Fonterra liefert gute Jahreszahlen und will Kapitalstruktur verändern

Dank der global wieder anziehenden Nachfrage für Milchprodukte in den Bereichen Foodservice und Verbraucher nach der Corona-Krise hat der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra gute Zahlen für das am 31. Juli beendete Geschäftsjahr 2020/21 vorlegen können. Wie die Molkereigenossenschaft am 23. September mitteilte, legte der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 0,7 % auf 21,12 Mrd NZ$ oder umgerechnet 12,64 Mrd Euro zu; das normalisierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 8,3 % auf 570 Mio Euro. Der bereinigte Gewinn nach Steuern wuchs sogar um 47,7 % auf 352 Mio Euro, und die Nettoschulden konnten um 522 Mio Euro auf 2,27 Mrd Euro abgebaut werden. Fonterra-Vorstandschef Miles Hurrell wies darauf hin, dass die Genossenschaft in den vergangenen drei Jahren die Geschäfte neu geordnet und sich von ausländischen Beteiligungen getrennt habe. „Wir haben an unserer Strategie der Wertmaximierung unserer neuseeländischen Milch festgehalten, sind zu einem kundenorientierten Betriebsmodell übergegangen und haben unsere Bilanz gestärkt“, erklärte Hurell. Er sei auch stolz, die Umweltbelastung weiter gesenkt zu haben: „Allein in diesem Jahr haben wir unsere CO2-Emissionen aus Kohle um mehr als 11 % reduziert.“ Neuseelands Milchwirtschaft habe den niedrigsten CO2-Fußabdruck der Welt, müsse aber noch mehr für den Klimaschutz tun, so der Vorstandsvorsitzende. In Zukunft gehe es darum, den Vorsprung in punkto Nachhaltigkeit im internationalen Wettbewerb zu verteidigen. Die Konzernführung gab zudem bekannt, dass den Farmern für das abgelaufene Wirtschaftsjahr ein Milchpreis einschließlich Genossenschaftsdividende von 7,74 NZ$ (4,63 Euro) für das Kilogramm Milchfeststoff gezahlt wird. Das sind 7,6 % mehr als in der Vorsaison, und es ist das dritthöchste Auszahlungsniveau in der Historie der Genossenschaft. Die Milchpreisprognose für das begonnene Vermarktungsjahr 2021/22 wurde im Spannenmittel mit 8 NZ$ (4,79 Euro) je Kilogramm Milchfeststoff beibehalten. „Ein hoher Milchpreis ist gut für die Bauern und gut für die neuseeländische Wirtschaft. Dies hat jedoch das Potential, unsere Umsatzmargen zu drücken und das Ergebnis zu beeinträchtigen“, so Hurrell.
Große Beachtung fanden auch Fonterras strategische Ankündigungen für die Zukunft. Die Genossenschaft will sich stärker auf neuseeländische Milch konzentrieren sowie führend bei Nachhaltigkeit und Innovationen sein. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen bis 2030 um 50 % gesteigert werden, um Lösungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen oder Produkte mit höherer Wertschöpfung zu entwickeln, beispielsweise im Bereich Gesundheit und Wellness. Für die Umsetzung der strategischen Pläne werden laut Hurrell Änderungen in der Kapitalstruktur benötigt. So soll die chilenische Molkereimarke Soprole samt Rohmilcherfassung und Produktherstellung verkauft werden. Zudem wird erwogen, für größere Teile des Geschäfts in Australien andere Eigentümer zu finden, wobei ein Börsengang eine ernsthafte Option ist. Im eigenen Land will Fonterra die Beteiligung am Unternehmen verändern und flexibler gestalten, damit neue Landwirte leichter in die Genossenschaft eintreten können. So soll beispielsweise für einen Genossenschaftsanteil nicht mehr nur 1 kg Milchfeststoff geliefert werden dürfen, sondern 3 kg. Auch Vertragsmelker oder Farmverpächter sollen Anteile erwerben können. So könnten inländische Marktanteile bei der Milcherfassung zurückzugewonnen werden. Gleichzeitig sollen Investitionen von Nichtlandwirten in den börsennotierten Fonterra Shareholders Fund eingeschränkt werden, um die Kontrolle der Landwirte über ihre Genossenschaft zu schützen. (Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5986 Euro) (AgE)

Preise für Milchprodukte tendieren fester

Die saisonal und auch im Vorjahresvergleich rückläufigen Milchanlieferungen in Deutschland haben vergangene Woche am Produktmarkt für Milcherzeugnisse teilweise zu weiter anziehenden Preisen geführt, sofern diese nicht durch Kontrakte festgeschrieben waren. Das galt insbesondere für den Bereich Milchpulver. Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) war das verfügbare Angebot an frei verkäuflichem Magermilchpulver sehr begrenzt. Die Produktion für die kommenden Monate sei bereits verkauft. Außerdem böte der Verkauf von flüssigem Rohstoff am Spotmarkt bessere Verwertungsmöglichkeiten. Der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten zufolge konnten die Verkäufer von lebensmitteltauglicher Ware im Schnitt Zuschläge von 4 Cent realisieren und zwischen 2,67 Euro/kg und 2,77 Euro/kg erlösen; das war das höchste Niveau seit Sommer 2014. Auch auf globaler Ebene zogen die Magermilchpulverpreise weiter an; auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) legte der Durchschnittswert über alle Lieferkontrakte hinweg am vergangenen Dienstag (21.9.) gegenüber der vorherigen Auktion um 0,9 % auf 3 302 $/t (2 813 Euro) zu. Zudem verzeichnete Vollmilchpulver dort eine Preissteigerung von 2,2 % auf 3 777 $/t (3 218 Euro). Fonterra hatte seine Angebotsmenge auf der Plattform gekürzt, da es außerhalb dieses Vermarktungskanals eine „extrem starke“ Nachfrage bei Vertragskunden gebe und die erwartet verhaltenen Milchanlieferungen in dieser Saison größere Produktionssteigerungen unwahrscheinlich machten. In Deutschland zog der Preis für Vollmilchpulver laut Kemptener Börse vergangene Woche recht deutlich, nämlich um 7 Cent auf eine Spanne von 3,35 Euro/kg bis 3,42 Euro/kg an. Ware werde nur produziert, wenn es konkrete Bestellungen gebe, hieß es dazu. Fester tendierte hierzulande auch der Markt für Molkenpulver: Das Kilogramm Futtermittelware ließ sich mit 0,97 Euro/kg bis 0,99 Euro/kg um 1 Cent teurer als in der Vorwoche verkaufen; bei der Lebensmittelware ging es im Schnitt um 1,5 Cent auf 1,05 Euro bis 1,11 Euro nach oben.
Der Milchfettmarkt war nach Angaben der Kemptener Börse bei guter Nachfrage ebenfalls von einem knappen Angebot geprägt. Bei der Blockbutter führte das am vergangenen Mittwoch zu einem Notierungsplus von 10 Cent beim unteren Spannenwert auf 4,15 Euro/kg; am oberen Ende wurde der Wert um 15 Cent auf 4,35 Euro/kg heraufgesetzt. Bisher hätten die Restbestände an gefrosteter Ware den Preisanstieg begrenzt, doch würden diese nun langsam zu Ende gehen, erklärten die Berichterstatter aus Kempten. Frische Butter zum aktuellen Preisniveau zu produzieren sei wenig lukrativ. Bei Schnittkäse hat Analysten zufolge die Nachfrage nach dem Ferienende in Süddeutschland zugenommen. Die Vorräte in den Reifelagern würden weiter sinken, und der Käse müsse aufgrund des begrenzten Angebotes immer jünger ausgeliefert werden. Die amtliche Notierung für Edamer und Gouda in Hannover blieb vergangene Woche aber unverändert, doch rechnen Experten mit anziehenden Preisen, zumal auch der Auslandsverkauf nicht schlecht laufen soll. Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch ist laut der Börse ebenfalls nur begrenzt verfügbar, doch leidet der Absatz unter dem Ausfall der sonst verkaufsfördernden Volksfeste. Bei normalen Emmentaler und Viereckhartkäse sorgte die sehr gute Nachfrage bei geringen Beständen am vergangenen Mittwoch in Kempten für einen Notierungsanstieg von 10 Cent auf 4,20 Euro/kg bis 5,40 Euro/kg. (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8519 Euro) (AgE)

