Molkerei Schwälbchen: Appell zur Milchreduktion


Die hessische Molkerei Schwälbchen appelliert an ihre Milcherzeuger, die Anlieferungsmenge um 20 % zu reduzieren. Grund sind die Corona-bedingten Verwerfungen am Milchmarkt.
Durch die starken Absatzrückgänge im Zuge der Corona-Krise kann die Molkerei Schwälbchen Jakob Berz AG aktuell die steigenden Rohstoffanlieferungen der Milchlieferanten nicht mehr adäquat vermarkten und appelliert daher an sie, die Milchmenge kurzfristig um 20 % zu reduzieren.
Das geht aus einem Rundbrief der Privatmolkerei aus Bad Schwalbach, der top agrar vorliegt, hervor. So würden weite Sortimentsteile des Schwälbchen Frischdiensts, der hauptsächlich Großverbraucher wie Gaststätten und Hotels beliefert, sowie der ethnische Großhandel große Einbußen verzeichnen. Die etwas bessere Situation im Lebensmitteleinzelhandel gleiche das bei Weitem nicht aus.
„Diese extreme, noch nie dagewesene Herausforderung belastet unsere Molkerei erheblich.“ Die Überschussmengen an Milch müsse man derzeit zu äußerst niedrigen Preisen am Spotmarkt abgeben, was eine erhebliche Verschlechterung der Gesamtverarbeitung bedeute.
Als Basis für die Milchmengenreduktion wird die zweitägige Anlieferungsmenge im Monatsdurchschnitt März 2020 zugrundegelegt. Die Maßnahme solle nur solange die Krise anhalte gelten, heißt es abschließend.
(Topagrar.com)

Milchprodukte: EU-Exporte schwächeln


Im Januar haben die Exporte von Milchprodukten in Milchäquivalent betrachtet gegenüber dem Vorjahr leicht nachgegeben. Damit konnten sich die positiven Tendenzen von 2019 nicht fortsetzten. In der Summe wurde rund zwei Prozent weniger Ware aus der EU in Drittstaaten geliefert als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren im Wesentlichen die stark gesunkenen Lieferungen von Magermilchpulver, dem im vergangenen Jahr noch mengenmäßig bedeutendsten Exportprodukt, auf den Weltmarkt. Aber auch bei Kondensmilch, Molkenpulver und Kasein wurden die Mengen des Vorjahres teils deutlich verfehlt.
Die stärksten Einbußen mussten die EU-Exporteure im Januar bei Magermilchpulver hinnehmen. Die Lieferungen in Drittstaaten sind insgesamt um gut 29 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahresmonat. Beeinflusst wurde diese Entwicklung im Wesentlichen durch die deutlich gesunkenen Lieferungen nach China. Als bedeutendster Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU hat das Reich der Mitte zu Jahresbeginn gut ein Viertel weniger Ware abgenommen als zwölf Monate zuvor. Andere mengenmäßig bedeutenden Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU haben im Januar hingegen mehr Ware importiert. So konnten die Exporteure beispielsweise neun Prozent mehr Ware in Ägypten absetzen. Gleichzeitig sind die Lieferungen nach Nigeria (+25 Prozent) und nach Saudi-Arabien (+31 Prozent) deutlich gestiegen. In die genannten Länder konnten die Exporteure in Deutschland vergleichsweise hohe Anteile liefern. So hat beispielsweise Nigeria knapp die Hälfte seiner Importe aus der EU mit Ware aus Deutschland bezogen.
Weiterhin positiv gestaltete sich die Entwicklung der Käseexporte. Hier konnten die EU-Exporteure im Januar rund 19 Prozent mehr Ware am Weltmarkt platzieren als im Januar 2019. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die deutlich gestiegenen Ausfuhren in die USA. Als mengenmäßig bedeutendster Abnehmer von Käse aus der EU haben die Vereinigten Staaten rund 46 Prozent mehr Ware importiert als im Januar 2019. Dabei hat besonders Italien von der gestiegenen Importnachfrage seitens der USA profitiert. Ebenfalls zugelegt haben die Lieferungen von Vollmilchpulver auf den Weltmarkt. Die Mitgliedsstaaten konnten das Exportvolumen zu Jahresbeginn um 5,5 Prozent ausdehnen.
Starke Anstiege zeigten sich bei den Exporten von Butter und Butteröl. Die Exporte aus der EU haben im Januar um insgesamt gut 77 Prozent zugelegt. Dabei wurde rund acht Prozent mehr Ware in die USA geliefert. Die Vereinigten Staaten sind der größte Abnehmer von Butter aus der EU. Für den Anstieg der Gesamtexporte aus der Union sind jedoch die deutlich gestiegenen Lieferungen nach Saudi-Arabien, Marokko und in die Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich. (AMI)

