Kalt Maschinenbau AG: CGS neue Eigentümerin

Der industrielle Investor CGS übernimmt die Kalt Maschinenbau AG („Kalt“) von der bisherigen Eigentümerfamilie Winkler. CGS baut mit Kalt eine neue Industriegruppe im Bereich Käsereitechnik auf. Unternehmensangaben zufolge soll  das Wachstums der letzten Jahre fortgesetzt werden. Durch weitere Internationalisierung sollen bestehende Märkte ausgebaut und neue Märkte aufgebaut, das Produkteportfolio erweitert und das Servicegeschäft gestärkt werden.
Kalt ist einer der  international führenden Spezialisten für Käserei-, Molkerei- und Verfahrenstechnologie. Das 1962 gegründete Unternehmen mit Sitz im ostschweizerischen Lütisburg entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für einen weltweiten, breiten Kundenkreis, von der traditionell arbeitenden Käserei bis zum industriell fertigenden Produktionsbetrieb mit  Fokus auf Technologie, Qualität und Automatisierung.
Nachdem die Geschwister Nadine und Stephan Winkler das Unternehmen 2006 nach dem Tod ihres Vaters Roman Winkle, übernommen und seit 2010 operativ geführt haben,  möchten sie sich  beruflich neu orientieren und haben sich deshalb dazu entschlossen, ihr Unternehmen in die Hände von CGS zu übergeben. Beide bleiben für eine Übergangszeit in ihren heutigen operativen Funktionen tätig, Stephan Winkler verbleibt auch im Verwaltungsrat.
Stephan Winkler zufolge sei es Teil der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern, frühzeitig über die Unternehmensnachfolge nachzudenken.
 Mit der CGS sei ein starken und erfahrenen Investor gefundenworden, der dem Unternehmen Eigenständigkeit, Wachstum und den nächsten Entwicklungsschritt ermögliche.
CGS ist eine unabhängige, erfahrene Investmentfirma mit Sitz in Pfäffikon SZ, Schweiz. CGS ist darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen im industriellen Umfeld zu internationalen Gruppen zu entwickeln. Seit 1999 investieren CGS Fonds in Plattformunternehmen in den deutschsprachigen Ländern Europas sowie in ergänzende Akquisitionen weltweit. Aktuell wird aus dem vierten Fonds investiert, in welchem die Akquisition von Kalt die fünfte Plattform-Investition darstellt.

Bauernverband fordert Rückführung auf 4,5 Prozent

Der Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums, an der für dieses Jahr geltenden Umschichtung von 6 % der Direktzahlungsmittel in die Zweite Säule auch 2021 festzuhalten, hat in den Verbänden erwartungsgemäß ein gespaltenes Echo ausgelöst. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erteilt einer erneuten Anhebung des zu Beginn der Förderperiode beschlossenen Satzes von 4,5 % eine Absage. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) spricht sich hingegen für eine weitaus kräftigere Erhöhung aus.
Der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling erinnerte gegenüber AGRA-EUROPE an den Vorschlag der Europäischen Kommission aus der vergangenen Woche, die EU-Mittel für die Zweite Säule deutlich anzuheben. „Es ist also nicht mehr mit einer Kürzung der Mittel in der Zweiten Säule ab 2021 zu rechnen, eher mit einer Anhebung“, stellte Hemmerling fest. Damit sei der Grund für die Anhebung der Umverteilung von 4,5 % auf 6 % Prozent entfallen. Dem stellvertretenden Generalsekretär zufolge sollte die Umverteilung in die Zweite Säule daher im nächsten Jahr wieder auf 4,5 % zurückgenommen werden.
Demgegenüber fordert der BUND, den im EU-Recht gesetzten Rahmen von 15 % im Jahr 2021 voll auszuschöpfen. Dies diene dazu, den Einstieg in die zu erwartenden höheren Umweltanforderungen für die EU-Agrarpolitik in der nächsten Förderperiode vorzubereiten. Da diese wahrscheinlich erst zum 1. Januar 2023 beginnen werde, sei ein darauf ausgerichteter Übergang umso notwendiger, argumentiert der Umweltverband. (AgE)

Tackmann fordert Systemwechsel in der Milchpolitik

Als einen Systemfehler, der geändert werden muss, hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, die aus ihrer Sicht „ungerechte Verteilung von Gewinnen und Risiken“ entlang der Lieferkette Milch angeprangert. Bei kaum einem Zweig der Landwirtschaft sei der Systemfehler so offen erkennbar wie bei der Milch, insbesondere nach der Abschaffung der Milchquoten im April 2015. „Was als Befreiung gefeiert wurde, hat sich als das herausgestellt, was es ist: Die endgültige Auslieferung der Milcherzeuger an die Macht von Molkerei- und Lebensmittelkonzernen“, kritisierte die Linken-Politikerin anlässlich des gestrigen internationalen Tags der Milch.
„Die strategische Orientierung auf möglichst billig produzierte Milch für den Weltmarkt ist sozial, ökologisch aber auch ökonomisch eine Sackgasse“, stellte Tackmann weiter fest. Die Folge seien nicht kostendeckende Erzeugerpreise zu Lasten der Tiere und der Bauern. Deshalb müsse es strategisch darum gehen, dass Kühe unter guten Bedingungen möglichst lange lebten und die Milchmenge nachfrageorientiert und solidarisch gesteuert werden könne. „Mehr Wertschöpfung aus der Milch und ihre regionale Verarbeitung und Vermarktung sind gut für uns alle“, betonte die Agrarsprecherin.
Die strukturelle Ursache der Marktmacht einiger weniger Molkerei- und Lebensmittelkonzerne sollte laut Tackmann durch ein gemeinwohlorientiertes Kartellrecht korrigiert werden. Darüber hinaus werde ein kooperatives Wirtschaftssystem gebraucht, in dem solidarische Regeln gelten und durchgesetzt würden. Die angekündigte Meldestelle für unlautere Handelspraktiken müsse endlich kommen, reiche aber nicht aus.
„Regelungen für Mindestpreise für Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs können genauso zur Stabilisierung der systemrelevanten Teile der Landwirtschaft beitragen wie ein Werbeverbot mit Dumpingpreisen“, erklärte die Politikerin der Linken. Neben Hofläden und Milchtankstellen müsse auch eine klare und wahre Kennzeichnung den Mehrwert der regionalen Produktion sicherstellen. Milchbetriebe sollten endlich auf Augenhöhe mit den anderen Teilen der Lieferkette verhandeln können. (AgE)

