Australiens größte Biomolkerei ist pleite

Australiens größte Biomolkereigenossenschaft, die Organic Dairy Farmers of Australia (ODFA), steckt in ernsten Zahlungsschwierigkeiten und hat eine freiwillige Insolvenz angemeldet. Die Genossenschaft mit Sitz im Bundestaat Victoria gehört 40 Milchfarmern und besitzt eine Fabrik für die Trinkmilchabfüllung in Geelong, in der auch Butter und Sahne aus Ökomilch für den landesweiten Vertrieb hergestellt werden. Die Insolvenzverwalter teilten dem australischen Sender ABC mit, dass das Unternehmen der National Australia Bank 8 Mio A$ (4,8 Mio Euro) schulde und bei ungesicherten Gläubigern, wie den Milchlieferanten, noch zwischen 3,5 Mio A$ (2,1 Mio Euro) und 5 Mio A$ (3,0 Mio Euro) ausstünden. Die Genossenschaft habe in einem Joint Venture mit der Corio Bay Dairy Group einen Milchtrockner bauen wollen und deshalb zusätzliche Mitglieder als Milchlieferanten angeworben. Doch habe sich das Bauvorhaben verzögert und es sei zu Milchüberschüssen gekommen. Ein weiterer Faktor für die finanziellen Schwierigkeiten sei, so die Insolvenzverwalter, dass wichtige Kunden für die Biomilchprodukte in China ansässig seien, der dortige Absatz aber wegen Covid-19 gestockt habe. Die im April angelieferte Milch sei noch nicht bezahlt worden. Die Insolvenzverwalter sicherten den Farmern jedoch zu, dass ab Beginn der freiwilligen Insolvenz das Milchgeld gezahlt werde und daran gearbeitet würde, den Betrieb am Laufen zu halten. Es werde derzeit mit allen Gläubigern und Stakeholdern verhandelt und es gebe „eine robuste Strategie, um die Situation für eine langfristige Rentabilität und Erfolg zu verbessern“, erklärten die Insolvenzverwalter (Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,5996 Euro). (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 27. Mai

In Deutschland bewegt sich das Milchaufkommen weiter um den saisonalen Höhepunkt. Die Molkereien nahmen in der 20. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,2 % weniger Milch auf als in der Vorwoche. Die Vorjahreslinie wurde damit um 0,4 % überschritten. In Frankreich ging die Milchanlieferung stärker zurück und bewegte sich um 2,0 % unter der Vorjahreslinie.
Die Preise für Magermilchkonzentrat tendieren bei guter Nachfrage und begrenztem Angebot fester. Auch Industrierahm wird zu festeren Preisen gehandelt.
Die Nachfrage nach Magermilchpulver hat sich nach lebhaften Vorwochen zuletzt etwas beruhigt. Diese Entwicklung dürfte zumindest teilweise auf die Pfingstferien zurückzuführen sein. Anfragen gehen bei den Werken für das dritte und vierte Quartal und auch für Anfang 2021 ein. Für spätere Termine differieren die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern noch, so dass nur wenige Abschlüsse getätigt werden. Da bereits umfangreiche Mengen kontrahiert worden sind, besteht bei den Werken derzeit kein Verkaufsdruck. Zur Privaten Lagerhaltung wurden bis zum 24. Mai EU-weit 4.797 t Magermilchpulver angemeldet, was 1.421 t mehr waren als in der Vorwoche.
Am Weltmarkt wird Magermilchpulver stabil nachgefragt. Aus dem Mittleren Osten wird kurzfristig mit einer Belebung der Nachfrage gerechnet, nachdem der Ramadan inzwischen zu Ende gegangen ist. Da sich Ozeanien im Saisontief befindet, ist das Angebot von dort begrenzt. Die Preise für US-Ware haben zuletzt wieder angezogen und die Preisdifferenz zu EU-Ware hat sich damit verringert. Hierzulande tendieren die Preise für Lebensmittel- wie auch für Futtermittelware weiterhin fester.
Der Markt für Vollmilchpulver präsentiert sich innerhalb der EU weiterhin uneinheitlich. In Deutschland wird überwiegend auftragsbezogen produziert und nach der Erholung der Preise für flüssigen Rohstoff sind die Forderungen für Vollmilchpulver gestiegen.
Das Angebot an Molkenpulver in Futtermittelqualität in Deutschland ist recht überschaubar. Die Trocknung von Molke ist aufgrund knapper Kapazitäten auf den Trockentürmen nur begrenzt möglich, wobei bevorzugt Lebensmittelware produziert wird. Die Preise für Futtermittelware tendieren etwas fester. Der Markt für Lebensmittelware wird bei stabilen Preisen als ruhig beschrieben. (proplanta.de)

