in Folge gesunken. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am 7. Mai in Rom mitteilte, rutschte der von ihr berechnete Preisindex über alle betrachteten Warengruppen hinweg gegenüber März 2020 um 3,4 Prozent auf 165,5 Punkte; das war der niedrigste Stand seit Januar 2019. Begründet wurde die negative Entwicklung im März vor allem mit negativen Effekten der Corona-Pandemie. Insbesondere die Zuckernotierungen entwickelten sich laut FAO erneut sehr schwach. Der entsprechende Teilindex verringerte sich im April gegenüber dem Vormonat um 14,6 Prozent auf 144 Punkte. Belastend habe hier vor allem die Erwartung gewirkt, dass die Zuckererzeugung wegen des Verfalls der Energiepreise zu Lasten der Ethanolproduktion steigen dürfte. Außerdem sei die Zuckernachfrage wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen in vielen Ländern zurückgegangen. Der FAO-Preisindex für Pflanzenöl fiel im Monatsvergleich um 5,2 Prozent auf 131,8 Punkte. Als Gründe nannten die Experten aus Rom hier mit Blick auf Palmöl die niedrigen Rohölpreise und eine höher als erwartete Erzeugung in Malaysia. Die Raps- und Sojaölpreise hätten insbesondere nachfragebedingt nachgegeben. Für den Subindex der Milcherzeugnisse meldete die FAO ein Minus von 3,6 Prozent auf 196,2 Punkte. Den Fachleuten zufolge verbilligten sich Butter sowie Mager- und Vollmilchpulver wegen einer schwachen Importnachfrage bei einem gleichzeitig reichlichen Angebot. Derweil gab der FAO-Index für die globalen Fleischpreise um 2,7 Prozent auf 168,8 Punkte nach. Alle Fleischarten hätten sich verbilligt, und zwar als Folge eines coronabedingten Einbruchs der Importnachfrage, so die Organisation. Allein der Getreidepreisindex konnte sein Vormonatsniveau mit 164 Punkte knapp halten. Allerdings verteuerte sich Weizen laut den Experten in Rom im Zuge einer regen Importnachfrage und der raschen Ausschöpfung der Exportquote Russlands für Staaten außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Dagegen habe sich Mais angesichts eines umfangreichen Exportangebots bei einer gleichzeitig schwachen Nachfrage deutlich verbilligt. (AgE)

Bayerische Milchbranche leidet unter Corona-Krise

Nicht nur die bayerischen Gastwirte und ihre Beschäftigten trifft die Corona-Krise hart; auch die gesamte Milchwirtschaft im Freistaat hat unter den Folgen des Shutdowns und dem Wegbrechen des Außer-Haus-Verzehrs zu leiden. Darauf hat der Bayerische Milchförderungsfonds (MFF) am 5. Mai aufmerksam gemacht und gemeinsam mit der Gastronomie, dem Braugewerbe und dem Lebensmittelhandwerk klare Signale von der Politik für Wege aus der Krise gefordert. Nach Angaben des MFF werden nur rund 40 Prozent der Milchprodukte in Fachgeschäften oder Supermärkten verkauft; der größere Anteil von 60 Prozent finde normalerweise Abnehmer im Export oder komme Außer-Haus auf den Tisch. Seitdem Gastrobetriebe geschlossen und Volksfeste abgesagt seien, entfalle jedoch dieser wichtige Vermarktungsweg, und der verlorene Absatz könne nicht mehr aufgeholt werden. Auch beim Export bayerischer Spezialitäten, vom Käse bis zum Bier, gebe es Einbußen, weil die Gastronomie in den Urlaubsregionen ebenfalls von Sperrungen betroffen sei, beklagte der Verband. Der aktuelle Shutdown bedeute für die Molkereien massive Erlöseinbußen; den Milcherzeugern drohe ein spürbarer Preisverfall und die gesamte mittelständische Struktur im bayerischen Lebensmittelsektor sei bedroht. „Die Bauernfamilien brauchen jetzt klare Signale zur Öffnung der wichtigen Absatzwege neben den Supermärkten und Discountern“, betonte der Vorsitzende des MFF-Verwaltungsbeirats, Alfred Enderle. Ohne eine ausgewogene Öffnungsstrategie drohe ein massiver Preisverfall für die Bauernfamilien, denn gerade die gehobene Gastronomie sei ein wichtiger Partner in der Vermarktung der Spezialitäten aus Milch und Fleisch. Enderle wies darauf hin, dass Bayerns Milchwirtschaft solidarisch und schlagkräftig auf die Corona-Pandemie reagiert habe. Die gesamte auf den Höfen erzeugte Milch sei abgeholt und komplett verarbeitet worden. Mit jeder Verlängerung des Shutdowns werde das jedoch schwieriger. Die Schwächung der Wirtschaft verringere die Kaufkraft der Menschen, wodurch auch der Milchmarkt nachhaltig unter Druck gerate. (AgE)