Preise für Milchpulver geben weiter nach

In vielen Teilen der Welt besteht eine große Unsicherheit über die Folgen der Corona-Pandemie, diese wirkt sich weiterhin auch auf das Marktgeschehen bei Milchpulver aus. So ist sowohl am Markt für Magermilchpulver als auch bei Vollmilchpulver in dieser Woche eine weitere Abschwächung der Preise festzustellen. Bei Magermilchpulver verringerten sich die Notierungen gegenüber der Vorwoche um 190 € bis 100 €. Die ZMB Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH berichtet zum 1. April 2020, dass sich das Kaufinteresse für Magermilchpulver beruhigt habe. Die Werke verfügten aber überwiegend über eine gute Auftragslage für die nahe Zukunft, auch am Weltmarkt. Allerdings komme es teilweise zu Verzögerungen bei der Abnahme von bestehenden Kontrakten und laufende Verhandlungen gerieten zum Teil ins Stocken, was grundsätzlich die Verfügbarkeit erhöht; so die ZMB. Auf längerfristige Termine ist die Haltung innerhalb der EU überwiegend abwartend. Bei Vollmilchpulver sei das Geschäft ruhig und konzentriere sich auf den EU-Binnenmarkt. Die Süddeutsche Butter- und Käsebörse teilt zum 1. April 2020 in ihrer Preisermittlung Milchdauerwaren folgende Preisspannen mit:
• Magermilchpulver in Lebensmittelqualität: 1.980 € bis 2.220 €/t (Vorwoche: 2.170 € bis 2.320 €/t)
• Magermilchpulver in Futtermittelqualität:1.820 € bis 1.860 €/t (Vorwoche: 1.980 € bis 2.050 €/t)
• Vollmilchpulver in Lebensmittelqualität: 2.750 € bis 2.850 €/t (Vorwoche: 2.820 € bis 2.920 €/t)
(Quelle: Süddeutsche Butter- und Käsebörse e.V.)

Globale Milchpulverpreise weiter unter Druck

Die kräftigen Preisabschläge für Milchpulver an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie haben sich bei der Auktion am (17. März weiter fortgesetzt. Besonders hart traf es dabei Magermilchpulver; im Mittel aller gehandelten Kontrakte gab es gegenüber der vorherigen Versteigerung von Anfang März ein Minus von 8,1 % auf 2 527 $/t (2 265 Euro). Seit Jahresbeginn hat sich der Wert dieses Pulvers um 16,5 % verringert; der Vorsprung auf das vergleichbare Preisniveau des Vorjahres ist auf 5,1 % zusammengeschmolzen. Nur wenig besser lief es beim Vollmilchpulver, das sich im Schnitt aller Liefertermine nur mit einem Abschlag von 4,2 % auf 2 797 $/t (2 507 Euro) verkaufen ließ. Das umsatzstärkste Produkt an der GDT rutschte damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2019 und erfuhr im Vergleich zur Vorjahresnotierung einen Wertverlust von 15,7 %. Die anderen Milchprodukte wie Butter, Milchfett, Kasein und Cheddarkäse konnten sich dagegen bei der jüngsten Auktion gut behaupten und legten im Preis zwischen 0,3 % und 2,6 % zu. Der zusammenfassende Preisindex aller gehandelten Erzeugnisse gab wegen der starken Gewichtung des Milchpulvers jedoch gegenüber der Handelsrunde vor zwei Wochen um 3,9 % nach und lag 13,0 % unter dem Vorjahresniveau. Die Rabobank in Neuseeland erläuterte, dass der Ausbruch des Coronavirus den Aufwärtstrend der globalen Milchpreise Ende des vergangenen Jahres nun ins Gegenteil verkehrt habe. Die Unsicherheit sei groß, und Käufer wie Verkäufer bemühten sich immer noch, die Auswirkungen auf den Markt zu bewerten, zumal sich die Verbreitung des Virus von China auf die ganze Welt verlagere.
Unterdessen hat Neuseelands Milchgigant Fonterra positive Zahlen für die erste Hälfte des noch bis zum 31. Juli laufenden Geschäftsjahres 2019/20 vermeldet. So konnte der normalisierte Gewinn nach Steuern von 72 Mio NZ$ (39 Mio Euro) auf 293 Mio NZ$ (158 Mio Euro) vervierfacht werden; die Schulden des Molkereikonzerns sanken im Vergleich zur Vorjahresperiode um 21 % auf 5,8 Mrd NZ$ (3,1 Mrd Euro). Dabei halfen allerdings auch Verkäufe von Tochterunternehmen oder Beteiligungen. „Unser Ergebnis war im ersten Halbjahr gut, aber es besteht kein Zweifel daran, dass wir im zweiten Halbjahr eine Reihe von Risiken haben, die außerhalb unserer Kontrolle liegen“, erklärte Fonterra Geschäftsführer Miles Hurrel. Zu den Risiken zählte der Manager insbesondere die potenziellen Auswirkungen des Coronavirus auf die weltweite Nachfrage, aber auch die anhaltend trockenen Wetterbedingungen in Neuseeland. Fonterra hält jedoch weiter an seiner Milchpreisprognose für die Saison 2019/20 von 7,00 NZ$ (3,78 Euro) bis 7,60 NZ$ (4,11 Euro) für das Kilogramm Milchfeststoff fest. Auch die angestrebte Vergütung von Genossenschaftsanteilen bleibt mit einer Spanne von 15 NZCent (8,1 Eurocent) bis 25 NZCent (13,5 Eurocent) je Kilogramm Milchfeststoff unverändert (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8963 Euro; 1 NZ$ = 0,5406 Euro). (AgE)