Rohstoffwert Milch im Mai bei 25,8 Cent

Im Mai 2020 verringerte sich der ife Rohstoffwert Milch um 1,2 Cent oder 4,4 % von 27,0 auf 25,8 Cent je kg Milch. Die erneute, insgesamt vierte in diesem Jahr, Verringerung ist auf die geringeren Preise für Butter und die dagegen nur im geringen Maße steigenden Preise für Magermilchpulver zurückzuführen. Während die Butterpreise um -11,7% nachgaben, gab es bei Magermilchpulver Preiszuschläge von -3,6%. Die mittleren Butterpreise sinken um 37,4 €/100 kg von 319,5 € auf 282,1 €/100 kg Produkt. Die Preise für Magermilchpulver steigen um 6,8 €/100 kg von 187,1 € auf 193,9 €/100 kg.
Der vom ife Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel monatlich ermittelte Rohstoffwert Milch ist ein Frühindikator für die Preisentwicklungen auf den Milchmarkt in Deutschland. Berechnungsbasis sind die Bruttoerlöse abgeleitet aus den durchschnittlichen Marktpreisen der Notierungsbörse in Kempten für Butter (geformt und lose) sowie für Magermilchpulver (Lebensmittel- und Futtermittelqualität), ohne Berücksichtigung langfristiger Kontrakte.
Er gilt für eine Standardmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ab Hof des Milcherzeugers, ohne Mehrwertsteuer, d.h. durchschnittliche Erfassungskosten vom Milcherzeuger bis zur Molkerei in Höhe von 1,4 Cent je kg Milch sind berücksichtigt. Der Rohstoffwert Milch gibt nicht den Milchauszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde legt, keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitung, Handel und Molkereien berücksichtigt und nur das gewählte Erlös-, Kosten- und Mengenszenario den Wert für den Rohstoff Milch ermittelt.

Hochland: Nur noch EU-Futtermittel

Milcherzeuger, die ab dem 1. Juli ihre Milch an die süddeutsche Molkerei Hochland liefern, dürfen künftig keine Futtermittel aus Übersee einsetzen. Die neue Regelung ist Teil des Qualitätsprogramms „Milch für Hochland“ und gilt für Grundfutter und Kraftfutter. Das haben Vertreter der Milchlieferanten, der Bayern MEG und von Hochland in einer gemeinsamen Sitzung vereinbart, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.   Die Milchlieferanten von Hochland werden in Zukunft nur noch Futtermittel aus Europa an ihre Tiere verfüttern. Damit sollen unerwünschte Begleiterscheinungen des Futtermittelimports aus Ländern wie Brasilien und Argentinien vermieden werden Dort fehlten Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, da diese nach Europa importiert würden, so das Unternehmen. Die ursprünglich fruchtbaren Böden dort würden veröden, während ein Nährstoffüberschuss in vielen europäischen Ländern zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser führe – auch in Deutschland als einem der weltweit größten Importeure von Sojabohnen und Sojaschrot.
Zuletzt hatten die Milchlieferanten zusammen mit Hochland erklärt, auf ihren Wiesen und Feldern auf Totalherbizide sowie auf Gärsubstrate zu verzichten, die Plastikteilchen enthalten könnten. Den Mehraufwand aus dem Programm „Milch für Hochland“ vergütet Hochland den Landwirten mit einem Aufschlag von 1,0 ct/kg zusätzlich zum Milchpreis.