Internationaler Tag der Milch im Zeichen von Corona


Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig eine zuverlässige regionale Erzeugung und Versorgung mit Butter, Käse und anderen hochwertigen Milchprodukten ist. Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich des internationalen Tags der Milch hingewiesen, der seit 2001 am 1. Juni in weltweit mehr als 40 Ländern begangen wird. „20 Jahre Internationaler Tag der Milch stehen symbolisch für Zuverlässigkeit und eine langfristig angelegte, gesunde Ernährung mit dem Lebensmittel Milch“, erklärte DBV-Milchpräsident Karsten Schmal. Es sei zu wünschen, dass die Verbraucher ihre Wertschätzung für dieses tolle Produkt häufiger auch an der Ladentheke entsprechend ausdrücken würden. „Besonders in den letzten Monaten wurde das Bewusstsein für die Versorgungssicherheit und regionale Lebensmittel deutlich gestärkt“, stellte Schmal fest. Dabei seien Milch und Milchprodukte in ihrer Vielfalt für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht wegzudenken. Dies zeige auch die um mehr als 10 % gestiegene Nachfrage der Haushalte an Milch und Milchprodukten in den letzten Monaten. Der internationale Tag der Milch werde 2020 trotz Corona-Krise in Zusammenarbeit mit den Landesbauernverbänden und den Landesvereinigungen für Milch gefeiert – diesmal allerdings kaum auf öffentlichen Plätzen, sondern hauptsächlich über Online-Aktionen. Aber auch dabei könnten Landwirte mit Verbrauchern, Schulklassen, Politikern und Medien über moderne Milchkuhhaltung und das Lebensmittel Milch in den virtuellen Dialog kommen.
Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg betonte ebenfalls die Bedeutung der regionalen Erzeugung und Verarbeitungskapazitäten für die Versorgung in Brandenburg und Berlin. Aufgrund der prekären Rahmenbedingungen hätten jedoch in den vergangenen Jahren viele Milchbauern aufgeben müssen. Seit 2015 haben dem Verband zufolge mehr als 100 Betriebe die Milcherzeugung eingestellt. „Um die regionale Versorgung mit Milch zu sichern, fordern wir die nachhaltige Stärkung der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette“, betonte LBV-Vorstand Lars Schmidt. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hob die gesundheitlichen Vorteile von Milch und Milchprodukten hervor. Diese gehörten zu einer vollwertigen Ernährung dazu, was insbesondere für Kinder und Jugendliche mit ihrem Kalziumbedarf gelte. So spielten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Milch und Milchprodukte eine wichtige Rolle für die Nährstoffversorgung. Vielen Studien zufolge gehe der Konsum im Rahmen der Verzehrempfehlungen nicht mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einher. Einzelne Milchinhaltsstoffe würden sogar mit einer schützenden Wirkung bei verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht, berichtete der RLV. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern machte deutlich, dass sich laut Forschungsergebnissen der Dozentin Jennifer Löbel von der Hochschule Neubrandenburg die Haltungsbedingungen für Milchkühe seit Jahren sukzessive verbessert hätten und viele Tiere Platz, Luft und Weidegang genössen. Landesbauernpräsident Detlef Kurreck kritisierte, dass die Erzeuger trotz Tierwohlengagement derzeit nicht mal 30 Cent/kg Milch erhielten. „Das ist beschämend und bringt viele Milchbauern in Existenznot. Zur Wertschätzung eines Lebensmittels wie der Milch gehört auch ein kostendeckender Preis, von dem auch der Erzeuger etwas hat“, so Kurreck.
Viele milchwirtschaftliche Organisationen in den Bundesländern mussten aufgrund der Corona-Epidemie ihre geplanten Vor-Ort-Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Milch absagen. Stattdessen hat die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Vereinigungen (GML) ein Milchglas rund 1 600 km online durch Deutschland reisen lassen und damit die verbindende Wirkung der Milch zwischen Stadt und Land, Jung und Alt sowie zwischen Landwirten und Verbrauchern zum Ausdruck gebracht. Organisationen aus acht Bundesländer haben das Video gemeinsam auf den Weg gebracht und das Milchglas über die Landesgrenzen weitergereicht. „Von den Meeren bis zu den Alpen, vom Rhein bis zur Oder – In Deutschland leben auf etwa 60 000 Milchviehbetrieben knapp 4 Mio Kühe“, erläuterte GML-Vorsitzender Jan Heusmann. Ihm zufolge sollte mit dem Clip ausgedrückt werden, dass Milch auch in Corona-Zeiten alle zusammenhält. Zu sehen ist der Kurzfilm auf „milchwirtschaft.com“ und den Internetseiten der beteiligten Milchorganisationen. Die Zuschauer sind aufgerufen herausfinden, in welcher Reihenfolge die Bundesländer zu sehen sind und können Preise gewinnen, beispielsweise einen Urlaub auf einem Milchbauernhof. Zur Stärkung der heimischen Gastronomie verteilen der Bayerische Milchförderungsfonds (MFF) und der milch.bayern e.V. im Freistaat 11 000 Gutscheine im Gesamtwert von 1,1 Mio Euro als Zeichen des Zusammenhalts. Die Betriebe können die Gutscheine im Wert von jeweils 100 Euro im Internet herunterladen und im Großhandel für bayerische Milchprodukte einlösen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) haben anlässlich des Weltmilchtages einen Richtungswechsel in der Milchmarktpolitik gefordert. Klima- und umweltverträgliche Milcherzeugung sowie wirtschaftliche Perspektiven auf den Bauernhöfen seien klar vereinbar, wenn der politische Rahmen stimme. „Die Gesellschaft fordert mehr Klimaschutz und Artenvielfalt. Bäuerinnen und Bauern sind bereit, ihre Höfe dahin weiterzuentwickeln, wenn sie für ihre Produkte auch angemessen entlohnt werden“, erklärte die AbL-Milchsprecherin Elisabeth Waizenegger. Um den Verwerfungen durch die Corona-Krise am Milchmarkt zu begegnen, forderte sie ein EU-weites Programm zur freiwilligen Mengenreduzierung mit Entschädigungen für die Erzeuger. BUND-Vorsitzender Olaf Bandt hält eine Mengenreduktion ebenfalls für sinnvoller, als „auf Preisstürze immer wieder mit der Unterstützung privater Lagerhaltung zu reagieren“. Ziel sollte eine nachhaltige und bedarfsgerechte Milcherzeugung sein, die nicht wie jetzt auf importiertes und klimaschädliches Soja aus Übersee setze, sondern auf heimisches Eiweißfutter. Statt die Agrarpolitik weiter auf Exporte, Dumping und den Weltmarkt auszurichten, würden mehr Kühe auf der Weide, artgerechte Haltung und Fütterung benötigt. Das helfe nicht nur dem Tierwohl, sondern erhalte wichtiges Grünland und schütze das Klima und die Biodiversität. (AgE)