Kommission genehmigt Übernahme in der französischen Käseindustrie

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von „Compagnie des Fromages & RichesMonts“ (CF&R) durch den Milchindustriekonzern Savencia SA genehmigt. Beide Unternehmen sind in der französischen Käseindustrie tätig. Wie die Brüsseler Behörde am 12. März erklärte, erfolgte die Prüfung auf Grundlage eines vereinfachten Fusionskontrollverfahrens. Die Kommission kam darin zu dem Schluss, dass die zu erwartende Marktkonzentration angesichts der „mangelnden Auswirkungen auf die Marktstruktur“ und der „sehr begrenzten“ Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten der Unternehmen keine Wettbewerbsbedenken aufwerfe. Die Savencia SA, die bis zum Jahr 2015 unter dem Namen Bongrain SA firmierte, hat ihren Sitz in Viroflay und ist ein börsennotierter, auf Käse spezialisierter Milchindustriekonzern. Bei der Käseherstellung ist das Unternehmen weltweit Marktführer, auch in Deutschland. In Frankreich liegt die Savencia SA hier nach Lactalis auf dem zweiten Platz. Die CF&R hat ihren Sitz in Puteaux. Das Unternehmen produziert und vermarktet Weichkäse sowie Raclettekäse. (AgE)

EU-Außenhandelsschutz trotz Corona-Krise sichergestellt

Die EU-Kommission hat Anpassungsmaßnahmen für die Abwicklung und Sicherstellung des EU-Außenhandelsschutzes in der aktuellen Corona-Krise auf den Weg gebracht. Wie die Brüsseler Behörde am 13. Märzbekanntgab, sollen so die wirtschaftlichen Schäden für europäische Unternehmen im Zusammenhang mit unlauterem Handel auf ein Minimum reduziert werden. Die konkreten Maßnahmen ermöglichen es der Kommission, ihre Handelsverteidigungsfähigkeit auf einer „soliden sachlichen Grundlage und innerhalb der vorgeschriebenen gesetzlichen Fristen“ fortzusetzen. Da die gegenwärtigen außergewöhnlichen Umstände die hauseigenen Mitarbeiter daran hinderten, ihre Überprüfungsbesuche in den Räumlichkeiten der betroffenen Unternehmen durchzuführen, drohe beispielsweise die Beeinträchtigung der Einhaltung von Verfahrensfristen, so die Brüsseler Behörde. Deshalb werde man sich zunächst stärker auf schriftliche Verfahren stützen. Zudem solle den Unternehmen, sofern dies gerechtfertigt werden könne, zusätzliche Flexibilität hinsichtlich der Einreichungsfristen gewährt werden. Sobald es die hygienische Situation wieder zulässt, will die Kommission die von ihr ergriffenen Handelsschutzmaßnahmen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Dazu sollen Daten ausgewertet werden, die während der Krisensituation nicht vollständig verifiziert werden konnten. (AgE)

Italien: Hilfsprogramm für Unternehmen der Lebensmittelkette

Angesichts der Corona-Krise hat die italienische Regierung beschlossen, den Unternehmen der Lebensmittelkette gezielt unter die Arme zu greifen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Rom am 16. März mitteilte, werden 100 Mio Euro zur Unterstützung der Landwirte und Fischer bereitgestellt. Damit sollen unter anderem höhere Vorschüsse auf die Beihilfen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ermöglicht werden. Weitere 100 Mio Euro sollen den betroffenen Betrieben die Aufnahme von Krediten erleichtern. Ferner soll es für Saisonarbeitskräfte eine Zulage geben; außerdem will die Regierung 50 Mio Euro zur Verfügung stellen, um die Lebensmittelversorgung von Bedürftigen sicherzustellen. Zusätzliche 6 Mio Euro sollen den Absatz von Milch und damit die Verwertung von Rohmilch stützen. Außerdem können Ratenzahlungen zur Tilgung von Darlehen bis zum 30. September ausgesetzt werden. Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova rief die Bevölkerung und die Unternehmen zur Solidarität auf. Die Verbraucher müssten bevorzugt italienische Produkte kaufen, und auch der Einzelhandel müsse den heimischen Erzeugern Hilfestellung leisten. Es sei jetzt zwingend notwendig, die italienische Lebensmittelkette zu unterstützen. Die Corona-Epidemie hat erwartungsgemäß auch das Einkaufsverhalten der italienischen Verbraucher verändert. Wie der Landwirtschaftsverband der größeren Betriebe (Confagricoltura) unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtete, stiegen insbesondere die Verkäufe von haltbaren Lebensmitteln sprunghaft an. Der Absatz von Reis sei um 33 % und der von Pasta um 25 % gestiegen; die Verkäufe von Konserven hätten sich im März bereits verdoppelt. Nach Angaben des mitgliederstärksten Landwirtschaftsverbandes (Coldiretti) haben sich 38 % der Italiener Lebensmittelvorräte angelegt. Der Verband mahnte zur Gelassenheit. Die Versorgung sei gesichert; wichtigstes Ziel müsse es daher sein, den zwischenmenschlichen Kontakt einzuschränken und keine Menschenansammlungen zu verursachen. Die Hamsterkäufe erhöhten zudem unnötigerweise den Druck auf die Beschäftigten der Lebensmittelkette. Trotz der bestehenden Ausgangssperre lassen etwa 30 % der Bevölkerung laut Coldiretti nicht mal 72 Stunden zwischen ihren Einkäufen verstreichen. (AgE)