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 20. Mai

Die Milchanlieferung in Deutschland bewegt sich nah am saisonalen Höhepunkt. Laut Schnellberichterstattung der ZMB nahmen die Molkereien in der 19. Woche 0,1 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Die Milchmenge war damit um 0,5 % umfangreicher als in der Vorjahreswoche. Teilweise wird bereits über leicht rückläufige Anlieferungen berichtet. In Frankreich wurde gleichzeitig 0,7 % weniger Milch als in der Vorjahreswoche erfasst. Die Nachfrage nach flüssigem Rohstoff erhielt mit weiteren Lockerungen der Corona-Restriktionen Impulse. Sowohl für Industrierahm wie auch für Magermilchkonzentrat entwickeln sich die Preise weiterhin fester.
Magermilchpulver ist anhaltend rege nachgefragt. Kaufinteresse besteht sowohl für kurzfristige wie auch für längerfristige Kontrakte. Teilweise gehen bereits Anfragen für das vierte Quartal 2020 und das erste Halbjahr 2021 bei den Werken ein. Von Seiten der Käufer besteht Interesse sich das gegenwärtige Preisniveau langfristig zu sichern. Die Verkaufsbereitschaft der Werke ist auf diesem Niveau jedoch begrenzt. Teils wird berichtet, dass Käufer für spätere Termine auch höhere Preise akzeptieren. Bestehende Kontrakte werden kontinuierlich abgerufen. Zur Privaten Lagerhaltung wurden bis zum 17. Mai EU-weit 3.377 t Magermilchpulver angemeldet, davon 1.275 t in Deutschland und 1.825 t in Portugal. Das Kaufinteresse aus Drittländern hat zuletzt etwas nachgelassen. Hier könnten sich das höhere Preisniveau und die starke Konkurrenz der USA ausgewirkt haben. Mit dem bevorstehenden Ende des Ramadans könnte die Nachfrage Impulse erhalten. Die Preise tendieren sowohl für Lebensmittel- wie auch für Futtermittelware fester.
Der Markt für Vollmilchpulver bewegt sich weiterhin in ruhigen Bahnen. Die festeren Preise für Fett und Eiweiß führen zu höheren Preisforderungen, die sich in Deutschland dem Vernehmen nach auch realisieren lassen. Am Weltmarkt bestehen derzeit nur wenig Absatzmöglichkeiten. Die Preise sind innerhalb der EU weiter uneinheitlich mit etwas festerer Tendenz in Deutschland.
Die Verfügbarkeit von Molkenpulver ist derzeit begrenzt, da bevorzugt Magermilchpulver hergestellt wird und nur eingeschränkt Trocknungskapazitäten verfügbar sind. Der Markt für Lebensmittelware wird als stabil beschrieben. Die Preise bewegen sich auf bisherigem Niveau. Bei Futtermittelware tendieren die Preise bei ruhiger Nachfrage fester. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/elite-magazin)

Global Dairy Trade: Preis steigt um 1,0 %

Auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade stieg der Preis in dieser Woche um 1,0 % auf 2,907 $/t. Der Preisindex stieg um 9 auf 902 Punkte.
Die Preise für Butter (-1,9 % auf 3.803 $/t), Cheddar (-6,0% auf 3.864 $/t), Vollmilchpulver (-0,5 % auf 2.677 $/t) und Kasein (-1,9 % auf 8.719 $/t) gaben nach. Bei Magermilchpulver (+6,4 % auf 2.549 $/t), Laktose (+15,6 % auf 1.341 $/t) und Wasserfreiem Milchfett (+2,7 % auf 4.079 $/t) zogen diese an. Buttermilchpulver wurde bei dieser Auktion nicht angeboten.
Die gehandelte Menge lag mit 16.787 t über dem Niveau der letzten Auktion (16.442 t). Seit Anfang Februar ist der Preis auf der GDT mit einer Unterbrechung gesunken. Nun gab es wieder ein leichtes Plus. (Topagrar.com)