Internationaler Tag der Milch im Zeichen von Corona – EMB

Das European Milk Board (EMB) nutzte den internationalen Milchtag, um für einen sozialen und ökologisch nachhaltigen Milchsektor zu werben. Dazu zähle, dass die Milch und deren Produkte zu kostendeckenden Preisen verkauft würden und die Landwirte von ihrer Arbeit leben könnten. „Wir spüren überall in der Gesellschaft, dass der Wunsch nach Wandel zu einer sinnvollen und fairen Lebensweise sehr stark geworden ist“, erklärte EMB-Vorsitzender Erwin Schöpges. Die EU-Kommission versuche mit ihren Vorschlägen zum Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie den Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Die Erzeuger bräuchten aber nicht erst in Zukunft, sondern jetzt Maßnahmen für kostendeckende Preise, faire Einkommen und eine verbesserte Position in der Wertschöpfungskette. Keinesfalls dürften Kosten durch erhöhte Auflagen entstehen, die an den Erzeugern hängen blieben, betonte Schöpges. Die EMB-Vizevorsitzende Sieta van Keimpema stellte fest, dass in der bisherigen Farm-to-Fork-Strategie sowie der aktuellen Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch nicht ersichtlich sei, „wie die Erzeugersituation in der Praxis stabilisiert und nicht noch weiter verschlimmert werden soll“. Dafür ist laut EMB eine Abkehr von der preisdrückenden Überschusssituation und Billigexporten nötig. Zudem würden ein wirksames Kriseninstrument wie das Marktverantwortungsprogramm mit Elementen einer Milchdrosslung bei Marktkrisen benötigt. (AgE)

Internationaler Tag der Milch im Zeichen von Corona – Österreich

In Österreich dankte der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK), Josef Moosbrugger, anlässlich des Weltmilchtages den Bauern für ihre tagtägliche Leistung. „Um sie optimistisch in die Zukunft schauen zu lassen, müssen die politischen Rahmenbedingungen auf österreichischer und europäischer Ebene ebenso stimmen wie die gelebte Partnerschaft mit Handel und Konsumenten“, betonte Moosbrugger. Doch die durch das Coronavirus ausgelöste Krise durch weggebrochene Abnehmer wie Gastronomie und Tourismus treffe die Erzeuger und die Milchwirtschaft enorm. Brüssel müsse deshalb die Bauern mit finanziellen Anreizen dabei unterstützen, ihre Anlieferung freiwillig zu reduzieren. Das habe auch 2018 wirksam funktioniert. „Ein Österreich-Pakt, vereinbart zwischen allen Beteiligten der Lebensmittelkette, vom Landwirt über die Verarbeitung bis hin zum Handel und zur Gastronomie, könnte hier ebenfalls rasch Abhilfe schaffen“, erläuterte Moosbrugger. Politik und Interessenvertretung hätten bereits Vorarbeiten geleistet, damit Konsumenten und Gäste den regionalen Produkten den Vorrang geben könnten. Die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Andrea Wagner, hob hervor, dass die rund 4 500 Milchbauern im Bundesland die Bevölkerung mit besten Milchprodukten versorgten und gleichzeitig durch die Bewirtschaftung der Wiesen, Weiden und Almen das Landschaftsbild prägten. Für die Zukunft der Milchwirtschaft in Niederösterreich seien ein geordneter Markt und kostendeckende Preise von großer Bedeutung. Wichtig sei zudem, die Bevölkerung über den Wert und die Leistungen der regionalen Milcherzeugung zu informieren. Dabei seien die Bauern selbst die besten Botschafter. (AgE)

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bietet digitales Schnupperstudium