FAO will Führungsrolle bei der Gestaltung der Nahrungsmittelsysteme

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) will bei der angestrebten effizienteren, widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Gestaltung der globalen Ernährungssysteme eine Führungsrolle übernehmen. Das hat FAO-Generalsekretär Dr. Qu Dongyu am 23. September auf der Abschlussveranstaltung des Ernährungssystem-Gipfels der Vereinten Nationen (UN) in New York angekündigt. Dort wurde erstmals ein umfassender Ansatz für die Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme verabschiedet. UN-Generalsekretär António Guterres forderte die Regierungen und Partner dazu auf, die von ihnen eingegangenen Verpflichtungen zur Erreichung der insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erfüllen. Zu den künftigen fünf Schlüsselbereichen zählte Guterres die Ernährung aller Menschen, die Förderung naturbasierter Lösungen und gerechter Lebensbedingungen, menschenwürdige Arbeit, die Stärkung der Widerstandsfähigkeit sowie die Unterstützung von Umsetzungsmaßnahmen. Ein starker Fokus soll laut Qu künftig auf der Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik liegen. Zudem seien „mehr und gezieltere sowie nachhaltigere Investitionen“ notwendig. Die FAO schätzt, dass umgerechnet 35 Mrd Euro bis 43 Mrd Euro an jährlichen Investitionen für gezielte Maßnahmen erforderlich sein werden, um den Hunger bis 2030 zu beenden. Der Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), Gilbert F. Houngbo, gab zur Umgestaltung der Lebensmittelsysteme zu bedenken, dass zunächst die Frage der Finanzierung geklärt werden müsse. Er forderte, hierzu neue Mechanismen vorzuschlagen, um die Ressourcen auf Länderebene zu erhöhen und die nationalen Wege zu unterstützen. Zugleich müsse aus Altbekanntem ausgebrochen werden, um den Ländern mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Präsident vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Jörg-Andreas Krüger, betonte mit Blick auf den Ernährungsgipfel, es bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen der Nahrungsmittelproduktion, dem Konsumverhalten sowie dem Artensterben und der Erdüberhitzung. Der World Wide Fund For Nature (WWF) sieht die Welt an einem Scheideweg. (AgE)

Tschechien zur korrekten Anwendung von EU-Lebensmittelvorschriften aufgefordert

Die Europäische Kommission hat Tschechien aufgefordert, die EU-Vorschriften zur Durchführung amtlicher Kontrollen im Bereich der Lebensmittelsicherheit korrekt anzuwenden. Die Brüsseler Behörde wirft Prag im Rahmen eines bereits laufenden Vertragsverletzungsverfahrens vor, beim Import von Lebensmitteln aus einem anderen Mitgliedsland eine Vorankündigung zu verlangen. Die Meldung der Ankunft von Waren aus einem anderen EU-Staat darf jedoch laut Kommission vom Empfängerland nicht systematisch eingefordert werden und sollte auf das für die Organisation der amtlichen Kontrollen unbedingt erforderliche Maß beschränkt bleiben. Da Tschechien nach Einschätzung der Brüsseler Beamten jedoch nach wie vor systematisch gegen die entsprechenden EU-Vorschriften verstößt, wurde von der Kommission am 23. SEptember eine ergänzende und mit konkreten Forderungen versehene Stellungnahme an das Land gerichtet. Tschechien hat nun zwei Monate Zeit, um die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen; anderenfalls kann die Kommission eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) einreichen. In einem weiteren Fall hat die Behörde jetzt Bulgarien in einer mit konkreten Gründen versehenen Stellungnahme aufgefordert, die EU-Vorschriften über den Handel mit natürlichen Mineral- und Quellwässern korrekt anzuwenden. Zuvor war dem Land bereits ein Aufforderungsschreiben übermittelt worden, der erste Schritt eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens. Darauf hatten die Bulgaren jedoch nicht reagiert. Die Kommission weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass es nach bulgarischem Recht erlaubt sei, natürliche Mineral- und Quellwässer, die aus ein und derselben Quelle stammten, unter mehreren gewerblichen Kennzeichen in den Handel zu bringen. Nach einer EU-Richtlinie sei allerdings genau dies nicht zulässig. Kritisiert wird außerdem, dass es – entgegen der Vorgaben durch die Richtlinie – nach bulgarischem Recht nicht vorgeschrieben sei, den Namen der Quelle auf dem Etikett anzugeben. Daher bestehe die Gefahr der Irreführung. Bulgarien hat nun zwei Monate Zeit, um seine nationalen Regelungen an das EU-Recht anzupassen. Sollte dies nicht erfolgen, kann die Kommission auch in diesem Fall den EuGH anrufen. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 22. September