Frankreich: Milcherzeugung erneut etwas gesunken

Die französischen Milchbauern haben ihre Produktion auch im vergangenen Jahr nur geringfügig verringert. Wie der Statistische Dienst beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) berichtete, wurden 2019 rund 23,8 Mrd l Milch erzeugt. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Minus von 0,1 %; im Jahr 2018 hatte sich der Rückgang auf 0,2 % belaufen. Der bei weitem größte Anteil der gesamten Milchmenge stammte auch im vergangenen Jahr mit 79,6 % von konventionellen Betrieben; mit geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) und geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) wurden 16,3 % des Milchaufkommens vermarktet. Der Anteil der Biomilch belief sich auf 4,1 % und wurde somit gegenüber 2018 um 0,6 Prozentpunkte ausgeweitet; 2017 hatte sich der Anteil aus ökologischer Erzeugung noch auf 2,7 % belaufen. In der weiteren Verarbeitung wurden 2019 rund 2,9 Mrd l Milch haltbar gemacht; das waren 2,2 % weniger als im Jahr davor. Rückläufig war auch die Erzeugung von Joghurt und Milchdesserts, die um 2,8 % auf 2,06 Mio t schrumpfte. Die Butterproduktion ging ebenfalls zurück und wurde gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % auf 357 326 t verringert. Nochmals kräftiger wurde die Erzeugung von Molkepulver eingeschränkt; mit 491 977 t lag die Gesamtmenge um 3,6 % unter dem Vorjahresniveau. Ausgeweitet wurde hingegen Frankreichs Käseproduktion. Laut Agreste wurden im vergangenen Jahr – ohne Fonduekäse – insgesamt 1,72 Mio t Käse aus Kuhmilch hergestellt; dies entsprach einer Steigerung um 0,7 %. Am deutlichsten war der Zuwachs beim Hartkäse, von dem 339 748 t und damit 2,4 % mehr erzeugt wurden. Beim Weichkäse belief sich die Produktion auf 409 194 t, was einem Plus von 1,0 % entsprach; die Erzeugung von Schnittkäse wurde um 0,8 % auf 246 154 t gesteigert. Im Gegensatz zur Kuhmilch wurde die Erzeugung von Milch von kleinen Wiederkäuern im vergangenen Jahr gesteigert. Nach Angaben von Agreste wurden 486,80 Mio l Ziegen- sowie 291,14 Mio l Schafsmilch gesammelt; im Vergleich zu 2018 waren das Zuwächse von 1,6 % beziehungsweise 0,4 %. Die Produktion von Ziegenkäse war indes leicht rückläufig; mit 100 070 t lag die Gesamtmenge 0,9 % unter der von 2018. Die Herstellung von Schafskäse wurde hingegen um 1,4 % auf 60 118 t ausgeweitet. (AgE)

Frankreich: Sorge vor Arbeitskräftemangel wächst

Auch in Frankreich sorgt sich die Landwirtschaft zunehmend um eine ausreichende Versorgung mit Saisonarbeitskräften. Der französische Bauernverband (FNSEA) forderte die Regierung am 18. März auf, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um dem absehbaren Engpass zu begegnen. Die Branche setze alles daran, die Versorgung auch in Zeiten der Krise sicherzustellen; dringend gebraucht werde jetzt Unterstützung im Bereich der Beschäftigung. Um dem drohenden Mangel zu begegnen, schlägt der FNSEA verschiedene Ausnahmeregelungen und Erleichterungen vor. So sollen Arbeitszeitvorgaben deutlich gelockert und Überstunden steuerlich begünstigt werden. Ferner will der Verband befristete Verträge und Zeitarbeit erleichtert sehen; außerdem sollten Schüler, Studenten sowie Arbeitnehmer, die andere Unternehmen in Kurzarbeit geschickt haben, eingesetzt werden können. Zumindest innerhalb der Europäischen Union sollten die Grenzen nach Ansicht des FNSEA für Saisonarbeitskräfte geöffnet bleiben. Die Interprofession für Obst und Gemüse (Interfel) regte derweil beim Landwirtschaftsministerium an, das Personal von Gartenzentren und Baumschulen einzusetzen, deren Aktivität mittlerweile nahezu zum Erliegen gekommen sei. Dem betroffenen Personal müsse ein Angebot gemacht werden, bei dem es aber nicht zu Gehaltseinbußen kommen dürfe. Während den Obst- und Gemüseerzeugern laut Interfel die größte Herausforderung noch bevorsteht, müssen die Futtermittelhersteller derzeit eine stark ansteigende Nachfrage bewältigen. Laut dem Branchenverband SNIA sind die Bestellungen zuletzt um 30 % gestiegen. Der Verband rechnet allerdings nicht mit Versorgungsengpässen, da die Lagerkapazität der Kunden begrenzt sei und Rinder zunehmend auf die Weiden gelangten. Schwierigkeiten gebe es allenfalls im logistischen Bereich, etwa durch fehlende Fahrer.

Die französische Regierung hat unterdessen für kleine und kleinste Unternehmen einen Hilfsfonds eingerichtet, um ihnen das Überleben zu ermöglichen. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Bruno Le Maire soll zunächst eine pauschale Beihilfe von 1 500 Euro schnell, einfach und unbürokratisch ausgezahlt werden. In Anspruch nehmen können diese Unterstützung Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 1 Mio Euro und einem Erlösrückgang von mindestens 70 %. Damit dürften die meisten der etwa 3 600 Gartenbau- und Baumschulbetriebe in Frage kommen; 2018 wurde in der Branche laut der Agrarbehörde FranceAgriMer im Schnitt ein Umsatz von 230 000 Euro erwirtschaftet. Besonders pleitebedrohte Unternehmen können derweil auf weitergehende Hilfe vom Staat hoffen; laut Le Maire wird es für Betriebe mit mindestens einem Mitarbeiter spezielle Maßnahmen zur Konkursbekämpfung geben, die eine weitergehende finanzielle Unterstützung beinhalten. Auch die französischen Banken haben reagiert. Wie der Branchenverband (FBF) mitteilte, können Unternehmen in Schwierigkeiten nun die Tilgung von Darlehen ohne zusätzliche Kosten über einen längeren Zeitraum strecken. Zudem wird ein beschleunigtes Verfahren zur Vergabe von Krediten eingeführt.