QM-Milch soll mit dem Handel zu einem Qualitätslabel ausgebaut werden

Die Vertreter der Wertschöpfungskette Milch – von der Landwirtschaft über die Molkereien bis zum Lebensmitteleinzelhandel – haben sich in einer gemeinsamen Absichtserklärung zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems für die Milcherzeugung (QM-Milch) bekannt. Wie QM-Milch am 20. Mai in Berlin mitteilte, ist das Ziel, den steigenden Ansprüchen der Verbraucher an Produktvielfalt, Produkt- und Prozessqualität, Tierwohl, Tiergesundheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden sowie zugleich die Transparenz der Einhaltung dieser hohen Standards sichtbar zu machen. QM-Milch wurde bisher vom Deutschen Bauernverband (DBV), dem Milchindustrie-Verband (MIV) und dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) getragen; ab Juni 2020 wird auch der Handel über den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) in die Trägerschaft des QM-Systems mit Stimmrecht eingebunden. Der gemeinsamen Erklärung zufolge soll in den kommenden 18 Monaten der QM-Standard als stufenübergreifendes System unter Berücksichtigung der Nämlichkeit auslobungsfähig auf Milchprodukten werden. Über diese Kennzeichnung sollen die gemeinsamen Anstrengungen der Milchbranche für die Konsumenten nachvollziehbar werden. Grundlage dafür seien belastbare Kriterien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und der guten fachlichen Praxis beruhten. Um dieses Ziel mit einem hohen Maß an Verbindlichkeit sicherzustellen, würden bei der freiwilligen Nutzung der Kennzeichnung Molkereien und Lebensmittelhändler künftig vertraglich als Systemteilnehmer agieren, teilte QM-Milch mit. Neben der Umsetzung der genannten Punkte werde bis Mitte 2021 zusätzlich auch ein optionales Zusatzmodul mit dem Arbeitstitel „QM-Stufe 2“ entwickelt. Dieses enthalte weitere belastbare Tiergesundheits- und Tierwohlkriterien. Die Unterzeichner der Absichtserklärung seien sich einig, dass der höhere Aufwand angemessen im Einkauf von Rohmilch und Milchprodukten berücksichtigt werden müsse. Vereinbart wurde laut QM-Milch auch, die Kommunikationsfähigkeit in Krisenzeiten sicherzustellen, seine Datenbank weiter zu entwickeln oder Pilotprojekte zur Befunddatenerfassung und dem Antibiotikamonitoring in Milchviehbetrieben zu starten. Angestrebt werde zudem eine Zusammenarbeit mit anderen Standards für Fleisch, Futtermittel oder Nachhaltigkeit. (AgE)

2021: Fruit Logistica soll 2021 wieder die Tore öffnen

Die Messe Berlin setzt auf ein baldiges Ende der Corona-Krise und will den Akteuren der Frischfruchtbranche mit der Fruit Logistica im Februar 2021 wieder die Leitmesse des internationalen Fruchthandels präsentieren. Nach Darstellung der Messegesellschaft dürfte die renommierte Ausstellung zu einem für die Branche entscheidenden Zeitpunkt stattfinden: Während sich die Märkte von den durch Corona ausgelösten Schockwellen zu erholen beginnen würden, werde die Veranstaltung sicherlich in einem Moment kommen, in dem die Nachfrage nach neuen Produkten, Dienstleistungen und Technologien höher denn je sei. Wie immer werde die Fruit Logistica dann die optimale Plattform sein, um Ideen und Lösungen für die Zukunft des Fruchthandels zu präsentieren, sich über die Trends zu informieren, die das Geschäft verändern, und neue Wege zu finden, es gemeinsam zu gestalten, so die Veranstalter. „Wir erhalten bereits Anfragen von neuen Unternehmen und aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass das Interesse an einer erneuten Teilnahme groß ist“, erklärte Madlen Miserius, Senior Product Manager der Messe. Nach ihrer Überzeugung wird die Fruit Logistica der beste Ort für einen Neustart sein. Ziel sei es, dazu beizutragen, die weltweite Frischfruchtbranche wieder zu vernetzen. (AgE)