Die Milchanlieferung in Deutschland ist anhaltend saisonal rückläufig und bewegt sich spürbar unter der Vorjahreslinie. Laut Schnellberichterstattung der ZMB nahmen die Molkereien in der 36. Woche im Schnitt 0,8 % weniger Milch auf als in der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde damit stärker als zuvor um 2,3 % unterschritten. In Frankreich war der Rückstand gegenüber der Vorjahreswoche zuletzt mit 4,2 % noch deutlich stärker ausgeprägt.
An den Märkten für flüssigen Rohstoff ist die Lage weiter sehr fest, auch wenn der Preisanstieg zum Stillstand gekommen ist. Für Industrierahm werden weiter sehr hohe Preise erzielt, wobei sich das Angebot zuletzt etwas verbessert hat. Magermilchkonzentrat und Rohmilch tendieren unverändert fest.
Anhaltend sehr fest ist die Lage bei Magermilchpulver. Der Markt ist weiter von einer sehr geringen Verfügbarkeit gekennzeichnet. Die Produktion für die kommenden Monate ist zu einem hohen Grad bereits vertraglich gebunden. Die Lage ist je nach Anbieter etwas unterschiedlich. Insgesamt sind aber nur noch geringe Mengen verfügbar. Gleichzeitig ist die Produktion rückläufig, da der Verkauf von Rohstoff am Spotmarkt eine attraktive Verwertungsalternative darstellt. Es gehen immer wieder neue Anfragen bei den Herstellern ein. Die europäische Lebensmittelindustrie fragt dabei aktuell stärker nach als Exporteure.
Zu Beginn der laufenden Woche hat sich die Nachfrage zunächst etwas ruhiger darstellt. Kaufinteresse besteht überwiegend für kurzfristige Lieferungen. Für das erste Quartal ist die Haltung bei den aktuellen Preisforderungen teilweise abwartend.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität sind zuletzt erneut etwas gestiegen. In der Futtermittelindustrie besteht ebenfalls noch Bedarf. Hier werden ebenfalls festere Preise erzielt.
Das Geschäft mit Vollmilchpulver verläuft recht ruhig. Bei der geringen Rohstoffverfügbarkeit ist das Angebot begrenzt, während aber immer wieder Kaufinteresse signalisiert wird. In Deutschland wird meist wird nur für konkrete Aufträge produziert. Die Preise tendieren fester, sind aber in der EU nach wie vor etwas uneinheitlich.
Molkenpulver bewegt sich weiter in stabilen Bahnen. Die Preise für Lebensmittelware tendieren weiter stabil. Futtermittelware wird ebenfalls zu weitgehend unveränderten Preisen gehandelt, wobei der Anstieg aber aktuell gestoppt ist. Sehr fest sind weiterhin die Preise für Molkenkonzentrat. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Eingabe bei der BLE gegen die Milchgeldkürzung von Arla

In ihrem Widerstand gegen die Kürzung des Milcherzeugerpreises durch das Molkereiunternehmen Arla Foods hat die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milchboard nach einer ersten Beschwerde beim Bundeskartellamt jetzt weitere Schritte eingeleitet. Eigenen Angaben zufolge hat die MEG Milch Board in der vergangenen Woche eine zusätzliche Eingabe an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gerichtet. Auch hier geht es um die Milchgeldkürzung der Arla-Gruppe gegenüber ihren Milchlieferanten. Der Konzern hatte zuvor in einer Mitteilung an seine Lieferanten eine Rücknahme des Erzeugerpreises um 1 Cent pro Kilogramm Milch angekündigt und hierfür die Inflation als Grund angegeben. Nach Darstellung von Arla sind insbesondere die Kosten für Kraftstoff, Energie und Verpackung gestiegen. Aus Sicht der Erzeugervereinigung stellt die Kürzung der Auszahlungspreise wegen angeblich gestiegener Kosten aber eine unlautere Handelspraktik dar, da es unzulässig sei, dem Lieferanten einseitig allgemeine Kostensteigerungen aufzubürden. Bereits eine Woche davor hatte die MEG beklagt, dass Arla die auch für die Erzeuger gestiegenen Kosten ignoriere und das eigene Inflationsrisiko in unzulässiger Weise auf die Landwirte abwälze. (AgE)

Magermilchpulver erneut teurer

Die Preise für Standardmilchprodukte haben sich in der vergangenen Woche erneut überwiegend freundlich entwickelt. Als Begründung führten Marktexperten vor allem die anziehende Verbrauchernachfrage als Folge des Ferienendes in Süddeutschland an. Außerdem wurde von einer erfreulichen Entwicklung der Exporte berichtet. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten hob die amtliche Notierung für lose Butter am 15. September am oberen Spannenende um 10 Cent auf 4,20 Euro/kg an. Markenbutter wurde der Börse zufolge gut nachgefragt, bewegte sich aber auf dem Niveau von 4,14 Euro/kg bis 3,39 Euro/kg seitwärts. Auch Allgäuer Emmentaler und Viereckhartkäse kamen preislich nicht vom Fleck. Allerdings wies die Kemptener Börse hier auf weiterhin knappe Bestände und eine sehr gute Nachfrage hin. Derweil berichtete die amtliche Notierungskommission in Hannover von einer anhaltend abnehmenden Verfügbarkeit von Schnittkäse. Bei der Preisfeststellung für Gouda und Edamer als Blockware wurde die Notierung am unteren Ende um 5 Cent auf 3,30 Euro/kg nach oben gesetzt. Brotware notierte für 3,30 Euro/kg bis 3,50 Euro/kg, nach 3,25 Euro/kg bis 3,45 Euro/kg in der Vorwoche. Fast durchweg fester entwickelten sich in der vergangenen Woche die Milchdauerwaren. Die Kemptener Börse notierte Magermilchpulver in Futtermittelqualität für 2,55 Euro/kg bis 2,58 Euro/kg; das entsprach einem Aufschlag von 3 Cent. Für die Lebensmittelqualitäten ließen sich im Verkauf zwischen 2,63 Euro/kg und 2,73 Euro/kg erzielen und damit 4 Cent mehr als in der Vorwoche. Vollmilchpulver wurde unverändert mit 3,28 Euro/kg bis 3,35 Euro/kg bewertet. Marktexperten berichteten von einem knappen Angebot aufgrund von Rohstoffmangel. Unterdessen zogen die Preise für Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität weiter an; die betreffende Notierung wurde um 1 Cent auf 0,96 Euro/kg bis 0,98 Euro/kg angehoben. (AgE)

Milchbauern fordern mehr Gestaltungswillen

Mehr Gestaltungswillen seitens der Politik zur Schaffung von Rahmenbedingungen, die die Landwirte am Markt stärken, hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert. Noch bis zum 24. September wollen die Milchbauern gemeinsam mit Land schafft Verbindung (LsV) gegen die „massive und geschlossene Blockadehaltung der Molkereien“ demonstrieren, „wenn es darum geht, nachhaltig positive Veränderungen für die wirtschaftliche Situation der Milchviehhalter herbeizuführen“. Zum Auftakt am 13. September in Würzburg bezeichnete der BDM die wirtschaftliche Situation der Tierhalter als „dramatisch“. Zu einer ohnehin bestehenden Kostenunterdeckung kämen explodierende Kostensteigerungen in fast allen Bereichen der Produktion hinzu. Die Erzeugerpreise dümpelten hingegen auf deutlich zu niedrigem Niveau dahin. Als „unerträglich“ bezeichnete der BDM die „Ignoranz des Verarbeitungssektors und die Untätigkeit der noch amtierenden Bundesregierung“. „Die Verarbeiter überspannen den Bogen. Obwohl die wirtschaftliche Situation der Milchviehbetriebe ohnehin schon desaströs ist, haben erste Verarbeiter nun bereits Milchpreissenkungen angekündigt, mit denen sie ihre ebenfalls gestiegenen Kosten nach unten zu den Bäuerinnen und Bauern durchreichen“, kritisierte der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Das sei „absolut untragbar“. Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) wies die vom BDM erhobenen Vorwürfe zurück. „Auch die baden-württembergischen Molkereigenossenschaften unterliegen dem Wettbewerb und müssen sich wie die Erzeuger ständig den gleichen Rahmenbedingungen des Marktes anpassen“, stellte BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser klar. Die Darstellung des BDM, dass das finanzielle Risiko nur bei den Erzeugern liege, stimme so nicht. Jedes Glied der Wertschöpfungskette, auch die genossenschaftlichen Molkereien, trage sein Risiko. Den genossenschaftlichen Molkereien, die im Eigentum der Milchbauern seien, sei die schwierige Lage der Betriebe bewusst. Deshalb aber eine Trennlinie zwischen Erzeugern und Molkereien zu ziehen, sei nicht stimmig. Mit ihrer Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Milchwerk stärkten die Landwirte ihre Position auf den Märkten und wirkten in der Willensbildung innerhalb der Genossenschaft mit. (AgE)