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bietet einen digitalen Einblick in ihr Lehrangebot. Vom 8. bis 10. Juni können sich Studieninteressierte beim kostenfreien digitalen Schnupperstudium der HSWT über die Bachelor- und Masterstudiengänge der Fakultäten „Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme“ sowie „Umweltingenieurwesen“ informieren. Live übertragene Schnuppervorlesungen und diverse virtuelle Angebote zum persönlichen Austausch bieten Gelegenheit, die Hochschule, Professorinnen und Professoren sowie Studierende kennenzulernen und herauszufinden, welcher Studiengang zu den eigenen Interessen und Zukunftsplänen passt. Teilweise ist für die Formate eine Anmeldung nötig. (www.hswt.de/schnupperstudium.html) (AgE)

Französischer Ziegenkäse erhält geschützte Ursprungsbezeichnung

Die Europäische Kommission hat dem Antrag, den französischen Ziegenkäse „Brousse du Rove“ in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) aufzunehmen, stattgegeben. Wie die Brüsseler Behörde am vergangenen Donnerstag (28.5.) bekanntgab, handelt es sich um einen Frischkäse, der in verschiedenen Städten im Südosten Frankreichs in den Départements Bouches-du-Rhône, Var und Vaucluse hergestellt wird. Die Tradition der Haltung der sogenannten Rove-Ziegen und der Herstellung des „Brousse du Rove“ soll bereits seit dem Mittelalter im Departement Bouches-du-Rhône gepflegt werden. Der Kommission zufolge war der Frischkäse über längere Perioden hinweg das Haupteinkommen der Einwohner des Dorfes Rove. Zudem soll die Spezialität in den umliegenden Gegenden, wie unter anderem der Stadt Marseille „sehr geschätzt“ worden sein. Die neue Ursprungsbezeichnung wird nun dem entsprechenden Register von mehr als 1 470 bereits geschützten Produkten hinzugefügt. Weitere Informationen sind auf der Datenbank der EU-Kommission eAmbrosia verfügbar. (AgE)

Milchproduktion im ersten Quartal gestiegen

Die Milchbauern in der Europäischen Union haben im ersten Quartal 2020 mehr Rohstoff an ihre Molkereien geliefert als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der EU-Kommission stieg das Aufkommen an Rohmilch um 2,8 % auf 36,18 Mio t. Allerdings stand dafür wegen des Schaltjahres ein Tag mehr als 2019 zur Verfügung, weshalb sich der korrigierte Zuwachs nur auf 1,7 % belief. In 21 der 27 Mitgliedstaaten wuchs die Milchproduktion; am deutlichsten war das in Bulgarien mit 7,7 % der Fall. In größeren Erzeugungsländern wie Polen, Italien, Irland, den Niederlanden, Spanien und Belgien nahm das Rohstoffaufkommen mit Schaltjahrkorrektur zwischen 2,1 % und 4,3 % überdurchschnittlich zu, in Deutschland und Frankreich dagegen nur um 0,8 % beziehungsweise 1,0 %. Die höheren Milchanlieferungen führten im ersten Jahresviertel 2020 zu einer vermehrten Herstellung von Milchprodukten in der Gemeinschaft. Der Kommission zufolge weiteten die Molkereien vor allem die Produktion von Vollmilchpulver aus, die gegenüber den ersten drei Monaten 2019 um 9,9 % auf 170 800 t stieg. Zudem nahm die Erzeugung von Butter, Konsummilch und Kondensmilch zwischen 3,2 % und 3,5 % zu. Bei Käse fiel die hergestellte Menge mit etwas mehr als 2,25 Mio t um 2,6 % höher aus. Dazu trug Deutschland als bedeutendster EU-Käseproduzent mit einem Plus von 5,7 % auf 621 100 t wesentlich bei. Die Trocknung von Magermilchpulver nahm in der Gemeinschaft gegenüber dem Vorjahresquartal nur um 0,4 % zu; bei Sahneerzeugnissen ging die Produktion um 0,8 % zurück. Die Ausfuhr von Milcherzeugnissen aus der EU hat sich im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode unterschiedlich entwickelt. So legte der Butterexport relativ kräftig um 36,6 % auf 66 236 t zu. Bei Vollmilchpulver war ein moderates Plus von 2,2 % auf 76 166 t zu verzeichnen. Dagegen setzte sich das langjährige Wachstum der EU-Käseexporte vorerst nicht fort; sie waren um 7,3 % auf 304 932 t rückläufig. Das lag auch daran, dass Großbritannien nach dem Brexit nun Drittland ist und im ersten Quartal 2020 mit 48 820 t etwa 37 % weniger Käse in EU-Mitgliedstaaten kaufte als von Januar bis März 2019. Deutlich geringer fielen auch die EU-Drittlandsverkäufe von Magermilchpulver aus, die mit 197 558 t um fast ein Viertel unter dem Vorjahresniveau lagen. Bei zahlreichen wichtigen Kunden, darunter China, Ägypten und Indonesien, klemmte der Absatz, was wohl auch auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. (AgE)