MEG Milch Board fordert „Kurzarbeitergeld für Milchkühe“

 Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board hat weitergehende Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes gefordert. Es brauche eine finanzielle Anregung, in der Krise weniger zu melken, erklärte der Erzeugerverband am 22. Mai in Göttingen. Benötigt werde ein staatliches „Kurzarbeitergeld für Milchkühe“, im Zuge einer EU-weiten Mengenreduzierung gegen Entschädigung. Die MEG sprach sich zudem für die nationale Umsetzung von Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) aus. Spätestens jetzt müsse klar sein, dass die Milchbranche einen vom Staat gesteckten Rahmen für die Gestaltung der Lieferbeziehungen benötige. Es dürfe keine Produktion von Milch ohne Milchkaufverträge und keinen Milchkaufvertrag ohne klare Vereinbarung zu Qualitätsstandards, Menge und Preis geben, so die MEG. Von den Ergebnissen der Agrarministerkonferenz (AMK) von Anfang Mai zeigte sich der Verband enttäuscht. Die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung (PLH) entlaste den Markt zwar kurzfristig, verschleppe aber die Probleme auf lange Zeit. Während Deutschland mehrere hundert Milliarden Euro für Kurzarbeit zur Verfügung stelle, werde der deutschen Milchbranche unter dem Deckmantel des Artikels 222 der GMO nur das auf sechs Monate befristete Recht zur freiwilligen Mengenplanung eingeräumt. „Die Strukturbereinigung im Kielwasser ruinöser Erzeugerpreise wird von politischer Seite stillschweigend akzeptiert, ja durch konsequente Tatenlosigkeit sogar befeuert“, der Erste MEG-Vorsitzende Frank Lenz. Dabei biete gerade die Corona-Krise die Chance, strukturelle Fehler zu erkennen und die Reißleine zu ziehen. (AgE)

Süßwarenindustrie pocht bei Nährwertkennzeichnung auf Freiwilligkeit

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) hat seine Forderung nach einer freiwilligen Nährwertkennzeichnung bekräftigt. Der Verband betonte am 19. Mai in Bonn zwar seine Unterstützung für die Einführung eines visualisierenden Nährwertkennzeichnungsmodells, um Verbrauchern auf der Vorderseite von Lebensmitteln eine rasche Orientierung bei der Kaufentscheidung zu ermöglichen, warnte aber auch vor den möglichen Folgen für kleine und mittelständische Unternehmen. „Was die Unternehmen in und auch nach der Corona-Krise brauchen, sind Entlastungen und keine neuen Belastungen. Deshalb muss ein neues Kennzeichnungssystem für Lebensmittel unbedingt freiwillig bleiben“, erklärte der BDSI-Vorsitzende Bastian Fassin. Neue regulatorische Auflagen wie die Umstellung aller Verpackungen werden nach seiner Einschätzung gerade die kleineren und mittleren Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie nicht mehr zusätzlich stemmen können. Der BDSI wirbt deshalb für ein in der Europäischen Union harmonisiertes „Front-of Pack-Kennzeichnungssystem“, das „freiwillig bleibt, strikt wissenschaftlich basiert ist und nicht diskriminiert sowie der Komplexität von Ernährung und Ernährungsempfehlungen gerecht wird“. Hierzu müsse die EU-Kommission unterschiedliche Kennzeichnungsmodelle ergebnisoffen prüfen. Entscheidend ist für den Verband, dass die Verbraucher „klare Schlüsse daraus ziehen können, welchen Beitrag das Lebensmittel in Bezug auf den Energie- und Nährstoffgehalt leistet“. (AgE)

Ernährungspolitischer Bericht der Bundesregierung

Nachfolgend finden Sie Auszüge aus dem Bericht der Bundesregierung zur Ernährungspolitik, Lebensmittel- und Produktsicherheit, der unter der Überschrift „Gesunde Ernährung, sichere Produkte“ am 20. Mai vom Kabinett verabschiedet wurde. Darin zieht das Bundeslandwirtschaftsministerium ein positives Fazit seiner ernährungspolitischen Arbeit im Zeitraum Juni 2016 bis März 2020. Man habe gute und wichtige Impulse gesetzt und an entscheidenden Stellen Weichen gestellt. Konkret aufgeführt sind im Bericht unter anderem lebensphasenorientierte Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungskompetenz, etwa die Förderung der Ernährungsbildung an Schulen sowie Ernährungsinitiativen speziell für Senioren. Daneben wird beispielsweise auf die Gründung des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Jahr 2017 hingewiesen, das neutrale und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Ernährung bündelt und verbreitet. Als weitere Erfolge werden im Bericht der Beschluss des Konzeptes der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten und der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung aufgeführt. Daneben wurde die Internetplattform lebensmittelwertschaetzen.de gestartet, auf der Bund, Länder, Wirtschaft, Handel und Privatpersonen ihre Maßnahmen zur Verringerung von Lebensmittelabfällen vorstellen. Um eine gesunde Lebensmittelauswahl zu erleichtern, wurde dem Bericht zufolge das Nährwertkennzeichnungssystem für verarbeitete und verpackte Lebensmittel weiterentwickelt. Außerdem wurden der für die Einführung des Kennzeichnungssystems Nutri-Scores erforderliche Rechtsetzungsprozess eingeleitet sowie die Initiative Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln gestartet. Außerdem wird im Bericht auf die aktuelle Erarbeitung eines staatlichen Tierwohlkennzeichen aufmerksam gemacht. Schließlich geht es um deutsche Maßnahmen zur Verbesserung der globalen Ernährungssituation. (AgE)