IARC unterstützt den Nutri-Score

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat sich dafür ausgesprochen, die Nährwertampel Nutri-Score in der Europäischen Union verbindlich einzuführen. Die Wirksamkeit der Kennzeichnung und die möglichen Vorteile für die öffentliche Gesundheit auf internationalem Niveau seien wissenschaftlich gut belegt, erklärte IARC-Wissenschaftlerin Dr. Inge Hybrechts anlässlich der kürzlich erfolgten Veröffentlichung eines Kurzberichts zum Nutri-Score. Es sei erfreulich, dass mehrere Mitgliedstaaten die Kennzeichnung bereits nutzten. Um das Potential vollständig zu nutzen, sei aber eine verpflichtende Ausweisung erforderlich. Nach Angaben der Leiterin der epidemiologischen Ernährungsforschung am französischen Institut für Gesundheitsforschung (INSERM), Dr. Mathilde Touvier, ist der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Nahrungsmitteln mit einer guten Nutri-Score-Bewertung und einer verringerten Mortalität sowie einem geringeren Krebsrisiko aus Sicht der Wissenschaft gut dokumentiert. Die Kennzeichnung könne eine bedeutende Rolle übernehmen und nicht nur Verbrauchern eine informierte Wahl ermöglichen, sondern auch Anreize für die Lebensmittelhersteller setzen und die öffentliche Hand bei der Einführung von effizienten Strategien zur Bekämpfung von Fehlernährung und ihren Folgen unterstützen. In der Europäischen Union ist der Nutri-Score indes umstritten. Während die von französischen Gesundheitsbehörden entwickelte Nährwertkennzeichnung unter anderem von Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien unterstützt wird, lehnt Italien diese strikt ab. Der Nutri-Score informiert über eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala auf der Lebensmittelverpackung die Verbraucher über die Nährwertqualität des Produkts. (AgE)

Ernährungsindustrie verweist auf starken Kostenanstieg

In Frankreich bringen sich immer mehr Akteure der kommenden Lieferverhandlungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit dem Einzelhandel in Stellung. Der Dachverband der Ernährungsindustrie (ANIA) wies in der vergangenen Woche auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche und ihre hohe Belastung hin. Demnach steht die Ernährungsindustrie insbesondere durch den anhaltenden „Preiskrieg“, steigende Produktionskosten und einen ständigen Verlust von Marktanteilen im Export unter Druck. Laut ANIA sind der Branche seit 2013 durch die Inflation der Lebensmittelpreise mehr als 6 Mrd Euro entgangen; die Preise für die einzelnen Nahrungsmittelrohstoffe seien im vergangenen Jahr zwischen 5 % und 51 % gestiegen. Für Verpackungen müssen dem Dachverband zufolge zwischen 12 % und 24 % mehr bezahlt werden; die Kosten für Seefracht haben um 86 % und für Straßentransport um 3 % zugenommen. „Untragbar“ sind nach Angaben der ANIA die Vertragsstrafen des Lebensmittelhandels geworden. Eine Umfrage unter den Mitgliedern habe gezeigt, dass bei fast 40 % der Unternehmen die von den Händlern geltend gemachten Vertragsstrafen in den letzten drei Jahren um 36 % zugenommen hätten. Aktuell machten die Strafzahlungen im Durchschnitt 0,4 % des Umsatzes der Hersteller aus und summierten sich auf mehr als 200 Mio Euro pro Jahr. ANIA-Präsident Jean-Philippe André erklärte, wenn diese Aspekte bei den nächsten Lieferverhandlungen nicht berücksichtigt würden, werde sich die Lage der Agrar- und Ernährungswirtschaft im neunten Jahr in Folge verschlechtern. Das werde sich dann auf die Investitionsfähigkeit und die Beschäftigung auswirken und auch den Export schwächen. André verwies zudem auf das derzeit vom Senat geprüfte zweite Gesetz zur Stärkung der Erzeuger. Die Ernährungsindustrie unterstütze die Intention des Gesetzes, werde aber auf die „Nebenwirkungen“ für die Lebensmittelhersteller achten. (AgE)

Neue Tarifforderungen in der Milchwirtschaft

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Entgelttarifverträge gekündigt. Ein Jahr nach dem letzten Tarifabschluss stellt sie neue Forderungen für die rund 19.000 Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft. Die Unternehmen kämpfen jedoch mit Rohstoffknappheit und steigenden Kosten.

Am 21. September 2021 beginnen die neuen Tarifverhandlungen der bayerischen Milchwirtschaft. Der Tarifbeschluss im vergangenen Jahr ergab Erhöhungen von 2,7 Prozent, eine einmalige Corona-Prämie und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung. Nun fordert die NGG eine Entgelterhöhung von 5,5 Prozent bei einer tarifvertraglichen Laufzeit von 12 Monaten, mindestens jedoch monatlich 180 Euro mehr Lohn, eine Angleichung aller Ausbildungsvergütungen sowie einen eigenständigen Tarifvertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
Mit ihren Forderungen schenkt die NGG der aktuell schwierigen Situation der Unternehmen wenig Beachtung. Die Folgen der Corona-Krise machen ihnen zu schaffen. Die Pandemie führt unter anderem zu Beschaffungsengpässen bei Rohstoffen wie Kunststoff oder Holz und lässt Lieferketten abreißen.
„Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern haben wir als Unternehmen die bisherigen Herausforderungen bewältigt und die Versorgung der Bevölkerung mit Milch- und Molkereiprodukten auch während der COVID-19 Pandemie sicherstellen können. Gleichzeitig erleben wir seit geraumer Zeit eine außerordentlich herausfordernde Marktsituation, insbesondere im Hinblick auf insgesamt steigende Kosten. So haben sich beispielsweise die Kosten für Holzpaletten mehr als verdoppelt; auch die Entwicklung der Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Transportkosten ist dramatisch. Diese Situation muss ein Tarifvertrag berücksichtigen“, sagt Dr. Thomas Obersojer, Vorstands-vorsitzender Bayerische Milchindustrie eG.
Auch der pandemiebedingte Gesundheitsschutz verursacht bei den Unternehmen erhebliche zusätzliche Kosten. Unternehmen investieren in effektive Schutzkonzepte, Testangebote oder betriebliche Impfkampagnen. Damit schützen sie ihre Beschäftigten – und stellen die verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit Milchprodukten sicher.
Der Export von Produkten erholt sich langsam. Doch Bayerns Molkereien leiden immer noch unter den Einbrüchen im Großhandel und der Gastronomie. Vor allem während der Lockdowns wurden nur ein Bruchteil der normalen Mengen bestellt. Rund 60 Prozent der hergestellten Milch- und Molkereiprodukte sind für den Export oder den Konsum außer Haus bestimmt. Der Absatz auf Festen und größeren Veranstaltungen fällt auch in diesem Jahr weitgehend aus. Dies spiegelt sich in den Umsatzzahlen wider.
„Trotz der teilweisen Stabilisierung der Marktlage ist es auch für das Jahr 2021 in der bayerischen Milchwirtschaft nicht möglich, von einer positiven Geschäftsentwicklung zu sprechen. Szenarien pandemiebedingter Vorgaben wie zum Beispiel Quarantäne, Mobiles Arbeiten, Testangebote an Mitarbeiter, ein weiterer Lockdown etc. sowie die verschärfte Rohstoffsituation führen zu kaum kalkulierbaren Risiken für die Branche. Nicht zu vergessen ist auch, dass viele Veranstaltungen fehlen und der Verzehr außer Haus noch immer eingeschränkt stattfindet“, so Susanne Glasmann, Geschäftsführung vom Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e. V.