Australiens größte Biomolkerei ist pleite

Australiens größte Biomolkereigenossenschaft, die Organic Dairy Farmers of Australia (ODFA), steckt in ernsten Zahlungsschwierigkeiten und hat eine freiwillige Insolvenz angemeldet. Die Genossenschaft mit Sitz im Bundestaat Victoria gehört 40 Milchfarmern und besitzt eine Fabrik für die Trinkmilchabfüllung in Geelong, in der auch Butter und Sahne aus Ökomilch für den landesweiten Vertrieb hergestellt werden. Die Insolvenzverwalter teilten dem australischen Sender ABC mit, dass das Unternehmen der National Australia Bank 8 Mio A$ (4,8 Mio Euro) schulde und bei ungesicherten Gläubigern, wie den Milchlieferanten, noch zwischen 3,5 Mio A$ (2,1 Mio Euro) und 5 Mio A$ (3,0 Mio Euro) ausstünden. Die Genossenschaft habe in einem Joint Venture mit der Corio Bay Dairy Group einen Milchtrockner bauen wollen und deshalb zusätzliche Mitglieder als Milchlieferanten angeworben. Doch habe sich das Bauvorhaben verzögert und es sei zu Milchüberschüssen gekommen. Ein weiterer Faktor für die finanziellen Schwierigkeiten sei, so die Insolvenzverwalter, dass wichtige Kunden für die Biomilchprodukte in China ansässig seien, der dortige Absatz aber wegen Covid-19 gestockt habe. Die im April angelieferte Milch sei noch nicht bezahlt worden. Die Insolvenzverwalter sicherten den Farmern jedoch zu, dass ab Beginn der freiwilligen Insolvenz das Milchgeld gezahlt werde und daran gearbeitet würde, den Betrieb am Laufen zu halten. Es werde derzeit mit allen Gläubigern und Stakeholdern verhandelt und es gebe „eine robuste Strategie, um die Situation für eine langfristige Rentabilität und Erfolg zu verbessern“, erklärten die Insolvenzverwalter (Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,5996 Euro). (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 20. Mai

Die Milchanlieferung in Deutschland bewegt sich nah am saisonalen Höhepunkt. Laut Schnellberichterstattung der ZMB nahmen die Molkereien in der 19. Woche 0,1 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Die Milchmenge war damit um 0,5 % umfangreicher als in der Vorjahreswoche. Teilweise wird bereits über leicht rückläufige Anlieferungen berichtet. In Frankreich wurde gleichzeitig 0,7 % weniger Milch als in der Vorjahreswoche erfasst. Die Nachfrage nach flüssigem Rohstoff erhielt mit weiteren Lockerungen der Corona-Restriktionen Impulse. Sowohl für Industrierahm wie auch für Magermilchkonzentrat entwickeln sich die Preise weiterhin fester.
Magermilchpulver ist anhaltend rege nachgefragt. Kaufinteresse besteht sowohl für kurzfristige wie auch für längerfristige Kontrakte. Teilweise gehen bereits Anfragen für das vierte Quartal 2020 und das erste Halbjahr 2021 bei den Werken ein. Von Seiten der Käufer besteht Interesse sich das gegenwärtige Preisniveau langfristig zu sichern. Die Verkaufsbereitschaft der Werke ist auf diesem Niveau jedoch begrenzt. Teils wird berichtet, dass Käufer für spätere Termine auch höhere Preise akzeptieren. Bestehende Kontrakte werden kontinuierlich abgerufen. Zur Privaten Lagerhaltung wurden bis zum 17. Mai EU-weit 3.377 t Magermilchpulver angemeldet, davon 1.275 t in Deutschland und 1.825 t in Portugal. Das Kaufinteresse aus Drittländern hat zuletzt etwas nachgelassen. Hier könnten sich das höhere Preisniveau und die starke Konkurrenz der USA ausgewirkt haben. Mit dem bevorstehenden Ende des Ramadans könnte die Nachfrage Impulse erhalten. Die Preise tendieren sowohl für Lebensmittel- wie auch für Futtermittelware fester.
Der Markt für Vollmilchpulver bewegt sich weiterhin in ruhigen Bahnen. Die festeren Preise für Fett und Eiweiß führen zu höheren Preisforderungen, die sich in Deutschland dem Vernehmen nach auch realisieren lassen. Am Weltmarkt bestehen derzeit nur wenig Absatzmöglichkeiten. Die Preise sind innerhalb der EU weiter uneinheitlich mit etwas festerer Tendenz in Deutschland.
Die Verfügbarkeit von Molkenpulver ist derzeit begrenzt, da bevorzugt Magermilchpulver hergestellt wird und nur eingeschränkt Trocknungskapazitäten verfügbar sind. Der Markt für Lebensmittelware wird als stabil beschrieben. Die Preise bewegen sich auf bisherigem Niveau. Bei Futtermittelware tendieren die Preise bei ruhiger Nachfrage fester. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/elite-magazin)

Global Dairy Trade: Preis steigt um 1,0 %

Auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade stieg der Preis in dieser Woche um 1,0 % auf 2,907 $/t. Der Preisindex stieg um 9 auf 902 Punkte.
Die Preise für Butter (-1,9 % auf 3.803 $/t), Cheddar (-6,0% auf 3.864 $/t), Vollmilchpulver (-0,5 % auf 2.677 $/t) und Kasein (-1,9 % auf 8.719 $/t) gaben nach. Bei Magermilchpulver (+6,4 % auf 2.549 $/t), Laktose (+15,6 % auf 1.341 $/t) und Wasserfreiem Milchfett (+2,7 % auf 4.079 $/t) zogen diese an. Buttermilchpulver wurde bei dieser Auktion nicht angeboten.
Die gehandelte Menge lag mit 16.787 t über dem Niveau der letzten Auktion (16.442 t). Seit Anfang Februar ist der Preis auf der GDT mit einer Unterbrechung gesunken. Nun gab es wieder ein leichtes Plus. (Topagrar.com)