Kriseninstrument für die Milchpolitik
Mit Sorge beobachtet auch der Milchsektor die jüngsten Entwicklungen. Hier verursacht der Wegfall des Verbrauchs in der Außer-Haus-Verpflegung ebenfalls Probleme, zumal Verarbeitungskanäle wie die Herstellung von Milchpulver bereits ausgelastet sind. Nach Angaben des kleineren Landwirtschaftsverbandes Coordination Rurale (CR) machen sich zudem Absatzschwächen und logistische Probleme in wichtigen Exportmärkten bemerkbar. Der Verband will der drohenden Milchkrise auf europäischer Ebene begegnen und unterstützt die Forderung des European Milk Boards (EMB) nach einem Kriseninstrument für die Milchpolitik in der EU. Es sei notwendig, die Gesamtproduktion der Milchbauern in der Gemeinschaft zu steuern und gegebenenfalls zu drosseln. Die CR forderte zudem, im Interesse der Markttransparenz jetzt alle Lagerbestände zu erfassen.  (AgE)

Rentenbank bietet Darlehen zur Liquiditätssicherung an

Um den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begegnen, bietet die Landwirtschaftliche Rentenbank ab sofort Darlehen zur Liquiditätssicherung für Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und des Weinbaus an. Wie das Kreditinstitut am 18. März mitteilte, zeigt sich schon jetzt, dass durch die enge Verflechtung der Märkte viele Unternehmen unter geringen Erlösen und steigenden Kosten leiden. Betroffene Unternehmen könnten Darlehen aus dem Programm „Liquiditätssicherung“ in Anspruch nehmen, wenn sie ihrer Hausbank mitteilten, inwiefern der Liquiditätsbedarf durch die Corona-Krise ausgelöst worden sei. Die Rentenbank bietet die Liquiditätssicherungsdarlehen zu ihren besonders günstigen „Top-Konditionen“ an. Die Ratendarlehen haben eine Laufzeit von vier, sechs oder zehn Jahren; beim zehnjährigen Darlehen ist eine Zinsbindung von fünf oder zehn Jahren wählbar. Alle Darlehen sind mit einem Tilgungsfreijahr und einem einmaligen Förderzuschuss ausgestattet, der aktuell 1,50 % der Darlehenssumme beträgt. Der effektive Zinssatz beläuft sich in der günstigsten Preisklasse „A“ derzeit auf 1,00 %. Bei den Förderdarlehen der Rentenbank sind die Kreditanträge an die Hausbank zu richten. Weitere Informationen zum Liquiditätssicherungsprogramm stellt das Kreditinstitut im Internet zur Verfügung. Anfragen zu Krediten werden außerdem unter der Service-Nummer 069-2107700 beantwortet. (www.rentenbank.de) (AgE)

GEA Group mit Geschäftsergebnissen für 2019 zufrieden

Der Düsseldorfer Maschinenbaukonzern GEA, einer der weltweit größten Systemanbieter für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energie, hat im vergangenen Jahr die eigenen Prognosen bei wichtigen Geschäftskennzahlen erfüllt oder sogar leicht übertroffen. Eigenen Angaben zufolge verzeichnete das Unternehmen 2019 einen neuen Auftragsrekord, und auch der Umsatz legte um 1,1 % auf einen neuen Höchstwert von 4,88 Mrd Euro zu. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging dennoch um 11,1 % auf 479,2 Mio Euro zurück, bewegte sich nach Darstellung des Konzerns jedoch am oberen Ende des ursprünglichen Prognosekorridors. „Das Geschäftsjahr 2019 war für uns ein Jahr großer Fortschritte. Gegen den Trend im Maschinenbau sind wir leicht gewachsen und haben unsere Versprechen gehalten“, resümierte der Vorstandsvorsitzende der GEA Group Aktiengesellschaft, Stefan Klebert, am 17. März in Düsseldorf. Angesichts des soliden operativen Ergebnisses und des starken Cash-Flows von 342,2 Mio Euro würden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung daher die Ausschüttung einer Dividende von 0,85 Euro je Aktie vorschlagen; diese läge damit auf Vorjahresniveau. Mit Blick auf die unsichere Lage, die sich aus der weltweiten Coronavirus-Pandemie auch im wirtschaftlichen Umfeld ergibt, erwartet Klebert für 2020 eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse auch von einem leichten Ergebnisrückgang ausgegangen werden, erklärte der Vorstandschef. Daher sei mit einem EBITDA vor Restrukturierungsaufwand zwischen 430 Mio Euro und 480 Mio Euro zu rechnen. Wie Klebert weiter erläuterte, wird sich GEA in den kommenden Jahren auf die weitere Optimierung von Produktions- und Einkaufsprozessen konzentrieren. Durch Effizienzsteigerungen in der neuen, zentralen Einkaufsorganisation sollen 2020 bereits mehr als 25 Mio Euro eingespart werden. Weiterhin strebt der Konzern die Veräußerung einzelner Unternehmensteile an. (AgE)