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 15. September

In Deutschland hält der saisonale Rückgang der Milchanlieferung an. In der 35. Woche erfassten die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % weniger Milch als in der Vorwoche. Damit wurde das Vorjahresniveau um 1,0 % unterschritten. In Frankreich war das Milchaufkommen zuletzt um 1,1 % niedriger als in der Vorjahreswoche. An den Märkten für flüssigen Rohstoff setzen sich die sehr festen Tendenzen fort. Das Angebot ist weiterhin gering. Für Rohmilch, Industrierahm und Magermilchkonzentrat werden anhaltend hohe Preise erzielt. Noch höhere Forderungen stoßen auf Widerstand, da die Preise für die Endprodukte bisher dem Rohstoff nicht im entsprechenden Umfang gefolgt sind. Am Markt für Magermilchpulver ist das Angebot knapp. Die Produktion ist aufgrund des schwachen Rohstoffaufkommens und der Verbesserung der Nachfrage nach Frischprodukten gering. Größere Teile der Produktion sind bereits im Vorfeld verkauft worden. Außerdem sind die privaten Vorräte sehr niedrig. Innerhalb Europas besteht in der Industrie weiter Bedarf. Zusätzlich hat zuletzt auch das Kaufinteresse vom Weltmarkt wieder zugenommen. Die Käufer geben ihre abwartende Haltung mehr und mehr auf und es sind zuletzt wieder mehr Abschlüsse zu Stande gekommen. Auch die Bereitschaft, höhere Preise anzulegen, steigt. Die Preise für Magermilchpulver sind in Bewegung nach oben gekommen, wobei sich der Preisanstieg langsamer vollzieht als im Rohstoffhandel. Für Lebensmittel- und Futtermittelware werden inzwischen höhere Preise realisiert als noch in der Vorwoche. Für Vollmilchpulver gehen ebenfalls immer wieder Anfragen ein und die Auftragslage wird als gut beschrieben. Bei der knappen Rohstoffverfügbarkeit werden höhere Preise gefordert. Das Angebot an Molkenpulver ist ebenfalls gering. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach Lebensmittelware inzwischen auch im Export belebt. Futtermittelware wird aktuell dem Vernehmen nach vor allem für kurzfristige Lieferungen gehandelt. Die Preise tendieren für beide Qualitäten fester. Die Verfügbarkeit von Molkenkonzentrat ist ebenfalls knapp und es werden hohe Preisen erzielt. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta)

MEG Milch Board geht Arla wegen Milchgeldkürzung hart an

Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board will eine Kürzung des Erzeugerpreises für Rohmilch durch Arla Foods nicht hinnehmen und hat deshalb erneut eine Eingabe an das Bundeskartellamt gerichtet. Nach Angaben der Organisation hat Arla den Lieferanten die Kürzung des Milchauszahlungspreises um 1 Cent pro Kilogramm in Aussicht gestellt und hierfür die gestiegene Inflation als Grund angegeben. Nach Darstellung des Konzerns seien insbesondere die Kosten für Kraftstoff, Energie und Verpackung gestiegen. Die MEG Milch Board sieht hierin eine unzulässige Preisfestsetzung gegenüber den Lieferanten und ein wettbewerbswidriges Verhalten, da Arla offensichtlich keine Schwierigkeiten habe, Milchgelder beliebig zu kürzen. Ein eigenes wirtschaftliches Risiko werde nicht eingegangen, da sämtliche Risiken ausschließlich auf die Erzeuger zurückfielen, moniert die Erzeugervereinigung. Dabei werde ignoriert, dass gestiegene Kraftstoff- und Energiekosten auch die Erzeuger hart träfen. „Trotz dieser auf Erzeugerseite gestiegenen Kosten, die in der Wertschöpfungskette und der Verteilung der Wertschöpfung vollkommen unberücksichtigt bleiben, versucht Arla nunmehr, die eigenen gestiegenen Kosten zusätzlich auf die Erzeuger abzuwälzen“, beklagte der MEG-Vorstandsvorsitzende Frank Lenz. Aus Sicht des Milch Boards sei das rechtlich unzulässig. (AgE)

DLG ehrt LUFA-Institutsleiter

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat den Leiter des Instituts für Lebensmittelqualität der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West, Dr. Helmut Steinkamp, mit der Max-Eyth-Denkmünze in Silber ausgezeichnet. DLG-Präsident Hubertus Paetow würdigte in seiner Laudatio Steinkamps „hohes Engagement und hervorragende Verdienste“ um die Ernährungswirtschaft. Der LUFA-Institutschef leitet auch das Milchwirtschaftliche Bildungszentrum in Oldenburg und unterstützt als Auditor für Qualitätsmanagementsysteme die Zertifizierung der betrieblichen Prozesse zur sicheren Herstellung von Lebensmitteln. Zuvor war Steinkamp der DLG zufolge viele Jahre im Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück tätig, wo er mehrere Führungsaufgaben im Bereich der Produktinnovation und im Qualitätsmanagement innehatte. Eine weitere Station seiner Karriere war das Niedersächsische Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE). Steinkamp war zudem am Aufbau des Kompetenzzentrums Nachwachsende Rohstoffe Niedersachsen beteiligt und Vorsitzender des Beirates des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sowie Mitglied im Verbraucherschutzbeirat des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Zum Themenbereich der sicheren Herstellung von Lebensmitteln ist er in Arbeitsgruppen des Deutschen Instituts für Normung (DIN) tätig. Für die DLG ist Steinkamp nach Angaben der Gesellschaft schon seit 2007 ehrenamtlich engagiert; 2020 wurde er in den Aufsichtsrat gewählt. Seit 2011 fungiert er als Vorsitzender des Ausschusses für Lebensmitteltechnologie, seit 2017 als DLG-Landesbeauftragter Milchwirtschaft in Niedersachsen, als Sensoriksachverständiger sowie als DLG-Prüfbevollmächtigter für Speiseeis. Darüber hinaus ist er Mitglied in der Jury für den DLG-Innovation Award „Junge Ideen“. (AgE)