Regionale Produkte in Corona-Zeiten gefragt

Lebensmittel aus der Region erfreuen sich in Zeiten von Corona einer wachsenden Beliebtheit. Wie das Landvolk Niedersachsen am 4. Mai mitteilte, verzeichnen die Direktvermarkter nicht nur Umsatzzuwächse, sondern können auch viele Neukunden begrüßen. „Seit der Corona-Pandemie sind über die Wochen- und Bauernmärkte sowie in Hofläden die Umsätze um 20  bis 30 Prozent gestiegen und stagnieren jetzt auf einem höheren Niveau als vor der Corona-Zeit“, berichtet die Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter (VND), Elke Sandvoß. Anfänglich seien vor allem haltbare Produkte gekauft worden, wobei es auch zu Hamsterkäufen gekommen sei. Nun griffen Kunden in den Hofläden wieder verstärkt zur Frischware. Aufgrund des aktuellen Engpasses bei den Saisonkräften zur Pflanz- und anstehenden Erntezeit rechnen die Hofläden dem Landesbauernverband zufolge mit einem knapperen Angebot bei Obst und Gemüse. Sie hoffen, dass die freiwilligen Kräfte einiges auffangen werden, damit die Verbraucher weiterhin frische Produkte aus der Region und aus Niedersachsen genießen können. Während sich mehrere Direktvermarkter über neue Stammkunden freuen können, hadern laut Sandvoß andere, da ihnen die Gastronomie als Abnehmer für ihre regionalen Produkte und Spezialitäten fehlt. Diese Betriebe hätten die finanziellen Hilfsprogramme des Landes in Anspruch genommen und das Geld in der Regel schnell und unproblematisch innerhalb von drei bis zehn Tagen erhalten. Wo sich der nächste Hofladen befindet, können Interessierte schnell im Internet herausfinden. (www.service-vom-hof.de) (AgE)

Great Britain: Covid-19 impact on dairy industry

In the United Kingdom as in other countries the Covid-19 resulted for the dairy industry in the almost complete loss of the food service and hospitality market. This has led to some dairy farmers with no other option but to dispose of milk on farm, despite of shortages in a few supermarkets. Other farms are affected by reduced farmers milk prices. The private dairy Müller is asking all of its supplying farmers to co-operate in a milk volume reduction plan for a limited period of time to try and prevent the prospect of non-collection of milk off farms. Müller is requesting to reduce milk production by three percent immediately and until the end of May 2020.

Denmark: tax on consumers price of mik

The Danish Council on Climate Change has proposed to put a tax of two Danish crown (26 eurocent) per litre on the consumers price of milk, 20 crown (2.60 euro) per kilogram on the consumers price of cheese and 26 crown (3.38 euro) per kilogram on the consumers price of beef. This with the aim to decrease consumption to lower the exhaust of green gases of Danish dairy and beef farming and industry.

Finland: production data 2019 of average dairy cow

In Finland in 2019 the average dairy cow produced with milk 355 kilogram protein per year (+10 kg compared to 2018 ) in percent 3.57 % (+0,05%) and  431 kg fat (+9 kg), 4.34 %  (+0,04)
• the average somatic cell count was 171 000 cells per ml  (-5000)
• the average live weight was 638 kg (+ 8 kg)
• the average calving interval was 408 days
• they average needed 1.93 inseminations/calving
• the average lifetime yield of culled cows was 29 449 kilograms milk
• the average lifetime yield of living cows was 22 811 kilograms milk