EU-Außenhandelsschutz trotz Corona-Krise sichergestellt

Die EU-Kommission hat Anpassungsmaßnahmen für die Abwicklung und Sicherstellung des EU-Außenhandelsschutzes in der aktuellen Corona-Krise auf den Weg gebracht. Wie die Brüsseler Behörde am 13. März bekanntgab, sollen so die wirtschaftlichen Schäden für europäische Unternehmen im Zusammenhang mit unlauterem Handel auf ein Minimum reduziert werden. Die konkreten Maßnahmen ermöglichen es der Kommission, ihre Handelsverteidigungsfähigkeit auf einer „soliden sachlichen Grundlage und innerhalb der vorgeschriebenen gesetzlichen Fristen“ fortzusetzen. Da die gegenwärtigen außergewöhnlichen Umstände die hauseigenen Mitarbeiter daran hinderten, ihre Überprüfungsbesuche in den Räumlichkeiten der betroffenen Unternehmen durchzuführen, drohe beispielsweise die Beeinträchtigung der Einhaltung von Verfahrensfristen, so die Brüsseler Behörde. Deshalb werde man sich zunächst stärker auf schriftliche Verfahren stützen. Zudem solle den Unternehmen, sofern dies gerechtfertigt werden könne, zusätzliche Flexibilität hinsichtlich der Einreichungsfristen gewährt werden. Sobald es die hygienische Situation wieder zulässt, will die Kommission die von ihr ergriffenen Handelsschutzmaßnahmen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Dazu sollen Daten ausgewertet werden, die während der Krisensituation nicht vollständig verifiziert werden konnten. (AgE)

UFOP sieht Agrarmärkte weiterhin ausreichend versorgt

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind die Agrarmärkte trotz der Corona-Krise weiterhin ausreichend versorgt. Wie die Förderunion am 20. März in Berlin erklärte, ist es nun aber wichtig, die Funktion der Lieferketten im EU-Binnenmarkt sicherzustellen. Das Ausmaß der jüngsten Lkw-Staus unterstreiche die Bedeutung des freien Warenverkehrs für die Versorgungssicherheit und die Wohlfahrt in der Union. Unterdessen hätten die Hamsterkäufe nicht zu steigenden Lebensmittelpreisen geführt. Besorgniserregend sei vielmehr der Preiseinbruch an den Rohölmärkten, in dessen Sog die Pflanzenölnotierungen geraten seien. So habe der Kassapreis für Rapsöl in Rotterdam bis zum 18. März auf 690 Euro/t nachgegeben; das seien 135 Euro/t weniger als vier Wochen zuvor. Auch Soja- und Palmöl hätten sich deutlich verbilligt, und zwar um 95 Euro/t auf 605 Euro/t beziehungsweise um fast 150 Euro/t auf 551 Euro/t. Nachhaltig erzeugte und treibhausgasoptimierte Biokraftstoffe aus Rapsöl seien ein wichtiger Pfeiler für einen wirtschaftlich erfolgreichen Rapsanbau, betonte die UFOP. Deshalb sei die EU-Kommission gerade jetzt gefordert, ihren Regelungsrahmen auszuschöpfen: Rapsölkraftstoff müsse als Alternativkraftstoff für die Land- und Forstwirtschaft ebenso wie der fossile Dieselkraftstoff auch in den kommenden Jahren steuerlich gefördert werden können, um eine Absatzperspektive zu haben. Das bei der Biokraftstoffherstellung anfallende gentechnikfreie Rapsschrot trage als wichtigste heimische Eiweißquelle ebenfalls zur Dekarbonisierung des Agrarsektors bei und sei ein sichtbarer Beitrag für regionale Wertschöpfung und Transparenz im Sinne der „Farm-to-Fork-Strategie“ der EU-Kommission. (AgE)

DBV sieht wegen Corona erhebliche Auswirkungen auf die Agrarmärkte

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen für die Gesellschaft und die Gesamtwirtschaft werden nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) erhebliche Auswirkungen auf die Agrarmärkte haben. Wie der Verband am 20. März in Berlin erklärte, sind zunächst kurzfristige Schocks durch unterbrochene und verzögerte Handelsbeziehungen und umzulenkende Absatzkanäle zu beobachten. Beispiele dafür seien erhebliche Nachfragerückgänge in der Gastronomie und in der Gemeinschaftsverpflegung sowie Unsicherheiten im Handelsverkehr mit China. Mittelfristige Marktwirkungen durch eine globale Rezession seien wahrscheinlich, könnten aber zurzeit nicht abgeschätzt werden. Bei den Milcherzeugnissen sind laut DBV vor allem lagerfähige Produkte gefragt, so dass Nachfragerückgänge aus dem Hotel- und Gaststättenbereich zum Teil mehr als kompensiert würden. Diese Verlagerung der Nachfrage sei eine logistische Herausforderung für viele Molkereien. Logistikprobleme gebe es auch im EU-Binnenmarkt und in China, dem mit Abstand wichtigsten Importeur von Molke-, Mager- und Vollmilchpulver.  (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 18. März