Speiseeishersteller erlösen mehr im Lebensmittelhandel

Die deutschen Speiseeishersteller haben für das Geschäft im ersten Halbjahr 2021 eine „verhaltene Bilanz“ gezogen. Wie der „E.I.S. Eis Info Service“ der deutschen Markeneishersteller, die dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) angeschlossen sind, am 8. September in Bonn berichtete, legte der Erlös für Speiseeis im Lebensmittelhandel von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben von Marktforschungsinstituten zwar um 4 % zu; gleichzeitig verringerte sich aber der mengenmäßige Absatz um 2 %. Begründet wurde das Umsatzwachstum vor allem mit dem warmen und sonnenreichen Juni, dessen Durchschnittstemperatur das Niveau des Vorjahresmonats um 2,1 °C übertroffen habe. Derweil hätten die Markenhersteller ein deutlich stärkeres Wachstum als der Handel für seine Eigenmarken verzeichnet. Damit habe sich der bereits im ersten „Corona-Jahr“ 2020 festgestellte Trend zu mehr Markenprodukten bei Lebensmitteln und sonstigen Produkten des täglichen Bedarfs fortgesetzt. Nach Angaben des Informationsdienstes waren im ersten Halbjahr 2021 vor allem die „Multipackungen“ mit mehreren „Kleineisen“ besonders beliebt. Diese hätten auch beim Absatz zugelegt, und zwar um rund 4 %. Dagegen seien die Verkaufsmenge und der Erlös von Eis in Haushaltspackungen zurückgegangen. Beim Verzehr von Speiseeis unterwegs in Form von verpacktem Impulseis und Kleineis, unter anderem vom Kiosk im Freibad und von Tankstellen, sowie von Eis in der Gastronomie hätten sich im ersten Halbjahr 2021 weiter die durch Corona bedingten Einschränkungen bemerkbar gemacht: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) seien die betreffenden Umsätze im Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 % zurückgegangen. Der BDSI schätzt, dass der Außer-Haus-Konsum von Speiseeis in den ersten sechs Monaten 2021 ähnlich rückläufig gewesen ist. (AgE)

Rabobank erwartet globalen Preisdruck für Molkereiprodukte

Das Risiko für nachgebende Preise am Weltmarkt für Molkereiprodukte dürfte im kommenden Jahr steigen, wenn der voraussichtlich schon kurzfristig weiter rückläufige Importbedarf Chinas nicht mittelfristig durch andere Einfuhrländer ausgeglichen wird. Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie aus. Demnach wird im „Reich der Mitte“ die Erzeugung von Molkereiprodukten bereits seit dem ersten Quartal 2021 gedrosselt, was der Bank zufolge auf eine ebenfalls rückläufige Nachfrage hindeutet. Im Juli habe der Verbrauch das Niveau des Vorjahresmonats nur noch um 0,3 % übertroffen. Als Ursachen werden unter anderem regionale Lockdowns wegen der Corona-Pandemie sowie Starkregen und Überflutungen angeführt. Außerdem gingen die Ausgaben der chinesischen Verbraucher im Foodservice seit dem zweiten Quartal 2021 wieder spürbar zurück. Den niederländischen Analysten zufolge ist die Milcherzeugung in China in der ersten Jahreshälfte 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,6 % gesteigert worden. Maßgeblich sei die Aufstockung des Kuhbestandes. Außerdem habe die Volksrepublik ihre Importe an Molkereierzeugnissen gemessen in Milchäquivalenten von Januar bis Juli 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 30 % ausgeweitet. Im Einzelnen seien die Einfuhren von Magermilchpulver sowie von Milch und Sahne um 45 % beziehungsweise insgesamt 33 % gewachsen. Die Importe von Molke seien mengenmäßig um 37 %, die von Vollmilchpulver um 34 % und die von Butter um 23 % gestiegen.
Nach Einschätzung der Rabobank dürfte das chinesische Importwachstum in Kombination mit der Ausweitung der Milcherzeugung den Nachfrageanstieg inzwischen deutlich übertreffen. Deshalb habe China vermutlich sehr umfangreiche Lagerbestände aufgebaut. Derweil deuteten Stichproben darauf hin, dass die Erlöse für Lieferungen von Vollmilchpulver in die Volksrepublik bereits im Juli nicht mehr kostendeckend gewesen seien. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass das Kaufinteresse der chinesischen Importeure weiter nachlassen werde, so die Amsterdamer Fachleute. Diese negative Tendenz habe sich zuletzt auch an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) gezeigt.
Mit Blick auf die internationale Preisentwicklung für Molkereiprodukte schätzt die Rabobank den durchschnittlichen Preis für Molkenpulver in Europa für das dritte Quartal 2021 auf 960 Euro/t; das wären 3,2 % weniger als im zweiten Quartal dieses Jahres. Für das vierte Quartal 2021 und die ersten drei Monate 2022 wird jeweils ein Minus von 4,2 % prognostiziert. In den drei Folgequartalen soll sich die Abnahmerate gegenüber dem zweiten Quartal 2021 auf jeweils 6,8 % erhöhen. Für Vollmilch- und Magermilchpulver werden für das dritte Quartal 2021 Preise von im Mittel 3 160 Euro/t und 2 525 Euro/t prognostiziert; das wären im Vergleich zu den vorhergehenden drei Monaten Rückgänge von 0,9 % beziehungsweise 0,6 %. In den kommenden fünf Quartalen dürfte sich Vollmilchpulver sogar um bis zu 4,4 % verbilligen und Magermilchpulver um bis zu 3,6 %. Dagegen wird für die Preise von Butter und Gouda-Käse ausgehend von schätzungsweise 3 985 Euro/t und 3 310 Euro/t im aktuellen Quartal eine recht stabile Entwicklung prognostiziert.

Wie die Rabobank mit Blick auf die Milcherzeugerpreise in der EU-27 ausführt, hat sich der mittlere Wert im Juli 2021 im Vergleich zum April um 1,1 % auf 35,92 Euro/100 kg erhöht. Allerdings sei der gesamte Milchpreisanstieg im bisherigen Jahresverlauf durch höhere Futterkosten und die allgemeine Inflation fast eingeholt worden, so dass die Landwirte im Durchschnitt aktuell nur noch geringe Gewinne erzielten. Für das vierte Quartal rechnen die Fachleute mit einer stabilen Entwicklung des Milchpreises. Derweil dürfte die Anlieferungsmenge in der EU im Gesamtjahr im Vergleich zu 2020 gemäß der Vorhersage der Rabobank um 0,6 % ausgeweitet werden, und zwar vor allem aufgrund der Entwicklung in Irland, Italien und Polen. Mit einer Einschränkung der Milchanlieferungen sei aber in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden zu rechnen. Für das erste Quartal 2022 sagen die Amsterdamer Fachleute gegenüber den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eine Zunahme der Milchanlieferungen in der EU-27 um 1 % voraus, wobei der Anstieg durch hohe Futterkosten, die Qualität der Silage und die voraussichtliche Abstockung des Milchkuhbestandes gedeckelt werde. Im zweiten und dritten Quartal 2022 dürften die Wachstumsraten auf jeweils 0,6 % zurückgehen.
Mit Blick auf den EU-Verbrauch von Molkereierzeugnissen prognostiziert die Rabobank für die zweite Hälfte 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 0,4 %. Außerdem soll der betreffende Bedarf im kommenden Jahr um insgesamt 0,3 % steigen. Als Begründung für die kurzfristige Entwicklung wird angeführt, dass die coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen nun nahezu gemeinschaftsweit gelockert worden seien. In der Folge werde zunächst die im Sommer angestaute Nachfrage freigesetzt, was dem Absatz für den Außer-Haus-Verzehr zugutekomme. Die Verbrauchsmenge von 2019 dürfte allerdings noch nicht erreicht werden. Auch die Verkaufsmengen von Milcherzeugnissen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) werden nach Einschätzung der Analysten zunehmen, so dass die Preise in diesem Absatzkanal vermutlich auch in den kommenden Monaten fest bleiben. Allerdings könnte bei den Preisverhandlungen über zukünftige Kontrakte mit dem LEH eine leichte Korrektur nach unten anstehen, wenn sich die Marktversorgung verbessere. Derweil drücke die Inflation auf die Gewinne in der Vermarktungskette, zum Beispiel durch höhere Kosten für Arbeit, Energie und Verpackungen. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 8. September