Rukwied will eine stärkere Gewichtung der Ernährungssicherheit

Für eine Neujustierung der Agrarpolitik der EU-Kommission in der geplanten „From-Farm-to-Fork“-Strategie und der Biodiversitätsstrategie mit einem stärkeren Fokus auf die Ernährungssicherheit setzt sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA), Joachim Rukwied, ein. In einem Schreiben an den geschäftsführenden Kommissionsvizepräsidenten Frans Timmermans und Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius fordert Rukwied eine bessere Balance zwischen der Ökonomie der landwirtschaftlichen Betriebe und den Umweltanforderungen. Nachdrücklich unterstreicht er zudem die Bedeutung einer unabhängigen Europäischen Lebensmittelproduktion.
„Ernährungssicherheit wird oft als selbstverständlich angesehen, aber sie muss zusammen mit einer gut funktionierenden Lebensmittelversorgungskette innerhalb des EU-Binnenmarktes als ein Thema von höchster Priorität betrachtet werden“, konstatiert der deutsche und europäische Bauernpräsident. Er macht darüber hinaus deutlich, dass die Nachhaltigkeit, die Bekämpfung des Klimawandels und der Schutz der Artenvielfalt im Eigeninteresse der Landwirte lägen. Zudem sei ein entsprechendes Vorgehen inzwischen in die Betriebsabläufe integriert.
Mit Bezug auf die bereits bekanntgewordenen Maßnahmen und geplanten Einschnitte innerhalb der „From-Farm-to-Fork“-Strategie und Biodiversitätsstrategie appelliert Rukwied: „In diesen unsicheren Zeiten müssen neue Maßnahmen behutsam ausgewählt werden, um die landwirtschaftlichen Betriebe und Genossenschaften nicht zu überfordern und somit zukunftsfähig zu halten.“
Insbesondere ein verpflichtendes Reduktionsziel für Betriebsmittel wie Pflanzenschutz- und Düngemittel sei weder realistisch noch zielführend im Hinblick auf die Qualität der Lebensmittel und die zur Versorgung der Bevölkerung notwendige Menge. Überdies pocht Rukwied darauf, die Lehren aus der Corona-Krise auch in die politischen Strategien der EU einfließen zu lassen. Beide Vorhaben sollten nach Auffassung des COPA-Präsidenten daher frühestens zum Ende des Jahres vorgestellt werden.
Auch die Europäische Volkspartei (EVP) im Europaparlament hatte eine Verschiebung auf einen Termin nach der Sommerpause verlangt. Unterdessen verlautete aus gut informierten Kommissionskreisen, dass die „From-Farm-to-Fork“-Strategie und die Biodiversitätsstrategie unter anderem auf Druck von Timmermans offenbar in der zweiten Maihälfte der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Eine Sprecherin der EU-Kommission kündigte gegenüber AGRA‑EUROPE lediglich an, dass die Vorstellung beider Vorhaben „zeitnah“ erfolgen werde. (AgE)

EMB zieht freiwilligen Lieferverzicht der Privaten Lagerhaltung vor

Für einen freiwilligen Lieferverzicht, aber gegen Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH) von Milchprodukten haben sich die beim European Milk Board (EMB) zusammengeschlossenen Milcherzeuger ausgesprochen. „Die Entscheidung, der Milchkrise mit dem Instrument der Privaten Lagerhaltung zu begegnen und keinen Lieferverzicht auf EU-Ebene zu koordinieren, ist falsch“, erklärte der EMB-Vorsitzende Erwin Schöpges und erteilte damit den gestern von der EU-Kommission vorgestellten Marktmaßnahmen eine klare Absage. Brüssel hatte unter anderem PLH-Beihilfen für Magermilchpulver, Butter und Käse, aber auch für Rind- und Lammfleisch in Aussicht gestellt.
Während der EU-Milchmarkt aktuell wieder überschwemmt werde und die Preise auf Talfahrt seien, könne nur eine EU-weite Reduktion der produzierten Milchmenge Entspannung bringen, so Schöpges. Das Einlagern von bereits verarbeiteten Produkten wie Milchpulver, Butter und Käse würde hingegen den Preisdruck für die Erzeuger nicht verringern, da diese Produkte weiter ein Bestandteil des zu hohen Angebots an Milcherzeugnissen seien.
Schöpges kündigte derweil für diesen Donnerstag Proteste an. Die Milcherzeuger in vielen europäischen Ländern wollten ihrer Enttäuschung über „die aktuelle fehlerhafte Entscheidung“ von Brüssel Ausdruck verleihen. Mit verschiedenen Milchaktionen werde man „mit einem konstruktiven Appell an die EU-Kommission“ auf die sofortige Aktivierung eines EU-weiten freiwilligen Mengenreduktionsprogramms pochen.
Dagegen bezeichnete Bayerns Landwirtschaftsministerin Michela Kaniber die Einlagerungshilfen als „richtigen Schritt“: „Die Förderung der Privaten Lagerhaltung von Milch- und Fleischprodukten durch die EU ist die richtige Antwort auf die momentane Situation.“ Nach Ansicht der CSU-Politikerin kann man mit diesem Instrument schnell Mengen vom Markt nehmen, was sich direkt auf die Preise auswirkt. Das diene der Stabilisierung dieser für Bayern wichtigen Märkte und helfe den Landwirten, so die Erwartung der Ressortchefin. (AgE)