 
Der saisonale Anstieg der Milcherzeugung setzt sich in Deutschland nach einer kurzfristigen Unterbrechung fort. Die Molkereien erfassten in der 10. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,6 % mehr Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung zur Vorjahreslinie hat sich damit auf 2,5 % vergrößert. Am Markt für flüssigen Rohstoff haben sich die Preise insgesamt etwas abgeschwächt. Dazu trägt auch die Situation an den innereuropäischen Grenzen mit kilometerlangen Staus bei verstärkten Kontrollen bei. Industrierahm hat in den letzten Tagen nachgegeben und Magermilchkonzentrat tendiert weiter vergleichsweise schwach.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist vergleichsweise ruhig. Es gehen aber immer wieder Anfragen ein und es kommen auch Abschlüsse zu Stande. Innerhalb der letzten Wochen haben sich die Aktivitäten, ausgelöst durch die Corona-Epidemie, aber insgesamt beruhigt. Die bestehenden Kontrakte werden weiter abgewickelt. Überwiegend sind die Abrufe normal. Hier und da kommt es aber auch zu Verzögerungen. Am Weltmarkt besteht weiter ein gewisses Kaufinteresse aus verschiedenen Regionen für Magermilchpulver, wobei für China bislang von einer zuhaltenden Nachfrage berichtet wird. Die Logistik stellt weiterhin eine große Herausforderung dar. Nachdem es in China zu einem Rückstau bei der Abwicklung von Importen in den Häfen gekommen ist, ist der Rücklauf von Containern weiterhin verzögert. Die Kosten für Container und Frachten sind deutlich gestiegen. Während sich die Situation in China deutlich verbessert, treten innerhalb der EU zunehmend Probleme auf.
Obwohl der Warenverkehr frei ist, kommt es an den Grenzen wegen Personenkontrollen zu langen Staus und Wartezeiten. Außerdem fehlen LKW-Fahrer.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität geben aktuell nach und sind uneinheitlich. Futtermittelware hat sich weiter abgeschwächt. Auch am Weltmarkt haben die Preise zuletzt nachgegeben.
Vollmilchpulver wird vor allem innerhalb des europäischen Binnenmarktes gehandelt, während die Nachfrage für den Weltmarkt ruhig ist. Das Kaufinteresse wird von den Marktbeteiligten unterschiedlich beurteilt. Nach Produkten, die Vollmilchpulver enthalten und länger haltbar sind, wie Schokolade und Kekse besteht eine recht gute Nachfrage, was wohl zu weiteren Abschlüssen geführt hat. Die Preise tendieren etwas schwächer und uneinheitlich. Der Rückgang ist aber weniger ausgeprägt als bei Magermilchpulver.
Bei Molkenpulver wird teilweise von einem rückläufigen Angebot berichtet, da die Trocknungskapazitäten begrenzt sind und vorrangig Magermilch getrocknet wird. Dennoch haben die Preise für Futtermittelware weiter nachgegeben. Bei Lebensmittelware wird teilweise von einer wieder verbesserten Nachfrage berichtet, wobei die Preise leicht schwächer sind. Auch Molkenderivate werden wieder stärker nachgefragt.
(Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta)

Italien: Regierung will Absatz von haltbarer Milch ankurbeln

Um die heimischen Milcherzeuger und Molkereien zu unterstützen, zieht die italienische Regierung in Betracht, den Absatz von H-Milch zu fördern. Wie Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova am Freitag berichtete, soll damit auch sichergestellt werden, dass die Rohmilch überhaupt verwertet werden kann. Im Gespräch seien Zuschüsse von 6 Mio Euro an Wohltätigkeitsprogramme, die die H-Milch dann Bedürftigen zukommen lassen sollten.
Die Ministerin rief Bevölkerung und Unternehmen im Angesicht der Corona-Krise zur Solidarität auf. Die Verbraucher müssten bevorzugt italienische Produkte kaufen, und auch der Einzelhandel müsse den heimischen Erzeugern unter die Arme greifen. Es sei jetzt zwingend notwendig, die italienische Lebensmittelkette zu unterstützen.
Der Landwirtschaftsverband der größeren Betriebe (Confagricoltura) begrüßte den Vorschlag. So könnten eine Lebensmittelverschwendung vermieden und Druck von der Milchwirtschaft genommen werden. Es sei jetzt wichtig, den Konsum von Milch und Käse zu fördern, um die ganze Wertschöpfungskette zu stabilisieren.
Die Corona-Epidemie hat erwartungsgemäß das Einkaufsverhalten der italienischen Verbraucher verändert. Wie Confagricoltura unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtete, stiegen insbesondere die Verkäufe von haltbaren Lebensmitteln sprunghaft an. Der Absatz von Reis sei um 33 % und der von Pasta um 25 % gestiegen; die Verkäufe von Konserven hätten sich im März bereits verdoppelt. (AgE)