In Deutschland ist die Milchanlieferung anhaltend saisonal rückläufig und liegt weiter unter der Vorjahreslinie. Die Molkereien nahmen in der 34. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB im Schnitt 0,9 % weniger Milch auf als in der Vorwoche, was gleichzeitig 0,4 % weniger war als vor einem Jahr. In Frankreich hat sich der Rückstand der Milchanlieferung zur Vorjahreswoche zuletzt auf 1,1 % vergrößert. Die Märkte für flüssigen Rohstoff sind von einem geringen Angebot und sehr festen Preisen gekennzeichnet. Die Preise für Industrierahm bewegen sich weiter auf dem hohen Niveau der vergangenen Woche. Magermilchkonzentrat tendiert sich ebenfalls weiter sehr fest. Versandmilch wird zu anhaltend hohen Preisen gehandelt. Am Markt für Magermilchpulver ist die Lage von einer geringen Verfügbarkeit gekennzeichnet. Die Produktion ist aufgrund der schwachen Milchanlieferung und der hohen Nachfrage nach Rohstoff vergleichsweise niedrig. Im Vorfeld sind bereits größere Anteile der laufenden Erzeugung verkauft worden, so dass das Angebot an frischer Ware sehr begrenzt ist. Außerdem ist aufgrund der stabilen Exporte im ersten Halbjahr von niedrigen Vorräten innerhalb der EU auszugehen. Auf das geringe Angebot trifft eine zunehmende Anzahl an Anfragen für verschiedene Termine, vor allem aber für das vierte Quartal. In erster Linie besteht aktuell Kaufinteresse am Binnenmarkt. Die Anfragen vom Weltmarkt sind recht begrenzt. Trotz der nun verringerten Exportmöglichkeiten ist das Angebot knapp. Die Werke bemühen sich die Nachfrage zu bedienen, sind aber vorsichtig mit weiteren Verkäufen, da Unsicherheit über das weitere Rohstoffaufkommen besteht. Zum Teil kann Ware etwas umverteilt werden, wenn sich Verschiffungen aufgrund der Containerknappheit zeitlich nach hinten verschieben. Die Hersteller fordern für Magermilchpulver in Lebensmittel- und Futtermittelqualität höhere Preise, womit die Einkäufer teilweise nicht gerechnet haben. Am Binnenmarkt werden für beide Qualitäten höhere Forderungen akzeptiert. Das Angebot an Vollmilchpulver ist ebenfalls gering und innerhalb der EU besteht weiterhin Bedarf, während das Exportgeschäft recht ruhig verläuft. Die Preise sind innerhalb der EU weiter uneinheitlich und in den Nachbarländern teilweise niedriger als in Deutschland. Insgesamt ist die Preistendenz fest. Bei Molkenpulver hat sich die Nachfrage nach Futtermittelware zuletzt belebt und die Preise haben sich weiter befestigt. Lebensmittelware wird zu stabilen Preisen gehandelt, wobei von einer Erholung der Nachfrage aus Asien berichtet wird. Hohe Preise werden außerdem für Molkenkonzentrat erzielt. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

MEG Milch Board beschwert sich über Arla

Wie die MEG Milch Board in einer Pressemitteilung erklärt, hat sie erneut „eine Eingabe“ an das Bundeskartellamt gerichtet. Dieses Mal geht es um die Milchpreissenkung in Höhe von 1 ct/kg von Arla. Als Grund benenne der europäische Milchverarbeiter die gestiegene Inflation. Gestiegen seien die Kosten für Kraftstoff, Energie und Verpackung. Die MEG Milchboard sieht hierin nach eigenen Angaben eine unzulässige Preisfestsetzung gegenüber den Lieferanten und ein wettbewerbswidriges Verhalten. Denn Arla habe offensichtlich keine Schwierigkeiten, Milchgelder beliebig zu kürzen. Als „besonders unverschämt“ bezeichnet die MEG Milch Board die Begründung der gestiegenen Kosten, da gestiegene Kraftstoff- und Energiekosten auch die Erzeuger hart träfen. Die Lösung hat die Milcherzeugergemeinschaft bereits parat: „Nur durch eine starke Bündelung der Erzeuger vor den Molkereien und die Einrichtung einer vertragsgebundenen Milchvermarktung mit konkreten Preisen, konkreten Mengen und konkreten Laufzeiten, die vor der Milchlieferung vereinbart werden, können sich die Erzeuger eine faire Verhandlungsposition verschaffen.“ „Wir haben Kenntnis darüber erhalten, dass die MEG Milch Board aufgrund der Senkung des Arla Milchpreises im September eine Eingabe beim Bundeskartellamt gemacht hat. Bisher ist das Bundeskartellamt nicht auf uns zugekommen und wir sehen in dem Sachverhalt kein wettbewerbswidriges Verhalten“, erklärt Markus Teubner, Pressesprecher von Arla. Im Gegenteil: Denn in der ersten Jahreshälfte 2021 sei es Arla gelungen einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu zahlen, mit Milchpreiserhöhungen im März, April, Mai und Juni. Der durchschnittliche Arla Milchpreis für ausschließlich konventionelle Milch habe im ersten Halbjahr 2021 bei 35,11 ct/kg gelegen, ohne die übliche, erwartete Nachzahlung in Höhe von einem Eurocent pro Kilogramm Milch.In einem Mitgliederrundschreiben hatte Arla-Finanzchef Torben Dahl Nylholm bedauert, den Milchpreis um 1 ct/kg senken zu müssen. Und teilte weiter mit, dass Arla aber dennoch einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zahle. Bei zahlreichen Lieferanten stieß das auf Unverständnis: Auch auf den Höfen sind die Kosten, u.a. für Futtermittel, gestiegen. (topagar.com)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 1. September