Australien: Trinkmilchaufschlag für heimische Erzeuger im Gespräch

In Australien haben die vermehrten Käufe der Verbraucher in Corona-Zeiten Versorgungsengpässe bei der Trinkmilch in den Supermärkten zu Tage treten lassen. Grund ist, dass die Milcherzeugung auf dem fünften Kontinent wegen unzureichender Erzeugerpreise schon seit langem sinkt und auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen ist. Durch Dürren und Buschbrände hat sich dieser Trend zuletzt noch beschleunigt. Einige Molkereien und Milchverarbeiter mussten wegen des Rohstoffmangels bereits schließen. Nun werden die Forderungen nach einem Zwangsaufschlag auf den Ladenpreis für Milch zu Gunsten der gebeutelten Farmer immer lauter und dies nicht nur von Erzeugerseite, sondern auch aus Teilen der Industrie und Politik. Der nationale Verband der australischen Milcherzeuger (ADF) hatte jüngst in einer Senatsanhörung erläutert, dass eine Anhebung des Ladenpreises auf 1,50 A$/l (0,90 €) notwendig für eine nachhaltige Produktion wäre. Die beiden größten Supermarktketten Woolworths und Coles boten ihre Handelsmarkenmilch in den vergangenen Jahren für 1,00 A$/l (60 Cent) an. Dieser Preis wurde 2019 auf 1,10 A$ (66 Cent) erhöht, um eine Dürrehilfe an die Milchbauern zahlen zu können. Der Niedergang der australischen Milchproduktion und die sich abzeichnenden Defizite in der Versorgung mit lokal erzeugter Frischmilch riefen zuletzt auch Australiens Landwirtschaftsminister David Littleproud auf den Plan. „Die Milchbauern mussten Dürre und Brände ertragen und haben jetzt mit zunehmender Unsicherheit aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 zu tun. Es ist jetzt an der Zeit, dass Supermärkte und Verarbeiter eine größere Rolle für die Zukunft der australischen Milchbauern spielen“, betonte der Minister. Sie hätten in Corona-Zeiten gute Geschäfte gemacht und die Möglichkeit sicherzustellen, dass mehr Geld in die Taschen der Milchbauern gelange. Littleproud setzt zunächst nicht auf eine Zwangsabgabe auf den Milchverbraucherpreis, sondern will, dass die Handelsketten ihren Dürreaufschlag erhöhen und auch für andere Milchprodukte einführen. „Dies würde es ermöglichen, die Unterstützung der Supermärkte gleichmäßig auf australische Milchbauern zu verteilen und nicht nur auf diejenigen, deren Milch zufällig in der Handelsmarkenmilch landet“, erläuterte der Minister. Es sei nur fair, dass Handelsketten den Erzeugern in schwerer Zeit helfen würden, um die Schäden zu niedriger Milchpreise in der Vergangenheit auszugleichen (Umrechnungskurs: 1 A$ = (0,5989 €). (AgE) 