DBV sieht Lebensmittelversorgung gesichert

 In Deutschland ist die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch in Zeiten der Corona-Epidemie gesichert. Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) hingewiesen. „Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse wird es weiterhin in ausreichender Menge geben“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute in Berlin. Auch Fleisch, Wurst und Milch würden weiter verfügbar sein.
Nach den Worten des DBV-Präsidenten ist Deutschland mit heimischen Lebensmitteln so gut versorgt, dass Hamsterkäufe nicht notwendig seien. Verbandsangaben zufolge ist der Selbstversorgungsgrad bei Grundnahrungsmitteln hierzulande nach wie vor hoch. Bei Hart- und Weichweizen gebe die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beispielsweise einen Selbstversorgungsgrad von zuletzt 117 % an; bei Kartoffeln liege der Wert bei 148 % und bei Frischmilcherzeugnissen bei 116 %.
Auch die anderen Akteure der Lebensmittelkette arbeiten derweil daran, die Versorgung sicherzustellen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Agravis Raiffeisen AG, Dr. Dirk Köckler, setzt das Unternehmen alle Hebel in Bewegung, um arbeitsfähig zu bleiben und die Standorte in der Fläche geöffnet zu halten. „Unsere Kunden können darauf vertrauen, dass sie bei uns weiterhin alles Notwendige erhalten, damit die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann“, so Köckler. Mit „aller Macht“ müssten die Produktion von Futtermitteln und die Lieferketten aufrechterhalten werden.
Unterdessen dementierte der Handelsverband Deutschland (HDE) Gerüchte über eingeschränkte Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel und versicherte ebenfalls, dass in der Bundesrepublik die Versorgung mit Lebensmitteln gewährleistet sei. Wegen der stark erhöhten Kundennachfrage sei die Warenlogistik die größte Herausforderung. Besonders begehrt seien Lebensmittel mit längerer Haltbarkeit. „Es gibt genügend Produkte am Markt“, beruhigte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bei dem einen oder anderen Produkt würden sich dennoch Engpässe vorübergehend nicht vermeiden lassen. Genth appellierte deshalb an die Verbraucher, weiterhin bedarfsgerecht einzukaufen. (AgE)

EFSA: Corona nicht über Nahrungsmittel

Gemäß der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt es keine Hinweise, dass das Corona-Virus über Lebensmittel übertragen werden kann.
Importierte Lebensmitteln sollen laut EFSA keine Gefahr darstellen.
Tiere seien zwar die wahrscheinliche Quelle der Erstinfektion, das Virus verbreite sich aber von Mensch zu Mensch, so das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemäss aiz.info. Laut EFSA gibt es keine Hinweise darauf, dass der Erreger über Lebensmittel übertragen werden kann.

Nahrungsmittelpreise überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Lebensmittel haben im Februar überdurchschnittlich angezogen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 13. Maärz berichtete, mussten die Verbraucher im Berichtsmonat für Nahrungsgüter im Mittel 3,3 % mehr bezahlen als zwölf Monate zuvor; ein höheres Plus hatte es mit 3,4 % zuletzt im Juni 2018 gegeben. Im vergangenen Januar hatte sich der Anstieg noch auf 2,3 % belaufen, und im Dezember 2019 waren Lebensmittel im Vorjahresvergleich um 2,1 % teurer geworden. Im Februar musste insbesondere für Obst deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden; gegenüber dem Vorjahresmonat zogen die betreffenden Preise um durchschnittlich 9,0 % an. Ähnlich stark verteuerten sich mit 8,0 % Fleisch und Fleischwaren. Kaum spürbar war hingegen der Aufschlag bei Gemüse, der sich auf lediglich 0,6 % belief. Im Vergleich zum Vormonat verteuerten sich Nahrungsmittel im Februar laut Destatis um 1,5 %. Hierbei legten die Gemüsepreise im Mittel am kräftigsten zu; sie stiegen im Vergleich zum Januar um 5,0 %. Obst verteuerte sich im Vormonatsvergleich um 2,6 %, während die Preise für Fleisch und Fleischwaren um 1,8 % zulegten. Die Inflationsrate lag im Februar im Vergleich zum Vormonat derweil bei nur bei 0,4 %; die Veränderung zum Vorjahreszeitraum belief sich auf 1,7 %. (AgE)

Danone steigert Umsatz und Gewinn

Der französische Molkereikonzern Danone hat sein Betriebsergebnis im vergangenen Jahr spürbar verbessern können. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, konnte der Umsatz 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % auf rund 25,3 Mrd Euro gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 8,0 % auf 3,8 Mrd Euro; das Nettoergebnis legte sogar um 9,2 % zu und belief sich auf etwa 2,5 Mrd Euro. Mit milch- und pflanzenbasierten Produkten wurden 2019 den Unternehmensangaben zufolge insgesamt rund 13,2 Mrd Euro erlöst; das entsprach einem Plus von 0,8 %. Während der Umsatz im Wassersegment um 2,0 % auf 4,6 Mrd Euro zulegte, wurden die Erlöse in der Sparte Spezialernährung nochmals kräftiger gesteigert. Der Bereich erwirtschaftete 7,6 Mrd Euro und damit 6,2 % mehr als im Vorjahr. Den größten Teil des Umsatzes erzielte der Konzern wieder in Europa und Nordamerika; in diesen Regionen wurden 13,7 Mrd Euro erlöst und damit 0,4 % mehr als 2018. Deutlicher fielen die Zuwächse mit 5,3 % im Rest der Welt aus. Konzernchef Emmanuel Faber sprach von einem Jahr mit großen Fortschritten und kündigte an, in den kommenden drei Jahren 2 Mrd Euro bereitzustellen, um für mehr Nachhaltigkeit im ganzen Konzern und seinen Wertschöpfungsketten zu sorgen. Es sei jetzt an der Zeit, den Kampf gegen den Klimawandel weiter ins Zentrum der Konzernaktivitäten zu rücken und sich für Klima und Naturschutz einzusetzen. (AgE)