Die Milchanlieferung in Deutschland ist weiterhin saisonal rückläufig und insgesamt niedriger als erwartet. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 33. Woche im Schnitt 1,1% weniger Milch als in der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahreswoche lag bei 0,5 %. In Frankreich war die Milchanlieferung in der 33. Woche um 0,2 % niedriger in der Vorjahreswoche.
Die Spotmärkte für flüssigen Rohstoff sind sehr fest. Industrierahm und Magermilchkonzentrat werden zu festeren Preisen gehandelt. Besonders stark ist der Preisanstieg bei Rohmilch ausgeprägt.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist von einer geringen Verfügbarkeit an freien Mengen gekennzeichnet. Aufgrund des niedrigen Milchaufkommens und der hohen Preise für flüssigen Rohstoff kommt weniger Milch als ursprünglich geplant zur Trocknung. Außerdem sind die Bestände, die in den Vorjahren in Europa vorhanden waren, abgebaut. Dem verringerten Angebot steht eine insgesamt normale Nachfrage gegenüber. Das Kaufinteresse am europäischen Binnenmarkt wird als umfangreich eingeschätzt. Hier gehen immer Anfragen ein und es kommen auch Abschlüsse zu Stande.
Die Nachfrage von den Exportmärkten ist uneinheitlich. In Asien macht sich die Corona-Pandemie, die sich dort in den letzten Monaten stärker ausgebreitet hat, teilweise etwas dämpfend bemerkbar. Im Mittleren Osten ist teilweise wieder mehr Kaufinteresse festzustellen. Die Knappheit an Frachtkapazitäten bzw. deren ungewöhnliche Verteilung über die verschiedenen Regionen der Welt erschwert das Geschäft, da sie einerseits zu starken Kostensteigerungen und andererseits zu Verzögerungen und Unwägbarkeiten hinsichtlich der Ankunftstermine führt.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität haben sich erneut fester entwickelt. Für Futtermittelware werden ebenfalls festere Preise erzielt, obwohl die Nachfrage derzeit vergleichsweise ruhig verläuft.
Für Vollmilchpulver wird die Nachfrage aus der europäischen Lebensmittelindustrie für kurz- und längerfristige Termine als gut eingeschätzt. Hier und da bieten sich in kleinerem Umfang auch Exportmöglichkeiten. Die hohen Sahnepreise und das niedrige Rohstoffaufkommen ziehen höhere Forderungen nach sich. Die Preise sind etwas uneinheitlich mit festerer Tendenz.
Am Markt für Molkenpulver hat die Nachfrage nach Futtermittelware zuletzt zugenommen und die Preise tendieren dem Vernehmen nach fester. Bei Lebensmittelware wird von einer guten Nachfrage am europäischen Binnenmarkt, aber einer(teilweise abwartenden Nachfrage an den Exportmärkten berichtet. Auch hier dürfte die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie in Asien eine Rolle spielen. Lebensmittelware wird weiter zu uneinheitlichen Preisen gehandelt.
Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Zwei deutsche Molkereien halten sich unter den globalen Top 20

Eines der beiden deutschen Unternehmen unter den 20 weltweit größten Molkereikonzernen ist in der Rangfolge einen Platz nach unten gerutscht. Das zeigt das aktuelle Ranking der Rabobank für das Jahr 2020. Demnach wurde das Deutsche Milchkontor (DMK) mit einem Umsatz von rund 5,6 Mrd Euro vom elften Platz im Vorjahr auf den zwölften Rang verdrängt, und zwar von der niederländisch-britischen Unilever mit einem Molkereierlös von ungefähr 5,8 Mrd Euro. Derweil verteidigte der Müller-Konzern mit einem Umsatz von 4,5 Mrd Euro den 20. Platz. Auch in der Spitzengruppe gab es eine Verschiebung. Hier verbesserte sich die französische Lactalis mit einem Umsatz von schätzungsweise 20,2 Mrd Euro um einen Platz auf den ersten Rang. In der Folge musste die Schweizer Nestlé ihre Spitzenposition aufgeben und belegt nun mit einem Gesamtumsatz von ungefähr 18,2 Mrd Euro den zweiten Platz. Als Grund führen die niederländischen Banker den Verkauf des Nestlé-Eiscremegeschäfts in den USA an die Firma Froneri an. Die US-Genossenschaft Dairy Farmers of America (DFA) verteidigte indes ihren dritten Rang erfolgreich mit einem Erlös von schätzungsweise 16,6 Mrd Euro. Dazu hat den niederländischen Analysten zufolge vor allem die Übernahme des Unternehmens Dean Foods beigetragen, das 2018 noch auf dem elften Platz rangierte.
Unterdessen rückte die dänisch-schwedische Arla Foods mit einem Umsatz von 10,6 Mrd Euro um einen Rang auf Platz acht vor und verdrängte damit die chinesische Mengniu mit 9,7 Mrd Euro auf den neunten Rang. Die französische Savencia verbesserte sich mit einem Umsatz von 5,2 Mrd Euro vom 15. auf den 14. Platz. Die Rabobank begründete dies mit der Integration des französischen Käsespezialitätenherstellers CF & R. Der US-Konzern Kraft Heinz arbeitete sich mit einem Erlös von 4,9 Mrd Euro sogar um drei Plätze auf den 15. Rang nach vorn. Allerdings wird das Unternehmen nach Einschätzung der niederländischen Fachleute wahrscheinlich nicht mehr in der Top 20-Liste 2021 erscheinen, weil es sein einträgliches US-Käsegeschäft an eine Tochterfirma von Lactalis verkauft hat. Indes wurde für die kanadische Agropur 2020 ein Umsatz von ungefähr 4,9 Mrd Euro verzeichnet, womit die Firma um eine Position auf den 16. Rang vorrückte. Dagegen rutschte die französische Sodiaal um drei Plätze auf den 17. Rang nach unten. Auch für die indische Gujarat Cooperative Milk Marketing Federation ging es mit einem Umsatz von 4,6 Mrd Euro abwärts, und zwar vom 16. auf den 18. Platz.
Wie die niederländischen Fachleute weiter ausführen, verringerten sich die gesamten Erlöse der Top 20-Molkereien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um fast 4 Mrd Euro oder 1,9 % auf 184,9 Mrd Euro. In Dollar gemessen habe sich aber nur ein Minus von 0,1 % ergeben. Damit habe sich der Sektor trotz der weltweiten Corona-Pandemie als recht widerstandsfähig erwiesen. Gleichzeitig habe sich die Zahl der angekündigten Unternehmensfusionen und Übernahmen im gesamten Sektor auf weniger als 80 verringert, nach noch 105 im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2021 seien aber bereits mehr als 50 Geschäfte angekündigt worden. Für das kommende Jahr erwarten die Banker, dass die Molkereikonzerne weiterhin intensiv in die wichtigen Produktkategorien investieren werden. Dazu gehörten Käsespezialitäten, innovative Milchingredienzen wie Humane Milch-Oligosaccharide (HMO), Milchalternativen und Lifestyle-Ernährung. Wahrscheinlich werde es auch zu Akquisitionen in benachbarten Sektoren wie Logistik und Lagermanagement kommen. Mit Blick auf die Milchproduktion in den wichtigen Exportländern erwartet die Rabobank für 2023 allerdings ein Wachstum von insgesamt nur 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Einschätzung begründen die Fachleute mit engen Gewinnspannen in der Milchkuhhaltung als Folge von trockenheitsbedingt höheren Futterkosten und dem allgemeinen Inflationsdruck. (AgE)