BDM kritisiert AMK-Beschlüsse zum Milchmarkt

Als „Roulette-Spiel mit der Existenz der Milchviehhalter“, hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz (AMK) vom 8. Mai in Saarbrücken zum Milchmarkt bezeichnet. Die Agrarchefs der Länder und des Bundes hatten die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung (PLH) als geeignetes Kriseninstrument begrüßt. Zudem wurde mit Verweis auf die Sektorstrategie 2030 auf freiwillige, unternehmensbezogene Milchmanagementmodelle gesetzt. „Wer angesichts einer globalen Milchmarktkrise mit prognostizierten Marktstörungen bis weit ins Jahr 2021 hinein erneut auf freiwillige, einzelbetriebliche Mengenmanagementmodelle der Molkereien setzt, obwohl die sogenannte Branche seit nunmehr gut zwölf Jahren in allen vergangenen Milchkrisen in dieser Hinsicht mit schöner Regelmäßigkeit versagt, setzt mit vollem Bewusstsein die Existenz unzähliger Milchviehbetriebe aufs Spiel“, kritisierte BDM-Vorsitzender Stefan Mann. Die Sektorstrategie 2030 enthalte nicht ein Instrument, das geeignet wäre, um globale Marktkrisen in den Griff zu bekommen. Der Ministerapell, dass sich alle Wirtschaftsbeteiligten in dieser außergewöhnlich ernsten Situation solidarisch zu verhalten und gemeinsam nach Auswegen aus der Krise suchen sollten, sei „der blanke Hohn für die Milchviehhalter“, so Mann. Der BDM sehe nur in einer zeitlich befristeten, verbindlichen EU-weiten Reduzierung der Milchüberschüsse eine wirksame und schnelle Lösung. Für seine milchpolitischen Vorstellungen will der BDM noch bis zum 19. Mai mit Aktionen in verschiedenen Bundesländern werben. Derweil betonte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am 11. Mai, dass die Industrie endlich Strategien entwickeln müsse, die Milchmenge vorausschauend zu steuern. Ein staatliches Eingreifen werde nämlich von vielen Verbänden abgelehnt, zudem fehlten dafür auch die rechtlichen Möglichkeiten auf EU-Ebene. Die Marktpartner müssten deshalb „vernünftige Verabredungen treffen“. (AgE)

Veganer Milchersatz in Dänemark immer beliebter

Getränke auf Soja-, Hafer- und Mandelbasis erfreuen sich in Dänemark wachsender Beliebtheit, stellen aber nach wie vor nur eine Nische dar. Nach Erhebungen des Nationalen Statistikamtes ist der Absatz solcher Pflanzengetränke im dänischen Lebensmitteleinzelhandel 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf umgerechnet 22,7 Mio. € gestiegen. Noch sind solche Produkte keine Konkurrenz für Kuhmilch, allerdings machte deren Umsatz im vergangenen Jahr rund ein Siebtel des dänischen Ökomilchgeschäftes aus. Zudem wächst die Nachfrage für „vegane Milch“ deutlich schneller als für herkömmliche, die sich in einigen Produktsparten auf dem Rückzug befindet. Für die dänische Lebensmittelindustrie wird die Herstellung solcher Alternativen zur Milch deshalb immer interessanter. Um den Trend aufzunehmen, startet der Molkereikonzern Arla Foods in diesem Monat unter dem Markennamen „Jörd“ eine neue Produktlinie auf Haferbasis in vorerst drei Geschmacksrichtungen. Alle Erzeugnisse sollen aus ökologischer Produktion stammen; zudem will Arla sich beim Rohstoffeinsatz auf heimische Herkünfte beschränken. Bei der Ankündigung der neuen Produktlinie hatte die Konzernleitung im März jedoch betont, dass die Einführung der veganen Erzeugnisse lediglich als Ergänzung der eigenen Produktpalette zu verstehen sei. Laut der leitenden Vizepräsidentin und Marketingchefin bei der Molkereigenossenschaft, Hanne Søndergaard, wird Milch immer „das Herz“ von Arla sein. Man wisse aber um das wachsende Interesse vieler dänischer Verbraucher an pflanzlichen Trinkprodukten und sehe den Markteinstieg mit der Marke „Jörd“ daher als „natürlichen Schritt und aufregende Geschäftsmöglichkeit“, so Søndergaard. (AgE)