QM-Milch soll mit dem Handel zu einem Qualitätslabel ausgebaut werden

Die Vertreter der Wertschöpfungskette Milch – von der Landwirtschaft über die Molkereien bis zum Lebensmitteleinzelhandel – haben sich in einer gemeinsamen Absichtserklärung zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems für die Milcherzeugung (QM-Milch) bekannt. Wie QM-Milch am 20. Mai in Berlin mitteilte, ist das Ziel, den steigenden Ansprüchen der Verbraucher an Produktvielfalt, Produkt- und Prozessqualität, Tierwohl, Tiergesundheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden sowie zugleich die Transparenz der Einhaltung dieser hohen Standards sichtbar zu machen. QM-Milch wurde bisher vom Deutschen Bauernverband (DBV), dem Milchindustrie-Verband (MIV) und dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) getragen; ab Juni 2020 wird auch der Handel über den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) in die Trägerschaft des QM-Systems mit Stimmrecht eingebunden. Der gemeinsamen Erklärung zufolge soll in den kommenden 18 Monaten der QM-Standard als stufenübergreifendes System unter Berücksichtigung der Nämlichkeit auslobungsfähig auf Milchprodukten werden. Über diese Kennzeichnung sollen die gemeinsamen Anstrengungen der Milchbranche für die Konsumenten nachvollziehbar werden. Grundlage dafür seien belastbare Kriterien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und der guten fachlichen Praxis beruhten. Um dieses Ziel mit einem hohen Maß an Verbindlichkeit sicherzustellen, würden bei der freiwilligen Nutzung der Kennzeichnung Molkereien und Lebensmittelhändler künftig vertraglich als Systemteilnehmer agieren, teilte QM-Milch mit. Neben der Umsetzung der genannten Punkte werde bis Mitte 2021 zusätzlich auch ein optionales Zusatzmodul mit dem Arbeitstitel „QM-Stufe 2“ entwickelt. Dieses enthalte weitere belastbare Tiergesundheits- und Tierwohlkriterien. Die Unterzeichner der Absichtserklärung seien sich einig, dass der höhere Aufwand angemessen im Einkauf von Rohmilch und Milchprodukten berücksichtigt werden müsse. Vereinbart wurde laut QM-Milch auch, die Kommunikationsfähigkeit in Krisenzeiten sicherzustellen, seine Datenbank weiter zu entwickeln oder Pilotprojekte zur Befunddatenerfassung und dem Antibiotikamonitoring in Milchviehbetrieben zu starten. Angestrebt werde zudem eine Zusammenarbeit mit anderen Standards für Fleisch, Futtermittel oder Nachhaltigkeit. (AgE)

MEG Milch Board fordert „Kurzarbeitergeld für Milchkühe“

 Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board hat weitergehende Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes gefordert. Es brauche eine finanzielle Anregung, in der Krise weniger zu melken, erklärte der Erzeugerverband am 22. Mai in Göttingen. Benötigt werde ein staatliches „Kurzarbeitergeld für Milchkühe“, im Zuge einer EU-weiten Mengenreduzierung gegen Entschädigung. Die MEG sprach sich zudem für die nationale Umsetzung von Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) aus. Spätestens jetzt müsse klar sein, dass die Milchbranche einen vom Staat gesteckten Rahmen für die Gestaltung der Lieferbeziehungen benötige. Es dürfe keine Produktion von Milch ohne Milchkaufverträge und keinen Milchkaufvertrag ohne klare Vereinbarung zu Qualitätsstandards, Menge und Preis geben, so die MEG. Von den Ergebnissen der Agrarministerkonferenz (AMK) von Anfang Mai zeigte sich der Verband enttäuscht. Die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung (PLH) entlaste den Markt zwar kurzfristig, verschleppe aber die Probleme auf lange Zeit. Während Deutschland mehrere hundert Milliarden Euro für Kurzarbeit zur Verfügung stelle, werde der deutschen Milchbranche unter dem Deckmantel des Artikels 222 der GMO nur das auf sechs Monate befristete Recht zur freiwilligen Mengenplanung eingeräumt. „Die Strukturbereinigung im Kielwasser ruinöser Erzeugerpreise wird von politischer Seite stillschweigend akzeptiert, ja durch konsequente Tatenlosigkeit sogar befeuert“, der Erste MEG-Vorsitzende Frank Lenz. Dabei biete gerade die Corona-Krise die Chance, strukturelle Fehler zu erkennen und die Reißleine zu ziehen. (AgE)

Ernährungspolitischer Bericht der Bundesregierung

Nachfolgend finden Sie Auszüge aus dem Bericht der Bundesregierung zur Ernährungspolitik, Lebensmittel- und Produktsicherheit, der unter der Überschrift „Gesunde Ernährung, sichere Produkte“ am 20. Mai vom Kabinett verabschiedet wurde. Darin zieht das Bundeslandwirtschaftsministerium ein positives Fazit seiner ernährungspolitischen Arbeit im Zeitraum Juni 2016 bis März 2020. Man habe gute und wichtige Impulse gesetzt und an entscheidenden Stellen Weichen gestellt. Konkret aufgeführt sind im Bericht unter anderem lebensphasenorientierte Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungskompetenz, etwa die Förderung der Ernährungsbildung an Schulen sowie Ernährungsinitiativen speziell für Senioren. Daneben wird beispielsweise auf die Gründung des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Jahr 2017 hingewiesen, das neutrale und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Ernährung bündelt und verbreitet. Als weitere Erfolge werden im Bericht der Beschluss des Konzeptes der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten und der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung aufgeführt. Daneben wurde die Internetplattform lebensmittelwertschaetzen.de gestartet, auf der Bund, Länder, Wirtschaft, Handel und Privatpersonen ihre Maßnahmen zur Verringerung von Lebensmittelabfällen vorstellen. Um eine gesunde Lebensmittelauswahl zu erleichtern, wurde dem Bericht zufolge das Nährwertkennzeichnungssystem für verarbeitete und verpackte Lebensmittel weiterentwickelt. Außerdem wurden der für die Einführung des Kennzeichnungssystems Nutri-Scores erforderliche Rechtsetzungsprozess eingeleitet sowie die Initiative Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln gestartet. Außerdem wird im Bericht auf die aktuelle Erarbeitung eines staatlichen Tierwohlkennzeichen aufmerksam gemacht. Schließlich geht es um deutsche Maßnahmen zur Verbesserung der globalen Ernährungssituation. (AgE)