LTO-Präsident tritt zurück

Der Präsident des niederländischen Bauernverbandes (LTO), Marc Calon, ist 13. Mai von diesem Amt zurückgetreten. Als Grund für diesen Schritt nannte er die unzureichende Unterstützung bei einem Teil der Verbandsmitglieder. „Ich nehme Abschied mit schwerem Herzen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe ich mich für die Belange der Bauern und Gartenbauer eingesetzt. Ein Präsident kann aber nur mit der vollen Unterstützung aller Mitglieder effektiv arbeiten. Deshalb trete ich nicht zur Wiederwahl an und mache sofort Platz für einen Nachfolger“, sagte Calon. Seine Amtszeit wäre erst am 31. Dezember 2020 abgelaufen. Der stellvertretende LTO-Verbandspräsident, Wim Bens, würdigte die Arbeit von Calon, der sich mit großer Tatkraft für die Landwirte und Gartenbauer eingesetzt habe. „Er hat eine wichtige Rolle gespielt bei der Reform des Verbandes, sowohl in Den Haag als auch in Brüssel, und zwar vor allem in den Bereichen Renten, Klima und bei den Corona-Maßnahmen für den Agrarsektor“, hob Bens hervor. Der LTO-Vorstand übernimmt nun nach eigenen Angaben vorübergehend die Aufgaben von Calon, bis ein neuer Präsident gefunden ist. (AgE)

Neuseelands Milchviehhalter werben um Corona-Arbeitslose

Menschen, die in Neuseeland ihre Arbeit wegen der Corona-Krise verloren haben, können zukünftig gerne auf den Milchviehbetrieben des Landes arbeiten. Darauf hat der neuseeländische Milcherzeugerverband (DairyNZ) jetzt aufmerksam gemacht und gleichzeitig eine „Go Dairy-Kampagne“ zur Gewinnung neuer Arbeitskräfte gestartet, die auch Einstiegsschulungen umfasst. Es gebe viel Arbeit auf den Höfen, und es seien bei guten Verdienstmöglichkeiten 1 000 Stellen zu vergeben, wirbt der Verband. „Mit Beginn der neuen Milchsaison am 1. Juni werden wahrscheinlich noch mehr Arbeitsstellen verfügbar sein. Menschen, die Arbeit suchen und sich gerne um Tiere und die Umwelt kümmern, haben gute Karrieremöglichkeiten“, erläuterte DairyNZ-Geschäftsführer Dr. Tim Mackle. Die auch vom nationalen Bauernverband (NFF) unterstützte Kampagne zum Berufswechsel zielt darauf ab, ein Bewusstsein für diese Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen und potentiellen Mitarbeitern die vielfältigen Tätigkeitsfelder auf dem Hof zu erklären. „Wir gehen größtenteils davon aus, dass interessierte Menschen aus Regionen kommen werden, in denen es im Tourismus und im Gastgewerbe zu großen Arbeitsplatzverlusten kommt und die Milchviehhaltung in der Nähe ist“, erklärte Mackle. Das Öffnen der Tür für neue Menschen solle dazu beitragen, die Lücke bei verfügbaren Arbeitskräften in der kommenden Saison zu schließen. Diese entstehe auch dadurch, dass ausländische Saisonarbeitskräfte wegen geschlossener Grenzen nicht kommen könnten. Dem Verband zufolge gibt es im Primärbereich 48.000 Beschäftigte im Milchsektor, von denen 34.000 in Milchviehbetrieben arbeiten, 12.000 in Verarbeitungs- und Unterstützungsbetrieben. Die jährliche Vergütung in der Milchviehhaltung beträgt im Schnitt umgerechnet 23.600 € für landwirtschaftliche Assistenten, die in der Landwirtschaft anfangen. Der Lohn steigt auf 28100 € bis 30.900 € für Herden- und Assistentenmanagerpositionen und liegt für Farmmanager bei 39.330 € oder darüber. Der vom DairyNZ angebotene Einstiegskurs vermittelt Informationen über Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof sowie die Grundlagen im Umgang mit Tieren und der Fahrzeugsicherheit. Später können auch Zusatzqualifikationen erworben werden (Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5618 €). (AgE)

The Netherlands: Bovine Rhinotracheitis (IBR) and Bovine Viral Diarrhea (BVD) on dairy farms

In Holland, despite the by dairies obliged combat of Infectious Bovine Rhinotracheitis (IBR) and Bovine Viral Diarrhea (BVD) on dairy farms, ultimo 2019 the IBR-free status of dairy farms was 75 percent and two percent less than one year before. Regarding BVD was ultimo 2019 73 percent of the dairy farm non-suspicious, three percent more than one year before.

The Netherlands: dairies and milk processing companies – agremment regarding „Corona“

In Holland dairies and milk processing companies have agreed that in a case milk processing locations are not able to process the supplied milk, for example because of too many employees are infected with corona, that milk will be redirected to other plants from other dairies or companies that will process this milk.