Australien: Trinkmilchaufschlag für heimische Erzeuger im Gespräch

In Australien haben die vermehrten Käufe der Verbraucher in Corona-Zeiten Versorgungsengpässe bei der Trinkmilch in den Supermärkten zu Tage treten lassen. Grund ist, dass die Milcherzeugung auf dem fünften Kontinent wegen unzureichender Erzeugerpreise schon seit langem sinkt und auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen ist. Durch Dürren und Buschbrände hat sich dieser Trend zuletzt noch beschleunigt. Einige Molkereien und Milchverarbeiter mussten wegen des Rohstoffmangels bereits schließen. Nun werden die Forderungen nach einem Zwangsaufschlag auf den Ladenpreis für Milch zu Gunsten der gebeutelten Farmer immer lauter und dies nicht nur von Erzeugerseite, sondern auch aus Teilen der Industrie und Politik. Der nationale Verband der australischen Milcherzeuger (ADF) hatte jüngst in einer Senatsanhörung erläutert, dass eine Anhebung des Ladenpreises auf 1,50 A$/l (0,90 €) notwendig für eine nachhaltige Produktion wäre. Die beiden größten Supermarktketten Woolworths und Coles boten ihre Handelsmarkenmilch in den vergangenen Jahren für 1,00 A$/l (60 Cent) an. Dieser Preis wurde 2019 auf 1,10 A$ (66 Cent) erhöht, um eine Dürrehilfe an die Milchbauern zahlen zu können. Der Niedergang der australischen Milchproduktion und die sich abzeichnenden Defizite in der Versorgung mit lokal erzeugter Frischmilch riefen zuletzt auch Australiens Landwirtschaftsminister David Littleproud auf den Plan. „Die Milchbauern mussten Dürre und Brände ertragen und haben jetzt mit zunehmender Unsicherheit aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 zu tun. Es ist jetzt an der Zeit, dass Supermärkte und Verarbeiter eine größere Rolle für die Zukunft der australischen Milchbauern spielen“, betonte der Minister. Sie hätten in Corona-Zeiten gute Geschäfte gemacht und die Möglichkeit sicherzustellen, dass mehr Geld in die Taschen der Milchbauern gelange. Littleproud setzt zunächst nicht auf eine Zwangsabgabe auf den Milchverbraucherpreis, sondern will, dass die Handelsketten ihren Dürreaufschlag erhöhen und auch für andere Milchprodukte einführen. „Dies würde es ermöglichen, die Unterstützung der Supermärkte gleichmäßig auf australische Milchbauern zu verteilen und nicht nur auf diejenigen, deren Milch zufällig in der Handelsmarkenmilch landet“, erläuterte der Minister. Es sei nur fair, dass Handelsketten den Erzeugern in schwerer Zeit helfen würden, um die Schäden zu niedriger Milchpreise in der Vergangenheit auszugleichen (Umrechnungskurs: 1 A$ = (0,5989 €). (AgE) 

BDM kritisiert AMK-Beschlüsse zum Milchmarkt

Als „Roulette-Spiel mit der Existenz der Milchviehhalter“, hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz (AMK) vom 8. Mai in Saarbrücken zum Milchmarkt bezeichnet. Die Agrarchefs der Länder und des Bundes hatten die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung (PLH) als geeignetes Kriseninstrument begrüßt. Zudem wurde mit Verweis auf die Sektorstrategie 2030 auf freiwillige, unternehmensbezogene Milchmanagementmodelle gesetzt. „Wer angesichts einer globalen Milchmarktkrise mit prognostizierten Marktstörungen bis weit ins Jahr 2021 hinein erneut auf freiwillige, einzelbetriebliche Mengenmanagementmodelle der Molkereien setzt, obwohl die sogenannte Branche seit nunmehr gut zwölf Jahren in allen vergangenen Milchkrisen in dieser Hinsicht mit schöner Regelmäßigkeit versagt, setzt mit vollem Bewusstsein die Existenz unzähliger Milchviehbetriebe aufs Spiel“, kritisierte BDM-Vorsitzender Stefan Mann. Die Sektorstrategie 2030 enthalte nicht ein Instrument, das geeignet wäre, um globale Marktkrisen in den Griff zu bekommen. Der Ministerapell, dass sich alle Wirtschaftsbeteiligten in dieser außergewöhnlich ernsten Situation solidarisch zu verhalten und gemeinsam nach Auswegen aus der Krise suchen sollten, sei „der blanke Hohn für die Milchviehhalter“, so Mann. Der BDM sehe nur in einer zeitlich befristeten, verbindlichen EU-weiten Reduzierung der Milchüberschüsse eine wirksame und schnelle Lösung. Für seine milchpolitischen Vorstellungen will der BDM noch bis zum 19. Mai mit Aktionen in verschiedenen Bundesländern werben. Derweil betonte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am 11. Mai, dass die Industrie endlich Strategien entwickeln müsse, die Milchmenge vorausschauend zu steuern. Ein staatliches Eingreifen werde nämlich von vielen Verbänden abgelehnt, zudem fehlten dafür auch die rechtlichen Möglichkeiten auf EU-Ebene. Die Marktpartner müssten deshalb „vernünftige Verabredungen treffen“. (AgE)

Veganer Milchersatz in Dänemark immer beliebter

Getränke auf Soja-, Hafer- und Mandelbasis erfreuen sich in Dänemark wachsender Beliebtheit, stellen aber nach wie vor nur eine Nische dar. Nach Erhebungen des Nationalen Statistikamtes ist der Absatz solcher Pflanzengetränke im dänischen Lebensmitteleinzelhandel 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf umgerechnet 22,7 Mio. € gestiegen. Noch sind solche Produkte keine Konkurrenz für Kuhmilch, allerdings machte deren Umsatz im vergangenen Jahr rund ein Siebtel des dänischen Ökomilchgeschäftes aus. Zudem wächst die Nachfrage für „vegane Milch“ deutlich schneller als für herkömmliche, die sich in einigen Produktsparten auf dem Rückzug befindet. Für die dänische Lebensmittelindustrie wird die Herstellung solcher Alternativen zur Milch deshalb immer interessanter. Um den Trend aufzunehmen, startet der Molkereikonzern Arla Foods in diesem Monat unter dem Markennamen „Jörd“ eine neue Produktlinie auf Haferbasis in vorerst drei Geschmacksrichtungen. Alle Erzeugnisse sollen aus ökologischer Produktion stammen; zudem will Arla sich beim Rohstoffeinsatz auf heimische Herkünfte beschränken. Bei der Ankündigung der neuen Produktlinie hatte die Konzernleitung im März jedoch betont, dass die Einführung der veganen Erzeugnisse lediglich als Ergänzung der eigenen Produktpalette zu verstehen sei. Laut der leitenden Vizepräsidentin und Marketingchefin bei der Molkereigenossenschaft, Hanne Søndergaard, wird Milch immer „das Herz“ von Arla sein. Man wisse aber um das wachsende Interesse vieler dänischer Verbraucher an pflanzlichen Trinkprodukten und sehe den Markteinstieg mit der Marke „Jörd“ daher als „natürlichen Schritt und aufregende Geschäftsmöglichkeit“, so Søndergaard. (AgE)

LTO-Präsident tritt zurück

Der Präsident des niederländischen Bauernverbandes (LTO), Marc Calon, ist 13. Mai von diesem Amt zurückgetreten. Als Grund für diesen Schritt nannte er die unzureichende Unterstützung bei einem Teil der Verbandsmitglieder. „Ich nehme Abschied mit schwerem Herzen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe ich mich für die Belange der Bauern und Gartenbauer eingesetzt. Ein Präsident kann aber nur mit der vollen Unterstützung aller Mitglieder effektiv arbeiten. Deshalb trete ich nicht zur Wiederwahl an und mache sofort Platz für einen Nachfolger“, sagte Calon. Seine Amtszeit wäre erst am 31. Dezember 2020 abgelaufen. Der stellvertretende LTO-Verbandspräsident, Wim Bens, würdigte die Arbeit von Calon, der sich mit großer Tatkraft für die Landwirte und Gartenbauer eingesetzt habe. „Er hat eine wichtige Rolle gespielt bei der Reform des Verbandes, sowohl in Den Haag als auch in Brüssel, und zwar vor allem in den Bereichen Renten, Klima und bei den Corona-Maßnahmen für den Agrarsektor“, hob Bens hervor. Der LTO-Vorstand übernimmt nun nach eigenen Angaben vorübergehend die Aufgaben von Calon, bis ein neuer Präsident gefunden ist. (AgE)

Neuseelands Milchviehhalter werben um Corona-Arbeitslose

Menschen, die in Neuseeland ihre Arbeit wegen der Corona-Krise verloren haben, können zukünftig gerne auf den Milchviehbetrieben des Landes arbeiten. Darauf hat der neuseeländische Milcherzeugerverband (DairyNZ) jetzt aufmerksam gemacht und gleichzeitig eine „Go Dairy-Kampagne“ zur Gewinnung neuer Arbeitskräfte gestartet, die auch Einstiegsschulungen umfasst. Es gebe viel Arbeit auf den Höfen, und es seien bei guten Verdienstmöglichkeiten 1 000 Stellen zu vergeben, wirbt der Verband. „Mit Beginn der neuen Milchsaison am 1. Juni werden wahrscheinlich noch mehr Arbeitsstellen verfügbar sein. Menschen, die Arbeit suchen und sich gerne um Tiere und die Umwelt kümmern, haben gute Karrieremöglichkeiten“, erläuterte DairyNZ-Geschäftsführer Dr. Tim Mackle. Die auch vom nationalen Bauernverband (NFF) unterstützte Kampagne zum Berufswechsel zielt darauf ab, ein Bewusstsein für diese Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen und potentiellen Mitarbeitern die vielfältigen Tätigkeitsfelder auf dem Hof zu erklären. „Wir gehen größtenteils davon aus, dass interessierte Menschen aus Regionen kommen werden, in denen es im Tourismus und im Gastgewerbe zu großen Arbeitsplatzverlusten kommt und die Milchviehhaltung in der Nähe ist“, erklärte Mackle. Das Öffnen der Tür für neue Menschen solle dazu beitragen, die Lücke bei verfügbaren Arbeitskräften in der kommenden Saison zu schließen. Diese entstehe auch dadurch, dass ausländische Saisonarbeitskräfte wegen geschlossener Grenzen nicht kommen könnten. Dem Verband zufolge gibt es im Primärbereich 48.000 Beschäftigte im Milchsektor, von denen 34.000 in Milchviehbetrieben arbeiten, 12.000 in Verarbeitungs- und Unterstützungsbetrieben. Die jährliche Vergütung in der Milchviehhaltung beträgt im Schnitt umgerechnet 23.600 € für landwirtschaftliche Assistenten, die in der Landwirtschaft anfangen. Der Lohn steigt auf 28100 € bis 30.900 € für Herden- und Assistentenmanagerpositionen und liegt für Farmmanager bei 39.330 € oder darüber. Der vom DairyNZ angebotene Einstiegskurs vermittelt Informationen über Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof sowie die Grundlagen im Umgang mit Tieren und der Fahrzeugsicherheit. Später können auch Zusatzqualifikationen erworben werden (Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5618 €). (AgE)